Zwischen Sassnitz / Mukran und Baltijsk …
… verkehrt nun einmal wöchentlich die Eisenbahnfähre “Vilnius”. Das von einem deutsch-dänisch-russischem Joint Venture betriebene Schiff wird nun fahrplanmäßig, jeweils donnerstags um 16.00 Uhr, den deutschen Fährhafen Sassnitz / Mukran (Rügen) verlassen um nach 16-stündiger Fahrt den russischen Fährhafen Baltijsk (ehemals Pillau) in der Exklave Kaliningrad zu erreichen. Die planmäßige Ankunft wird freitags um 09:00 (Ortszeit) sein.
Die Rückreise erfolgt am gleichen Tag abends um 18.00 Uhr (Ortszeit), zurück in Richtung des östlichsten Tiefwasserhafens Deutschlands, wo die Fähre am Samstag um 10.00 Uhr festmacht.
Auf ihrer Fahrt kann die “Vilnius” jeweils 90 Waggons der russischen Breitspur oder 108 Lkw-Trailer laden, sowie 132 Passagiere befördern.
Der Seeweg umgeht den längeren und aufwendigeren Landweg via Polen und Weißrussland.
Sassnitz /Mukran (Frachtumschlag fünf Mio. Tonnen und 750.000 Passagiere pro Jahr), wirbt nicht nur mit seiner zentralen Verkehrslage an der Nordspitze Rügens, sondern vor allem als Spezialhafen für den kombinierten Eisenbahnfährverkehr: Die Gleis- und Umschlaganlagen ermöglichen das Verladen von kompletten Eisenbahnwaggons. Auch ist Mukran der einzige Hafen Mitteleuropas für Verkehre mit russischen Breitspurwaggons.
Auch Baltijsk, früher eine hermetisch abgeriegelte Militärstadt, wird als Fährhafen von der Dynamik des Ost-West-Warentransports über die Ostsee profitieren. Die künftige Rolle der Hafenstadt könnte die eines Umschlagplatzes und Verteilers für das russische Hinterland sein.
Ob auch politische Gründe bei der Umsetzung der Transportlösung ”Seeweg” eine Rolle spielten ist nicht (öffentlich) bekannt, aber durchaus wahrscheinlich. Es dürfte ähnlichen Erwägungen Rechnung getragen worden sein, wie sie auch bei der Entscheidung zum Bau der “Ostseepipeline” berücksichtigt wurden.
Die Pipeline, die zukünftig russisches Erdgas direkt von Russland (Viborg) nach Deutschland unter der Ostsee befördern wird, umgeht ebenfalls Polen und Weißrussland. Die Einsparung von Transitgebühren dürfte hier nur einer von mehreren Aspekten sein.
Ausführlich berichtet Russland-Aktuell über die neue Fährverbindung zwischen Sassnitz / Mukran und Baltijsk hier.



