Российская Федерация

Russische Problemlösungsstrategie … “KISS” … Keep it Small and Simple

Veröffentlicht in Humor, Russland, USA by Heribert Schindler am Juli 27th, 2007

Die amerikanische Weltraumbehörde NASA wird derzeit von Skandalen kräftig durchgeschüttelt.

Zuerst flippt eine Astronautin aus …

Der Fall hatte international Aufsehen erregt, weil die  Nasa-Astronautin Lisa Nowak ihrer “Rivalin” und Kollegin Colleen Shipman auf dem Flughafen von Orlando aufgelauert hatte. Die 44-jährige Astronautin war in einem Wahn von Eifersucht mit dem Auto rund 1500 Kilometer von Houston nach Orlando gerast, um Shipman aus dem Weg zu räumen. Sie benutzte Windeln, um keine Pausen machen zu müssen - ähnlich wie es Astronauten bei langen Flügen tun.

Grund: Eine (vermutliche) Dreiecksbeziehung zwischen der verheirateten Nowak, Shipman und dem Shuttlepiloten William Oefelein.

In einem Parkhaus des Flughafens von Orlando überfiel sie schließlich ihre Rivalin. Shipman, Hauptmann bei der US-Armee, gelang es gerade noch, mit ihrem Wagen aus dem Parkhaus des Flughafens zu flüchten und Hilfe zu holen. Nowak, Mutter von drei Kindern, muss sich jetzt unter anderem wegen versuchten Kidnappings “mit dem Vorsatz des Zufügens körperlichen Schadens” vor Gericht verantworten (mehr…).

Jetzt wurde bekannt …

Wiederholt starteten US-Astonauten besoffen ins All (Quelle)

und …

Ein Shuttle, die “Endeavour”, wurde zum Ziel eines Sabotageaktes (Quelle: ebenda). An einer Netzwerk-Box war manipuliert worden, die Hardware sei absichtlich beschädigt worden, so eine Sprecherin der NASA.

Probleme über Probleme …

Da wundert es einen, dass das russische Gegenstück zur NASA, die Raumfahrtbehörde Roskosmos (Роскосмос), seit Jahren unfall- und (vor allem) skandalfrei ihrer Arbeit nachgeht. Ob es wohl an einer besonderen russischen Problemlösungsstrategie liegt ?

“Kiss” … keep it small and simple … halte Dinge klein und simple. Substanz über Ego. Die Amerikaner können sicherlich von den Russen noch eine Menge lernen. ;-)

Hier fällt mir spontan mein (immer noch) liebster Werbespot ein …

Der 40-sekündige Film stellt einen High-Tech-Kugelschreiber einem ganz gewöhnlichen Bleistift gegenüber.

Der Kommentar zum Kugelschreiber: “Vor dem ersten bemannten Flug in den Weltraum entwickelte die NASA einen Kugelschreiber, der in der Schwerelosigkeit schreiben kann, ohne daß Tinte ausläuft. Die Entwicklungskosten betrugen zwölf Millionen Dollar.”

Der Kommentar zum Bleistift: “So lösten die Russen das Problem.”

Es folgt der Claim: “Substanz entscheidet. Handelsblatt.”

Die kreative Idee, der lakonische Witz und die bestechend einfache Umsetzung überzeugten eine Jury derart, daß sie den Film vor einigen Jahren einstimmig zum “Werbespot des Jahres” wählte.

Ehre wem Ehre gebührt …

Agentur: BBDO Germany
Kreation: Bill Marbach, Heike Fuhs
Beratung: Oliver Bargfeld, Florian Schindler, Heike Becker, Sabrina Steinmetzer
Produktion: Renè Küpper
Creative Planning: Stefan Gräfe, Ralph Hüsgen