USA gefährden Weltsicherheit
MOSKAU, RIA Novosti, 23. Juni 07
Die USA, gefolgt von China, werden als die größten Gefahren für die Weltsicherheit bewertet. Russland liegt an sechster Stelle.
Das ergab eine Umfrage, die vom weltweit zwölftgrößten Marktforschungsunternehmen Harris Interactive geführt wurde, berichtet die russische Tageszeitung Wedomosti.
Laut Angaben von Harris Interactive sind 46 Prozent der Spanier, 32 Prozent der Deutschen, 31 Prozent der Franzosen, 30 Prozent der Briten und 21 Prozent der Italiener davon überzeugt, dass die USA die Hauptbedrohung für den Weltfrieden sind. Sogar unter den Amerikanern sind 11 Prozent der Befragten dieser Meinung.
Der Generaldirektor des russischen Meinungsforschungsinstituts WZIOM, Valeri Fjodorow, sagt, dass solche Umfragen der Imagebestimmung von Ländern und deren Korrektur dienen würden.
Vor China fürchten sich 26 Prozent der Italiener, 22 Prozent der Franzosen, 20 Prozent der Amerikaner, 18 Prozent der Deutschen, 16 Prozent der Briten und 12 Prozent der Spanier. An dritter Stelle liegt Iran, das für sein Atomprogramm von den westlichen Mächten ständig kritisiert wird. Am meisten fürchten sich die Amerikaner vor Iran (23 Prozent). Der Irak belegt den vierten Platz. Sowohl in den USA als auch in Europa sehen ihn etwa 10 Prozent der Bevölkerung als Gefahr für die allgemeine Sicherheit. Auf dem fünften Platz ist Nordkorea, dem vor allem die Amerikaner (25 Prozent) mit Skepsis begegnen.
Der russische Abrüstungsexperte und Leiter des Zentrums für internationale Sicherheit am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen, Alexej Arbatow, betont, dass der Hauptgrund für die Angst vor Nordkorea darin liege, dass es das einzige Land sei, dessen militärisches Atomprogramm ausschließlich gegen die USA gerichtet sei.
Russland, das den sechsten Platz im Rating belegt, fürchten acht Prozent der Deutschen, sechs Prozent der Briten, fünf Prozent der Franzosen und Italiener, drei Prozent der Amerikaner und zwei Prozent der Spanier.
Fjodorow äußert, dass sich eine Reihe von Skandalen, darunter der rätselhafte Tod des Ex-FSB-Offiziers Alexander Litwinenko sowie die scharfe Polemik zwischen Russland und den USA, negativ auf das russische Image ausgewirkt hätten.
Ivan Safrantchuk vom Washingtoner Institut für Weltsicherheit betont, dass vor allem diejenigen Länder bedrohlich erscheinen würden, die eine hyperaktive Außenpolitik betreiben.
