60 Jahre AK-47
RIA Novosti, MOSKAU, 05. Juli 07
Die russische Konstrukteurslegende Michail Kalaschnikow wird das mittlerweile als historisch geltende erste Modell der AK-47 persönlich bei den Veranstaltungen zum 60-jährigen Jubiläum in Moskau vorführen.
Die Maschinenpistole wird aus Sankt Petersburg eigens zu den Jubiläumsveranstaltungen nach Moskau gebracht, teilte der Pressedienst des russischen Waffenexporteurs Rosoboronexport mit.
Die AK-47 ist die in der Welt am weitesten verbreitete Schusswaffe und gehört zum Waffenbestand der weltweit 50 Armeen. “Michail Kalaschinkow will das erste Modell persönlich demonstrieren. Sonst wird dieses im Museum für Militärgeschichte aufbewahrt”, teilte der Pressedienst mit.
Ihm zufolge werden die feierlichen Veranstaltungen zum 60-jährigen Jubiläum der AK und zum 200. Gründungstag der Schule für Schützenwaffen von Ischewsk am kommenden Freitag in Moskau, im russischen Militärmuseum stattfinden.
“Bei den Feierlichkeiten aus diesen beiden Anlässen wird die Ehrung des Chefkonstrukteurs der Schützenwaffen, Generalleutnant Michail Kalaschnikow, Verbandspräsident der russischen Waffenproduzenten und Berater des Generaldirektors von Rosoboronexport, stattfinden”, teilte der Pressedienst mit. Bei der Feier wird sich der legendäre Konstrukteur auch mit Veteranen, Militärangehörigen der Moskauer Garnison und Medienvertreter treffen.
Fachleute des Museums werden eine Führung durch die weitläufige Ausstellung mit leichten Schützenwaffen aus russischer Produktion veranstalten und die Besucher auch mit der einzigartigen Sammlung von Kalaschnikow-Waffen bekannt machen.
Die legendenumwobene AK-47 ist nicht nur ein Beispiel für das glänzende Know-how des vorigen Jahrhunderts, sondern verdeutlicht auch das Schaffen einer begabten Persönlichkeit. Es ist kein Zufall, dass Kalaschnikows Maschinenpistole neben dem Flugzeug der Brüder Wright und dem Ford-Wagen unter den drei wichtigsten Erfindungen des 20. Jahrhunderts ist, die das Leben der Menschheit von Grund auf verändert haben. Kalaschnikow arbeitete aktiv in den letzten zehn Jahren in der militärtechnischen Zusammenarbeit mit anderen Staaten. Im vergangenen Jahr besuchte Kalaschnikow neben anderen auch Venezuela und Kuba.
Vor kurzem sprach Kalaschnikow in einem Interview mit RIA Novosti die Probleme der illegalen Produktion seiner Maschinenpistole an. “Ich war 50 mal im Ausland, besuchte Waffenausstellungen. Jedesmal sehe ich meine Modelle, nehme sie in die Hände - aber die Handelsmarken sind entweder chinesisch oder bulgarisch, meinetwegen auch polnisch - nur nicht russisch.”
In letzter Zeit sei die Welt mit Imitationen seiner Maschinenpistole überschwemmt worden. Doch gebe es nach wie vor technische und qualitative Unterschiede zwischen dem Original und den Kopien, sagte Kalaschnikow. Es gebe derzeit keinen Staat außer Russland, der AKs mit guter Qualität legitim herstelle.
Dennoch bauen über zehn Länder “diese Waffe, bringen sie auf den Markt, überschwemmen ihn mit Nachahmungen, die ohne Einhaltung jeglicher technischer und juristischer Regeln produziert wurden”, kritisierte Kalaschnikow.
Rosoboronexport teilte RIA Novosti mit, dass die Produktion von gefälschten Waffen, die als “Kalaschnikow-MP” verkauft werden, sowohl dem Ruf der russischen Schützenwaffen auf dem Weltmarkt als auch den Wirtschaftsinteressen des Landes und des sie produzierenden Betriebes (Ischmasch) großen Schaden zufügen.
Laut Angaben von Rosoboronexport macht der Anteil imitierter Kalaschnikows über 80 Prozent auf dem Markt für Schützenwaffen aus, so dass Russland dabei jährlich bis zu zwei Milliarden Dollar verliert.
Ein Grund für die Ausbreitung der AK-Nachahmungen ist der geringere Preis gegenüber den von Ischmasch, die Rosoboronexport auf dem internationalen Markt verkauft. An der Lösung dieses Problems arbeiten derzeit Rosoboronexport, Ischmasch sowie eine eigens gebildete interministerielle Kommission.
