Kein Lugowoi-Prozess in Russland …
… weil London es nicht will. Die britische Staatsanwaltschaft weigert sich, das Beweismaterial im Todesfall Alexandr Litwinenko der russischen Seite zur Verfügung zu stellen, damit einem der Hauptverdächtigen, Andrej Lugowoi, in Russland der Prozess gemacht werden könnte.
Die britische Seite bestätigte erneut, dass Russland, unter Verweis auf die Verfassung, eine Auslieferung Lugowois offiziell ablehnt. Die Verfassung der Russischen Föderation verbietet die eine Übergabe eigener Staatsbürger an fremde Staaten.
Der russische Unternehmer Lugowoj betrachtet sich als unschuldig und sieht sich als Opfer einer Verschwörung. Er selbst sei durch das giftige Pollonium geschädigt worden mit dem Litwinenko “beseitigt” worden sei. Er sei also ebenfalls Opfer, nicht Täter.
Großbritanniens Generalstaatsanwaltschaft wies das russische Angebot, Lugowoj bei Vorlage ausreichender Beweise in Russland vor Gericht zu stellen, zurück. Einzig London sei der angemessene Ort für die Verhandlung des Falles.
Das britische Außenministerium bezeichnete die russische Antwort als „inakzeptabel“. Man will nun über eine „entschiedene Reaktion“ nachdenken.
In Russland wurde diese Reaktion wiederum als überzogen betrachtet. Das Gebahren des britischen Außenministeriums habe einen deutlichen antirussischen Unterton, so offizielle russische Kreise. London sei einfach nur beleidigt und reagiere nun in vertrauten und vorhersagbaren Verhaltensmustern.
Die britische Reaktion ist irritierend. Zum Einen spult London kontinuierlich den selben Text ab, Russland solle Menschenrechte und rechtsstaatliche Prinzipien einhalten, zu Anderen reagiert London “verschnupft” wenn Moskau sich auf die durchaus demokratische Verfassung der Russischen Föderation beruft und deren Einhaltung fordert.

Interessanterweise liefern die Briten Beresowski nicht aus (Obwohl er nach dem geltenden Recht der Russischen Föderation angeklagt ist bzw. russischer Staatsbürger ist).
Wenn die USA sich weigern ihre Soldaten dem internationalen Gerichtshof auszuliefern, dann wird es als selbsverständlich angesehen…
Na ja doppelte Standarts.
Tja, die angelsächsiche Welt … der Hort der Freiheit, Demokratie und Rechtstaatlichkeit.
Ich habe gerade das Buch von Paul Khlebnikov: Der Pate des Kreml durchgelesen, falls Sie das Mal in die Hände kriegen lesen Sie die Seiten 378-387 aufmerksam durch.
Vor Allem auf Seiten 378-381 werden einige Beziehungen klar (Stichwort Litvinenko)
Während der Regierung Primakows wurde zum ersten Mal sowohl in Russland, als auch in den USA gegen Beresowski ermittlet, es gelang ihm jedoch Primakow beim Jelzin zu diskredittieren und Primakow wurde entlassen…
Man beachte, dass dieses Buch in den Jahren 2000- 2001 geschrieben wurde (noch vor den Anschlägen auf WTC) und dass Khlebnikov 2004 ermordet wurde. Auch die Geschehnisse mit Litvinenko und Politkovskaja waren noch nicht passiert…
Also lest euch bitte die Seiten 378- 387 aufmerksam durch…
Ich werde jetzt eine Passage von den Seiten 373-374 hier zitieren:
Ich habe Khlebnikovs Buch (noch) nicht gelesen. Es steht aber auf meiner “Leseliste” und ich hoffe bald dazu zu kommen. Danke für den Hinweis.