Российская Федерация

Über Beschattungen und Mordpläne …

Veröffentlicht in China, Die ehemalige Sowjetunion, Russland, USA by Heribert Schindler am Juni 26th, 2007

In dieser Woche gibt die CIA insgesamt 11 700 Seiten Geheimunterlagen aus der Zeit ab 1953 zur Veröffentlichung frei.

Wie CIA-Vertreter George Little der RIA Novosti bestätigt hat, werden die Geheimdokumente im Internet zugänglich sein.

Die so genannten Dokumente CAESAR/POLO/ESAU betreffen ihm zufolge die Analyse der sowjetischen und chinesischen Innenpolitik in den Jahren 1953 bis 1973 sowie der bilateralen Beziehungen zwischen Moskau und Peking in dieser Periode. Der zweite Komplex über die so genannten familiären Glanzstücke umfassen Informationen über die Tätigkeit der CIA in den 60er und 70er Jahren in den USA.

Die Unterlagen über die UdSSR und China sowie über Aufklärungsdaten zu den Militärprogrammen des Warschauer Vertrages, darunter über das amerikanische Spionageflugzeug A-12, werden auf Antrag des Nationalen Sicherheitsarchivs der George Washington Universität gemäß dem Gesetz über Informationsfreiheit freigegeben.

„Wir denken, dass es an der Zeit ist, die Geheimhaltung aufzuheben“, sagte Little. Auf die Frage von RIA Novosti, ob sich aus der Veröffentlichung Folgen für die Beziehungen der USA mit Russland und China ergeben könnten, sagte er, er wolle nicht spekulieren, doch lägen die Ereignisse schon recht lange zurück. „Das sind historische Dokumente, die Ereignisse von vor drei Jahrzehnten beleuchten. Über ihren Einfluss auf die Beziehungen der Gegenwart sollte nicht spekuliert werden“, stellte der Gesprächspartner der RIA Novosti fest.

Was die Informationen über die Tätigkeit der CIA in den USA angeht, versprechen sie Aufschlüsse über Geheimdienstmethoden der Vergangenheit und Gegenwart. Vor dreißig Jahren schnüffelte die CIA widerrechtlich Journalisten und Dissidenten aus. Außerdem entwarf sie Pläne zur Ermordung unliebsamer Politiker im Ausland.

Erst im vorigen Jahr waren die durch die CIA nach dem 11. September 2001 eingerichteten Geheimgefängnisse und die Programme zur Verfolgung von Kriegsgegnern enthüllt worden. Die nun zur Veröffentlichung freigegebenen 693 Seiten betreffen „Abhörprotokolle von Journalisten, Entführungen, illegale Wohnungsdurchsuchungen und Mordpläne“, die schon in den 70er Jahren Anlass zu Untersuchungen gegen die CIA gegeben hatten, stellt das Nationale Sicherheitsarchiv in einem Kommentar zur Freigabe der Dokumente fest.

Es heißt darin unter anderem auch, dass die CIA ein elektronisches Telefonabhörgerät getestet, 9900 amerikanische Kriegsgegner verfolgt und gefälschte Dokumente benutzt hat.

Auch wenn ein Teil der Fakten seit langem bekannt ist, ist das nun freigegebene Dokument laut dem Chef des Sicherheitsarchivs, Tom Blanton, 1975 von Juristen des Justizministeriums erarbeitet worden und bisher unbekannt gewesen. 

 CIA-Chef Michael Hayden rechtfertigte die Behörde, dass die Dokumente zur „Geschichte der CIA“ gehören. „Die Unterlagen vermitteln Einblicke in eine andere Zeit und in eine andere Behörde“, sagte er. Einen Vergleich mit den Methoden, die nach dem 11. September 2001 zur Anwendung gekommen sind, bezeichnete er als „unbedacht“.

RIA Novosti, WASHINGTON, 25. Juni 07