Российская Федерация

Mediens(chl)umpf … und der Letzte der Mohikan(adi)er

Veröffentlicht in Die Blogosphäre, Russland by Heribert Schindler am Juni 8th, 2007

Wer kennt sie nicht, die Saga vom Lederstrumpf (engl. Originaltitel The Leatherstocking Tales), eine Serie von Romanen des amerikanischen Schriftstellers James Fenimore Cooper (1789-1851). J. F. Coopers Roman The Spy (1821), der als der erste bedeutende historische Roman der amerikanischen Literatur gilt, wurde von den Lesern begeistert aufgenommen.

Der Schriftsteller hatte offenbar das amerikanische Nationalgefühl seiner Zeit getroffen und entschied sich, auch für seine nächsten Romane Themen aus der Geschichte seines Landes aufzugreifen. Als Modell wählte J. F. Cooper die Waverley-Romane (1814) des schottischen Schriftstellers Walter Scott aus. Als Zentralgestalt schuf er einen amerikanischen Typ, einen Jäger und Fallensteller, der an der Grenze zur Zivilisation lebt.

“Am Rande der Zivilisation” lebte auch Mark MacKinnon, der gegenwärtige Nahost-Korrespondent der kanadischen Tageszeitung “The Globe and Mail”, zumindest bis Ende 2005. Während er heute in Jerusalem residiert, mit freiem Blick auf die Klagemauer, mußte er damals mit der Kremlmauer vorlieb nehmen.

Dorthin hatte man ihn entsandt, nach Moskau, an den Rand der Zivilisation. Es ging nicht spurlos an ihm vorüber und seitdem strickte er an einer ganz persönlichen Saga, “The New Cold War”, die jetzt in den Regalen der Buchhandlungen erhältlich ist.

Auch MacKinnon hat den Zeitgeist erkannt und ist voll auf das Nationalgefühl seiner Zeit eingestiegen, das da heißt, “Geißelt die Russen”. Gerne greift er daher auch eine eidgenössische Einladung auf und betätigt sich am Karneval der Eitelkeiten, obwohl der Initiator des “Karnevals” sich nicht in der Lage sah den Namen seines “Kollegen” richtig zu schreiben. (Anmerkung: Mal sehen ob dieser “faux pas” nach meinem freundlichen Hinweis “korrigiert” wird. )

Auch MacKinnon nimmt es, wie sein schweizer “Kollege”, mit Stil und Form nicht so genau. Mir ist er durch eine (allgemeine und persönliche) Aufforderung in Erinnerung geblieben, die da lautet, wer mit seiner “Analyse” nicht einverstanden sei solle über Politik zukünftig nur noch in der Küche, bei aufgedrehtem Wasserhahn und lautem Radio, diskutieren. Damit’s keiner hört.

Dafür nutzt er jetzt jedwede Möglichkeit, auch den “Alpenadmiral”, um sein Buch zu promoten. Damit’s jeder liest. Man kann’s aber auch lassen, denn etwas interessantes steht eh’ nicht drin. Der gewöhnliche russophobe Schrott über gezinkte Wahlen im Jahre 2000, über arme und betrogene Kommunisten sowie die Mär vom pösen “Vlad der Pfähler”.

Pfählen sollte man MacKinnon’s Buch, auf einem Schürhaken, und im Kamin grillen. Dann hat es wenigstens etwas Wert. Als Grillanzünder ist es auch geeignet. MacKinnon kann ja, ähnlich seines geistigen Vorbildes George W. Bush, den lieben Gott anrufen und sich beschweren. Aus Jerusalem ist es bekanntlich nur ein Ortsgespräch.

A Propos “beschweren” … Mit “Mediens(chl)umpf … und der Letzte der Mohikan(adi)er” sind natürlich weder MacKinnon noch sein schweizer “Kollege” gemeint. Es ist nur der Arbeitstitel einer Idee, geboren hinter verschlossener Küchentür und laufendem Wasserhahn. Das Radio war natürlich auch an.

Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Personen sind daher völlig zufällig und nicht beabsichtigt. ;-)