Российская Федерация

29 07 07

Власть : Die Macht des Kleinen Mannes

Gespeichert unter: Russland — Heribert Schindler @ 20:17

Okay, nun mal ohne Propaganda und “spin” … was bedeutet “Власть” (Macht) nun wirklich. Spindoktor Jürg “Krusenstern” Vollmer kupfert da etwas von der “Welt” ab und verkauft es als Wahrheit à la Krusenstern.

Der Begriff “власть”, in der wahren Bedeutung des Wortes, hat eigentlich, so wie es im Wörterbuch steht, keinerlei “mystische” Bedeutung. Er steht für Staatsmacht / Staatsgewalt (государственная власть), Behörden (таможенные власти — Zollbehörden) oder einfach für Selbstbeherrschung (власть над самим собой).

Oder aber, wie im Falle von Jürg, für “во власти предрассудков” … im Bann der Vorurteile.

“Gefühlt” hat “власть” nichts mythisches oder mystisches an sich. Ganz im Gegenteil. “власть” ist eher lästig, ist sie doch das, was man landläufig “die Macht des kleinen Mannes” nennt.

Der frustrierte und unterbezahlte Busfahrer, der die Fahrgäste an der Haltestelle im strömenden Regen stehen lässt und (macht)bewusst demonstrativ die Zeitung aufschlägt … man(n) hat schließlich Pause … der hat “власть” … denn nirgends steht geschrieben, dass er die Fahrgäste während seiner Pause in den Bus lassen muss.

Die Macht der Entscheidung, ob die Fahrgäste nass werden oder trocken im Bus sitzen, bedeutet “власть” … die Macht des kleinen Mannes.

Jeder von uns hat die Auswirkungen von “власть” schon selbst einmal erlebt. Nicht nur in Russland gibt es sie, in Deutschland, in der Schweiz (vielleicht gerade da), … überall … .

Überall dort, wo es “kleine Männer” (oder “kleine Frauen”) gibt, da gibt es “власть”. Man umgibt sich mit der “Aura der Macht” wo man eigentlich machtlos und unbedeutend ist.

Wenn der Dorftrottel plötzlich zum “Parkinspektor” ernannt wird, dann bekommt er “власть”. Wer führt seinen Hund ohne Leine gassi ? Wer latscht über den Rasen ? Anhalten … aufschreiben … “власть”.

Der Opa / die Oma, vereinsamt im Fensterrahmen liegend und Falschparker aufschreibend, hat “власть”. Und der umgeschulte schweizer Förster, mit seinem “monothematischen Russland-Fachblog” glaubt auch “власть” zu haben. Aber Glauben hat nichts mit Wissen zu tun.

28 07 07

Golowko: Der “Krusenstern - Watchblog”

Gespeichert unter: Die Blogosphäre — Heribert Schindler @ 20:28

Die Blogosphäre ist um einen Blog reicher. Seit dem 25. Juli 2007 unterhält ein bisher anonymer Blogger, unter dem Pseudonym “Admiral Golowko”, einen Blog der sich als Watchblog versteht.

Kurz erklärt, ein Watchblog unterscheidet sich von anderen Blogs dadurch, dass es bestimmte Firmen, Organisationen, Themen oder andere Weblogs kritisch beobachtet. Das bekannteste deutschsprachige Watchblog ist das Bildblog, das die Bildzeitung kritisiert.

Bei “Admiral Golowko” lassen weder Name noch Motto Fragen offen …

Wo Jürg zu Krusenstern wird- da wird Golowko zur Pflicht!! Dieser Blog beschäftigt sich mit dem Wirken des Autors des Weblogs “Krusenstern.ch”. Wir sind unausgewogen, subjektiv- und nur dem Eid der roten U-Boot Flotte verpflichtet!

Vorab ein paar Worte an meinen treuesten “Nichtleser”, den Jürg “Krusenstern” Vollmer, aus der Frobühlstrasse 6 zu Zürich … 

Also Jürg, mal’ gaaanz ehrlich !!! Ich bin nicht “Admiral Golowko” , ich bins wirklich nicht !!!

Du kannst also ganz beruhigt die Papiertüte vom Munde nehmen, die Hyperventilation einstellen und deinem Anwalt eine Pause gönnen. Diesen Kritiker musst du woanders suchen, nicht bei mir. Schade eigentlich, die Idee hätte tatsächlich von mir sein können, wo ich doch weiss, dass ich dein “Lieblingstroll” bin. :-P

Schriebst du doch unlängst einem deiner zahlreichen Kritker, per Kommentar, ins Brevier…

Die Diskussion ist damit abgeschlossen. Wenn Du nicht einmal zu Deinem Namen stehst und eine falsche E-Mail-Adresse angibst, gehörst Du ins Reich der Trolle. Und das ist nicht meine Welt. Ich habe dort schon einen Heribert Schindler, das genügt.

Tja, lieber Jürg, lesenswert ist “Admiral Golowko” allemal … und gut zu kennen scheint er dich auch.

Darum zurück zum “Krusenstern Watchblog”

Der erste Artikel des “Admiral Golowko” trifft den “Alpen-Admiral” (so “Krusensterns” inoffizieller Spitzname) wohl bereits tief ins Mark. Wie alles begann … .

Obwohl ich “Admiral Golowko” (vermutlich) nicht kenne, unterschreiben kann ich seine Charakterisierung des “Alpen-Admiral” voll und ganz. Treffend wird “Krusenstern” wie folgt beschrieben …

… exzessive Selbstdarstellung und permanente Wichtigtuerei … Kurz gesagt: aufgeblasenes Geschwätz eines Menschen der ganz offensichtlich im Leben mit so manchem zu kurz gekommen war und es nun eben “nötig hatte”.

und

Und es zeigte sich nun ebenfalls seine totale Unfähigkeit mit Kritik umzugehen … ihm nicht genehme Beiträge ignorieren, andere ins lächerliche ziehen, das konnte er, aber zu einer offenen, auch konfrontativen Auseinandersetzung mit Leuten die ihm rhetorisch gewachsen sind- dazu war er zu keinem Zeitpunkt bereit, damals genausowenig wie heute …

Treffender kann man es nicht auf den Punkt bringen. Lesenswert ist auch die altbekannte Methodik mit “Konkurrenten” zu verfahren …

Die Reaktion von Jürg bestand darin, dass er den Admin dieses Boards aufforderte diese Beiträge zu löschen, er begründete diese Forderung unter anderem damit dass er “Drohanrufe” erhalten würde- viele Indizien sprechen dafür dass er hier nicht die Wahrheit sagte, sondern vielmehr diese angeblichen Anrufe als Druckmittel benutzte um eine möglichst schnelle Löschung der ihm unangenehmen Beiträge zu erreichen.

Des öfteren habe ich auch feststellen dürfen, dass von mir auf “Krusenstern” verfasste Kommentare sinnentstellend “moderiert” und “veröffentlicht” wurden. Im Klartext heißt dies nichts anderes als : sie wurden manipuliert. (Nachlesbar im “Wort zum Sonntag”.)

Beste “Krusenstern-Tradition”, wie “Admiral Golowko” nun bestätigt.

Den abschließenden Worten im ersten Beitrag des “Admiral Golowko” kann ich nur beipflichten …

Auch vor diesem Hintergrund ist die im April 2006 erfolgte Gründung seines “Krusenstern” Weblogs zu sehen, nun endlich konnte er schalten und walten wie es ihm beliebte, war er doch jetzt der alleinige Steuermann seines Blog-Schiffchens…

Es scheint einen roten Faden im Leben des Jürg Vollmer zu geben … seine Online-Präsenz, egal ob in Foren oder Blogs, führt regelmäßig zu Streit und Konflikt mit anderen. Und stets sind “die Anderen” schuld. Darüber sollte man in der Frobühlstrasse 6 zu Zürich mal intensiv nachdenken.

Dem “Admiral Golowko” wünsche ich viel Erfolg mit seinem Watchblog. Meine Aufmerksamkeit ist ihm gewiss.

27 07 07

Russische Problemlösungsstrategie … “KISS” … Keep it Small and Simple

Gespeichert unter: Humor, Russland, USA — Heribert Schindler @ 11:50

Die amerikanische Weltraumbehörde NASA wird derzeit von Skandalen kräftig durchgeschüttelt.

Zuerst flippt eine Astronautin aus …

Der Fall hatte international Aufsehen erregt, weil die  Nasa-Astronautin Lisa Nowak ihrer “Rivalin” und Kollegin Colleen Shipman auf dem Flughafen von Orlando aufgelauert hatte. Die 44-jährige Astronautin war in einem Wahn von Eifersucht mit dem Auto rund 1500 Kilometer von Houston nach Orlando gerast, um Shipman aus dem Weg zu räumen. Sie benutzte Windeln, um keine Pausen machen zu müssen - ähnlich wie es Astronauten bei langen Flügen tun.

Grund: Eine (vermutliche) Dreiecksbeziehung zwischen der verheirateten Nowak, Shipman und dem Shuttlepiloten William Oefelein.

In einem Parkhaus des Flughafens von Orlando überfiel sie schließlich ihre Rivalin. Shipman, Hauptmann bei der US-Armee, gelang es gerade noch, mit ihrem Wagen aus dem Parkhaus des Flughafens zu flüchten und Hilfe zu holen. Nowak, Mutter von drei Kindern, muss sich jetzt unter anderem wegen versuchten Kidnappings “mit dem Vorsatz des Zufügens körperlichen Schadens” vor Gericht verantworten (mehr…).

Jetzt wurde bekannt …

Wiederholt starteten US-Astonauten besoffen ins All (Quelle)

und …

Ein Shuttle, die “Endeavour”, wurde zum Ziel eines Sabotageaktes (Quelle: ebenda). An einer Netzwerk-Box war manipuliert worden, die Hardware sei absichtlich beschädigt worden, so eine Sprecherin der NASA.

Probleme über Probleme …

Da wundert es einen, dass das russische Gegenstück zur NASA, die Raumfahrtbehörde Roskosmos (Роскосмос), seit Jahren unfall- und (vor allem) skandalfrei ihrer Arbeit nachgeht. Ob es wohl an einer besonderen russischen Problemlösungsstrategie liegt ?

“Kiss” … keep it small and simple … halte Dinge klein und simple. Substanz über Ego. Die Amerikaner können sicherlich von den Russen noch eine Menge lernen. ;-)

Hier fällt mir spontan mein (immer noch) liebster Werbespot ein …

Der 40-sekündige Film stellt einen High-Tech-Kugelschreiber einem ganz gewöhnlichen Bleistift gegenüber.

Der Kommentar zum Kugelschreiber: “Vor dem ersten bemannten Flug in den Weltraum entwickelte die NASA einen Kugelschreiber, der in der Schwerelosigkeit schreiben kann, ohne daß Tinte ausläuft. Die Entwicklungskosten betrugen zwölf Millionen Dollar.”

Der Kommentar zum Bleistift: “So lösten die Russen das Problem.”

Es folgt der Claim: “Substanz entscheidet. Handelsblatt.”

Die kreative Idee, der lakonische Witz und die bestechend einfache Umsetzung überzeugten eine Jury derart, daß sie den Film vor einigen Jahren einstimmig zum “Werbespot des Jahres” wählte.

Ehre wem Ehre gebührt …

Agentur: BBDO Germany
Kreation: Bill Marbach, Heike Fuhs
Beratung: Oliver Bargfeld, Florian Schindler, Heike Becker, Sabrina Steinmetzer
Produktion: Renè Küpper
Creative Planning: Stefan Gräfe, Ralph Hüsgen

25 07 07

Verirrung oder Attentatsversuch ?

Gespeichert unter: Humor, Russland — Heribert Schindler @ 15:08

Auf der Insel Sachalin, im Fernen Osten Russlands, ist erstmals ein Weißer Hai, der sonst tropische Gewässer bewohnt, gefangen worden. Das Tier mit einer Länge von 4,7 Metern und einem Gewicht von etwa einer Tonne hatte sich in Fischernetzen verfangen. Badegäste auf Sachalin wurden gewarnt.

Der Weiße Hai stammte nach Auskunft des Fischereiinstitutes der Insel Sachalin vermutlich aus den südlichen Teilen des Japanischen Meeres. Vermutlich war das Tier mit warmen Meeresströmungen bei der Verfolgung eines Lachsschwarmes schließlich an die Küste Sachalins geraten.

Da die Küstenregion, in der der Weiße Hai gefangen wurde, von Badegästen und Touristen rege genutzt wird, wurde von den Behörden eine Haiwarnung ausgegeben, berichtet die Agentur Itar-Tass.

Weiße Haie erreichen eine stattliche Länge von bis zu 12 Metern. An den Küsten Sachalins im Bereich der Tatarenbucht wurden kürzlich bereits schon andere Bewohner tropischer Meere gefunden. Einige Exemplare von Goldmakrelen (Coryphaena hippurus) mit einer Länge von 80 Zentimetern waren in Fischernetze geraten.

Auf Sachalin findet sich auch eine “Kolonie” britischer “ExPats”, also britischer Staatsbürger die, obwohl sie Russland eigentlich nicht sonderlich mögen, dort ihr Geld verdienen. “Pekunia Non Olet”, wie der Lateiner sagen würde, Geld stinkt nicht.

Bisher war keiner dieser “ExPats” zu einer Stellungnahme bereit, informierte Kreise befürchten jedoch, dass das Erscheinen des Hais zu weiteren diplomatischen Verwicklungen zwischen London und Moskau führen wird. Den “perfiden Russen” ist alles zuzutrauen, sogar der Einsatz eines dressierten Carcharodon Carcharias, so lautet der wissenschaftliche Name des “Weißen Hais”, mit der Zielsetzung die auf Sachalin ansässigen Briten zu fressen.

Bekannt ist, dass die “Черноморский Флот”, die russische Schwarzmeerflotte, ehemals dressierte Delphine zur Abwehr feindlicher Kampfschwimmer im Schwarzen Meer einsetzte. Warum sollte daher die “Тихоокеанский Флот”, die russische Pazifikflotte, keine dressierten Haie einsetzten ? ;-)

Anmerkung: Inspiriert wurde dieser Eintrag durch ähnliche Artikel bei “Russland-Aktuell” und “ITAR-TASS”, sowie durch meine ausgeprägte Sympathie für britische “Ex-Pats”. Honni soit qui mal y pense. Ein Schelm sei wer schlechtes dabei denkt . :-)

23 07 07

Prof. Wolfgang Seiffert: Doppelte Moral

Gespeichert unter: Deutschland, Die Europäische Union, Groß Britannien, Russland, USA — Heribert Schindler @ 13:18

Folgender Gastkommentar von Prof. Wolfgang Seiffert, Hamburg, ist am heutigen Tage auf Russland-Aktuell erschienen. Professor Seiffert, Jahrgang 1926, war bis zum Jahre 1978 Professor für Internationales Wirtschaftsrecht und Völkerrecht in Ost-Berlin. Er siedelte dann in die Bundesrepublik über und arbeitete bis 1994 am Institut für Osteuropäisches Recht der Universität Kiel. Seit seiner Ermitierung lehrt er in Moskau Russisches und Europäisches Recht.

Putin beklagt immer wieder, dass der Westen mit zweierlei Maß messe, wenn es um Russland geht. Tatsächlich werden Rechtsnormen sehr verschieden genutzt. So auch im “Fall Litwinenko”.

London wirft Moskau bekanntlich vor, dass Russland sich weigert, den von den britischen Justizbehörden des Mordes verdächtigten russischen Staatsbürger Lugowoi nach Großbritannien auszuliefern und reagierte auf die Nicht-Auslieferung mit der Ausweisung von vier russischen Diplomaten.

Zahlreiche Medien in England wie in Deutschland nennen die Reaktionen Russlands darauf eine “Drohung Moskaus” und erklären sie für “ungerechtfertigt“ (Brown). Doch allgemein ist bekannt, dass die meisten Staaten die Auslieferung eines eigenen Staatsangehörigen an einen anderen Staat verfassungsrechtlich untersagen.

Auch das deutsche Grundgesetz verbietet Auslieferung. So heißt es z.B. in Artikel 16 des deutschen “Grundgesetzes: ” Kein Deutscher darf an das Ausland ausgeliefert werden”.

Ähnlich schreibt Artikel 61 der russischen Verfassung vor: “Ein Bürger der Russischen Föderation darf nicht aus der Russischen Föderation ausgewiesen oder an einen anderen Staat ausgeliefert werden”.

Ebenso liefert Großbritannien keinen “Citizen” an einen anderen Staat aus. Von dem russischen Staat verlangen die britischen Behörden aber den Bruch seiner Verfassung.

Anders im Fall der 13 CIA-Agenten, gegen die das Amtsgericht München Haftbefehl erlassen hat. Das deutsche Justizministerium bestätigte in diesem Fall, dass nach dem mit den USA bestehenden Rechtshilfeabkommen eine Auslieferung möglich, “aber nicht zwingend” ist. Die USA verweigern Auslieferung von CIA-Agenten – Berlin schweigt.

Die USA-Behörden verweigerten denn auch eine Zusammenarbeit mit den deutschen Ermittlern. Die Bundesregierung hat Bedenken, von den USA eine Auslieferung zu verlangen. Viele deutsche Medien meinen im Fall der CIA-Agenten, das sei eben die Rechtslage.

Die Weigerung Russlands, einen russischen Staatsangehörigen auszuliefern, aber nennen sie “Putins Rückfall” in den “kalten Krieg” (FAZ 18.Juli 2007).

Wird Bundeskanzlerin Merkel, wenn sie Ende diese Monats nach Sotschi zu Putin reist , weiter so mit zweierlei Maß messen ?

(Die Deutsche Botschaft in Moskau verteilt übrigens das deutsche Grundgesetz in russischer Sprache einschließlich des Artikels 16).

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