“Scorpion Down” - das Buch
Nach vermeintlich 25-jähriger Recherche erscheint nun das Buch “Scorpion Down” des amerikanischen Authors Ed Offley . Die “Scorpion” (USS Scorpion - SSN 589), ein nukleargetriebenes Angriffs-Uboot der “Skipjack-Klasse” der US-NAVY, sank am 27. Mai 1968 ca. 400 (nautische) Meilen - 720 Km - südwestlich der Azoren.
“Von den Sowjets versenkt, vom Pentagon begraben” lautet nun die Kernaussage Offleys, dies obwohl seit der Veröffentlichung des ersten Untersuchungsberichtes der US-NAVY im Jahre 1969 technische Gründe, die zum Verlust des Bootes führten, als die wahrscheinlichste Ursache angesehen werden.
Im Jahre 1993, als die US-Regierung den gesamten Bericht des Jahres 1969 freigab, wurde ersichtlich, dass für die Ermittlungskommission ein Torpedounfall am wahrscheinlichsten war. Dieser Annahme widersprach jedoch das “Kommando für Waffentechnik” der US-NAVY, dessen Ansicht nach Torpedoexplosionen innerhalb eines U-Bootes “unmöglich” seien.
Dennoch gilt in Marinekreisen ein eventueller “Hot Run”, der unbeabsichtigte Start der Antriebseinheit eines Torpedos innerhalb des Bootes, als durchaus wahrscheinlich.
Ein solcher unbeabsichtigter Start kann aus unterschiedlichen Gründen erfolgen, so z.B. bei der “Diagnose” des Torpedos, bei der die Waffe routinemäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit “getestet” wird und das Diagnosegerät irrtümlich einen “Startbefehl” an die Waffe abgibt. Die Antriebseinheit wird dadurch in betrieb gesetzt und die Schrauben des Torpedos drehen sich bereits im Torpedorohr, nicht erst nach dem Ausstoss der Waffe (mittels Pressluft). Der Torpedo kann dadurch “heiss laufen” und den Gefechtskopf im Torpedorohr zünden.
Da die “Waffentechnik” der US-NAVY jedoch für ausgeschlossen hält das ein Torpedo im Rohr explodieren kann, wird alternativ angenommen, dass ein Torpedo, nach einem unbeabsichtigten Start des Antriebes, ausgestoßen wurde und dann, trotz diverser Sicherheitsvorkehrungen, sein eigenes Boot angegriffen und versenkt haben könnte.
Eine weitere Möglichkeit, neben dem “Hot Run”, ist ein Feuer in einer Torpedobatterie. Diese Theorie beruht auf Tests einer Batterie, die explodierte nachdem sich die Chemikalien (Elektrolyte) durch eine beschädigte Membran mischten, was zu Hitzeentwicklung und schließlich einem Brand führte.
Gerade vor dem Hintergrund der regelmäßigen aufgetretenen Vibrationen an Bord der Scorpion wird dies als wahrscheinlichste Unfallursache angesehen, da auch die “Vibrationstests” an der Batterie den Riss der Membran verursacht hatten. Und dieser vibrationsanfällige Batterietyp war in den Torpedos der “Scorpion” verbaut.
Amerikaner wären aber keine Amerikaner wenn es nicht auch die passende “Verschwörungstheorie” gäbe … oder aber einen konspirativ verschleierten “heimtückischen Angriff des Feindes”.
Einen weiteren Grund für eine mögliche Versenkung der Scorpion sehen “Konspirationstheoretiker” im zwei Monate vor dem Verlust der “Scorpion” geschehenen Unfall an Bord des sowjetischen U-Bootes der “Golf-Klasse” (K-129) im Pazifik.
Hier kursierten Gerüchte, wonach die “K-129″ von U-Booten der US-Marine versenkt worden sei. Hartnäckig hält sich daher die “Theorie”, dass im Gegenzug die “Scorpion” , aus Rache, von den Sowjets versenkt worden sein könnte.
Genau dieser “Theorie” widmet Offley nun sein Buch. In Wahrheit sei die “Scorpion” von einem sowjetischen Atom-U-Boot der Echo-2-Klasse versenkt worden, das nach kurzem Kampf die “Scorpion” torpediert habe, so Offley.
Die Mannschaft der “Scorpion” sei im heldenhaften Kampf gegen die Sowjets gefallen, behauptet Offley. Er wirft der Johnson-Regierung die Verheimlichung der wahren Ursachen für den Verlust des Bootes vor.
Dies passt politisch in die gegenwärtige Welt der “Neo-Cons”. Die perfiden und hinterhältigen Sowjets, und deren verbrecherischer Kommunismus, sind für den “Heldentod” der “Scorpion” verantwortlich. Weitere 99 Namen müssen dem “Denkmal der Opfer des Kommunismus” hinzu gefügt werden.
Auch die Demokraten können abgewatscht werden, war doch Lyndon B. Johnson nicht nur der 36. Präsident der USA sondern obendrein auch noch Demokrat. Und Demokraten sind in der Sicht der “Neo-Cons” perfide “Dolchstoßer”, die nichts lieber tun als der “kämpfenden Truppe” in den Rücken zu fallen. Sind es nicht auch heute die “Demokraten”, die “Linken”, die der “Truppe” in den Rücken fallen indem sie auf einen “Rückzug” aus dem Irak drängen ? Diese Vaterlandsveräter ! Diese Kommunistenfreunde ! Pfui Teufel !
Der Verlag schreibt über das Buch:
In Scorpion Down , Ed Offley tells the true story of the USS Scorpion for the first time. In exhilarating narrative, he tells the dramatic story of a secret battle that could have brought about WWIII, and conclusively demonstrates that the Navy’s official story about the Scorpion incident—from the frantic open-ocean hunt for the wreckage to a Court of Inquiry’s final conclusions—is nothing more than a carefully-constructed series of lies.
Übersetzung: In “Scorpion Down” erzählt Ed Offley die wahre Geschichte der USS Scorpion zum ersten Mal. Im enthüllenden Bericht erzählt er von der dramatischen Geschichte, von einem heimlichen Kampf, der den dritten Weltkrieg verursacht haben könnte, und demonstriert abschließend, dass die offizielle Geschichte der Marine über den “Scorpion-Vorfall” - von der wilden Wrackteil-Jagd auf dem offenen Ozean , bis zu dem Endergebniss der Untersuchungskommission - nichts anderes als eine sorgfältig gebaute Reihe von Lügen ist.
For decades, the real story of the disaster has eluded journalists, historians, and family members of the lost crew. But, as military reporter Ed Offley reveals, a handful of Navy and government officials knew the truth: the sinking of the USS Scorpion wasn’t an accident—it was an act of war.
Übersetzung: Seit Jahrzehnten hat sich die wahre Geschichte der Katastrophe Journalisten, Historikern, und Familienmitgliedern der verlorenen Mannschaft entzogen. Aber, wie der militärische Reporter Ed Offley offenbart, wusste eine Hand voll Marineangehörigen und Staatsangestellten die Wahrheit: Die Versenkung der USS Scorpion war kein Unfall - es war eine Kriegshandlung.
Was lernen wir aus Offleys Werk ? “Mit seiner atemberaubenden Arbeit und seinem recherchierenden Journalismus” (O-Ton des Verlages) offenbart Ed Offley, dass die US-amerikanische Marine vom allerersten Augenblick wusste, dass die “Scorpion” durch die Sowjets versenkt wurde. Schon bevor die “Scorpion” offiziell als vermisst gemeldet wurde, haben ranghohe Marinebeamte eine wohl durchdachte “Täusch-Und-Tarn-Aktion” begonnen, um die wahre Geschichte des Kampfes mit den Sowjets zu unterdrücken. Die Marine hat die Wahrheit vor der breiten Öffentlichkeit, und den Familien der Seeleute, fast vier Jahrzehnte lang verborgen:
Alle neunundneunzig amerikanischen Matrosen an Bord des Skorpions starben im Kampf gegen die Sowjets (sprich: Russen) und gaben ihr Leben für Freiheit und Demokratie. So wie die heutige US-Regierung keine Opfer scheut, um Freiheit und Demokratie nach Russland zu bringen. Der Dank des Vaterlandes ist ihnen gewiss.
De omnibus dubitandum, besonders bei “Heldengeschichten” aus dem “Kalten Krieg”.
