Российская Федерация

Neue Märkte, Neue Waffen …

Veröffentlicht in Indien, Russland, USA by Heribert Schindler am Mai 24th, 2007

Die US-Amerikanische Rüstungsindustrie ist auf der Suche nach neuen Märkten … und entdeckt Indien.  

Nicolas Burns, US-Vizeaußenminister für politische Fragen, bestätigte das es das erklärte Ziel der Bush-Administration sei Indien zu einem (neuen) Abnehmer für amerikanische Rüstungserzuegnisse zu machen. Gegenwärtig bezieht Indien den Großteil seiner Rüstungsgüter aus Russland, so z.B. Kampfflugzeuge von Sukhoi und Panzer des Typs T-90.

Hintergrund der engen indisch-russischen Zusammenarbeit auf dem Rüstungssektor ist die Tatsache, dass Indiens “Erzfeind” Pakistan Hauptabnehmer modernster amerikanischer Waffentechnologie ist und Indien, in einem erneuten potentiellen Konflikt mit seinem Nachbarn, befürchtet von den USA “stiefmütterlich” behandelt zu werden.

Die USA sind nun bemüht die Ängste Indiens auszuräumen und sich verstärkt als Waffenhändler anzubieten. Erklärtes Ziel sei es, so hochrangige Diplomaten in Washington, nicht nur “Lieferant” zu werden sondern vielmehr “langfristige Partner bei der Modernisierung und Entwicklung der indischen Verteidigungsindustrie zu sein”.

Mit den gewohnten spitzen Bemerkungen in Richtung Russlands erklärten die Sprecher der Bush-Administration das US-Firmen gute Positionen hätten, um einen Erfolg zu erzielen und zum Hauptlieferanten auf dem indischen Markt werden, wenn gleiche Bedingungen geschaffen würden. Am Potomac fühlt man sich eben “benachteiligt” wenn man nicht die erste Geige spielen darf.

“Die USA verfügen über verbesserte Technologien, und Indien rechnet mit Lieferungen von modernen Waffensysteme unserer Verteidigungsindustrie wie Kampfflugzeugen der neuesten Generation, Panzerabwehrraketen sowie Aufklärungs-Langstreckenflugzeuge”, betonte Burns.

Indien ist gut beraten sich nicht in eine Abhängigkeit von amerikanischen Waffenlieferungen zu begeben, im “Wettbewerb” mit Pakistan würde es “den Kürzeren ziehen”. Der erklärte Liebling der Amerikaner ist, nach wie vor, der pakistanische Militär-Diktator Pervez Musharraf .

Nach den Anschlägen des 11. September 2001 in den USA hat Musharraf eng mit dem US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush im so genannten “Krieg gegen den Terrorismus” zusammengearbeitet und gilt seither als einer der engsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den Terrorismus, weshalb er im eigenen Land als „Busharraf“ verspottet wird.

Die neuesten amerikanischen Bemühungen die eigene Rüstungsindustrie “nach vorne zu bringen” erinnern stark an Händler des Todes” , ein im Jahr 2005 veröffentlichter Film von Andrew Niccol. In dem Drama mit Nicolas Cage, Ethan Hawke und Jared Leto werden die Geschäfte internationaler Waffenhändler dargestellt.

Die Hauptfigur Yuri Orlov eröffnet den Film, dem Zuschauer zugewandt, mit dem Satz, es gäbe über 550 Millionen Schusswaffen auf der Welt, was bedeute, dass jeder zwölfte Mensch auf der Welt eine besäße. Die Frage sei nur: „Wie bewaffnet man die anderen elf ?“

Irritierend an der ganzen Waffenhandel-Geschichte ist nur die vehemente Kritik der Amerikaner an vermeintlichen russischen Waffenlieferungen in “Krisengebiete” wie z.B. Darfur. Die Kashmir-Region ist anscheinend keine “Krisenregion”, obwohl die Erzeugnisse der amerikanischen Waffenindustrie dort sicherlich auch zum Einsatz kämen, sollten sich Pakistan und Indien dort wieder militärisch auseinanderzusetzen wünschen.

Die US-Amerikanische Policy hierzu scheint klar, besser man beliefert beide Seiten (und verdient an beiden Seiten) als das man sich 50% des Kuchens entgehen lässt. Zwei Faktoren stören bisher, die Russen und die bisher weitsichtigen Inder. Hoffenlich bleibt das so.

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