Zugegeben, in letzten Tagen und Wochen war es hier ziemlich ruhig. Nicht das mir die Gedanken und die Themen ausgegangen wären, alleine die Zeit fehlte. Es gibt bestimmt auch Leute die sich über die hiesige Stille freu(t)en.
Weihnachten steht vor der Tür, die Geschenke wollen besorgt sein, besonders wenn da ein kleiner Sohn herum springt welcher ganz genaue Vorstellungen von seinem diesjährigen Weihnachtsgeschenk hat. Eine Schwebebahn soll es sein, inspiriert durch einen Wochenendausflug ins nahe Wuppertal.
Da stört es ihn wenig, dass der Hersteller seiner Holzeisenbahn die „Add-On Schwebebahn“ schon 2005 aus dem Programm genommen hat und nicht mehr anbietet. Da ist die Kreativität des Papas gefragt, der wird’s schon irgendwie auftreiben und die Sache richten. Hartnäckigkeit führt zum Erfolg, langes Telefonieren und intensives Mailen auch. Dann nur noch stundenlanges Gondeln mit Bus und Bahn, jetzt liegt das Paket bereit und wenigstens eine Kinderseele ist glücklich.
Der Schwager musste auch unbedingt 2007 noch unter die Haube, daher wurde am 01.12. Hochzeit gefeiert. Das Hochzeitsgeschenk war einfacher zu finden als die Schwebebahn, man wünschte sich eh nur einen kleinen finanziellen Beitrag zur Bewältigung der Kosten einer Feier mit 80 geladenen Gästen.
Schön war’s, obwohl man aus der Familie der Braut noch keinen kannte, auch die gemeinsamen Freude von Braut und Bräutigam noch nicht. Es liegt altersmäßig ja auch fast ein Jahrzehnt zwischen ihm und mir, zwischen ihm und seiner Schwester, meiner Frau, auch. Andere Interessen, andere Hobbys, andere Freunde. Aber das Essen war lecker, die Stimmung toll und der Abend lang. Egal, gestern am Morgen stiegen die Brautleute in den Flieger gen Wien und freuten sich auf die Flitterwochen im Fiaker, beim Heurigen oder bei „wasauchimmer“ … was man eben auf Hochzeitsreise in der österreichischen Hauptstadt so macht.
Meine gute Freundin, die Hochhaushex’ vom Blog „Plattenbauromantik“ , amüsiert sich zwar schelmisch über die „Weihnachtsmuffel“, man lese hierzu den gelungenen Artikel vom 2. Dezember, hat aber hoffentlich Verständnis für leidgeprüfte Väter von 4-jährigen Nachzüglern die unter Klaustrophobie leiden. Die Väter, wohlgemerkt, nicht die Nachzügler. Dem Nachzügler war nur die omnipräsente Weihnachtsmusik zu laut und die Temperatur, trotz Winterkleidung, zu niedrig.
Besonders nervig ist der Düsseldorfer Weihnachtsmarkt wenn er, wie alljährlich üblich, mit Busladungen glühweinseeliger Niederländer überschwemmt wird, die einheitlich „Weihnachtsmannmützen“ mit rot blinkenden Herzen, statt Bommeln, auf dem Kopf tragen und laut holländische Weihnachtslieder grölen. Eine Büffelherde ist da nix dagegen, auch wenn sie mit fünfzig Büffeln nebeneinander, und hunderten Reihen hintereinander, auf einen zu gestürmt kommt. Da war die ukrainische Weihnachtskombo mit Balalaika zwar wirklich eine angenehme Abwechslung, die hat weder falsch gesungen noch falsche Töne von sich gegeben, aber so ein Chaos braucht nun wirklich kein Mensch. Und einen Weihnachtskalender brauche ich schon lange nicht mehr. Sorry Hexchen.
Egal, das Einzige auf was ich mich jedenfalls aufrichtig freue ist der Weihnachtstruthahn am „Heiligen Abend“. An dem kann ich, mit Tranchiermesser und Fleischgabel bewaffnet, meine Frustrationen ablassen und ihn massakrieren. Den Weihnachtsbaum, den mein Freund Jörg aus Thüringen so schön als „Jubelpflanze“ betitelt, gibt es auch nur dem Kurzen zuliebe.
Es ist der Selbe wie im letzten Jahr, auch der letzten 10 Jahre davor, und liegt noch gut verpackt im Keller.
Oh Plastikbaum, oh Plastikbaum, wie chemiegrün sind Deine Plastikblätter.“
Dennoch, wohlgemerkt, „der Selbe“ bezieht sich auf den künstlichen Weihnachtsbaum, nicht auf meinen jüngsten Sohn. Man muss ja heutzutage vorsichtig schreiben, sonst kommt wieder der „un-uniformierte Uninformierte“ vorbei, der dessen „Bloggername“ sich vom „Adolf“ nur im zweiten Buchstaben unterscheidet, und bezichtigt mich, ob eines Tippfehlers oder einer unglücklichen Ausdrucksweise, wieder der Legasthenie, oder gar etwas Schlimmeren. Der hat seine Augen und Ohren zwar überall, man munkelt „wie damals“ als er anscheinend noch im Auftrag der Arbeiter- und Bauernmacht die Augen und Ohren offen hielt und berichtete was der Nachbar so sagte, oder welchen Radio- bzw. Fernsehsender er eingeschaltet hatte.
Nicht das mich dieser brandenburgische freiwillige Helfer der (aufgelösten) „Deutschen Volkspolizei“, oder war’s die Musik-Fach-Schule (kurz: MfS), stören würde, aber auf Dauer ist es schon lästig ihm ständig „Augen gerade aus !“ entgegen brüllen zu müssen, damit er guckt wohin er läuft. Es ist zwar seine Nase, die dann die braunen Flecken hat und im „Allerwertesten“ des Zürcher Flachbloggers steckt, sollte dieser ohne Vorankündigung abrupt stehen bleiben, aber ich bin schließlich Philanthrop. *
* Gilt nicht für zum „Journalisten“ mutierte „Seelenjäger“ aus der binationalen „Ich- Kaufe- Mir- Eine- Frau- Aus- Osteuropa- Und- Schreibe- Ein- Handbuch- Drüber- Szene“. Honi soit qui mal y pense.
Bevor ich es vergesse … die „Russlandwahl“ …
Erstklassige Artikel hierzu haben Jens Berger vom „Spiegelfechter“ und der unbekannte „Unbequeme“ geschrieben. Auch mein Kampfgefährte, der Admiral Golowko, hat lesenswertes geschrieben. Den Ausführungen dieser Drei ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
Vielleicht nur die Gedanken meiner Freunde Alexej und Sascha aus Russland. Alex freut sich, dass unter Putin die Rente seiner Eltern gestiegen ist und nun auch endlich pünktlich kommt. Allerdings ärgert er sich kolossal über die Berichterstattung im deutschen Fernsehen. Ja, Satellitenschüsseln gibt’s auch in Russland. Und man spricht Deutsch. Alex ärgerte sich, so berichtet er, als er an jeder Straßenecke in Moskau die „Sammeltrupps“ der so genannten „Opposition“ sah, wie sie Obdachlose und Babuschkas einsammelten, ihnen Dollarscheine und Plakate in die Hand drückten und zum „Marsch der Nichteinverstandenen“ schickten.
Sascha dient in der russischen Armee. Nach Jahren des Zerfalls und der Demoralisierung sieht Sascha „wieder Land“, es ist wieder Geld für die Armee da, der Sold wird voll und regelmäßig bezahlt. Die Ausrüstung wird erneuert, es sind wieder ausreichend Mittel für Ausbildung und Übungen da. Sascha meint, die Armee hätte ihre Würde zurück erlangt, der Suff und die Frustrationen der Jeltsin-Ära seinen Geschichte, auch wenn noch nicht alles so ist wie es sein sollte. Aber man gehe wieder gerne, und erhobenen Hauptes, zum Dienst.
Letztendlich gehört Russland den Russen, Gott sei Dank nicht den Amerikanern, und die Russen dürfen wählen wen sie wollen. Auch wenn es den hiesigen Politikern und „Russlandexperten“ nicht passt. Immerhin gingen von Russland, in den vergangenen 8 Jahren, keine desaströsen Angriffskriege aus, es wurden keine souveränen Staaten überfallen und ins Chaos gestürzt. Und über einen Wahlsieg entscheidet in Russland nicht der oberste Gerichtshof, bzw. dessen Richter, die zumindest teilweise noch vom Vater des „Präsidentschaftsgewinners“ eingesetzt wurden.
Vielleicht sollten diejenigen, die sich auf ihren „monothematischen Fachblogs“ so viel einbilden , mal den „Riverbend Blog“ auf Blogspot lesen. Ich habe gerade die Lektüre des Buches „Baghdad Burning“, die „Blog-Goes-Book“-Version des Riverbend Blogs, beendet. Darin wird von einer jungen säkularen Irakerin, studierten Informatikerin, berichtet wie das „Land der Freien, die Heimat der Tapferen“ Demokratie und Freiheit in ihre Heimat, den Irak, brachte. Da kann einem das Heulen kommen. Das ist kein „kleines Weblog-Handbuch“, das ist bittere Realität. Da kann mir auch der „USA Erklärt“ - Blog den Buckel rutschen. Wenn ich nicht bereits vorher gewusst hätte welches Land nicht für Freiheit und Demokratie eintritt, spätestens jetzt wüsste ich es. Und wenn aus diesem Land jetzt der lauteste Schrei, die lauteste Kritik an Russland kommt, dann kann ich nur noch müde lächeln. Auch ist mir jetzt klar, dass man an ein ganz bestimmtes Keyboard in Zürich auch einen dressierten Schimpansen setzen könnte, man müsste ihm nur erklären wo und wann er abschreiben soll.
Ich bin gerne Deutscher, bin stolz auf meine Heimat und meine Mitbürger, aus Ost und West, hätte aber auch nichts einzuwenden, hätte das Schicksal mich irgendwo in Russland das Licht der Welt erblicken lassen. Wäre ich Russe, ich wäre auch „Za Putina“, für Putin. Ich bin der Meinung, dass in Russland der Richtige für zwei Amtszeiten Präsident war … und nun auch weiterhin die Politik aktiv mitbestimmt. Einen trockenen Trinker aus USA, gefährlich und dumm wie Bohnenstroh, braucht die Welt viel weniger.
Lange Rede, kurzer Sinn … ich werde mich wahrscheinlich vor den „Festtagen“ nicht mehr hier zu Wort melden. Es sind ja nur noch knapp 2 ½ Wochen, „a bisserl Arbeit“ habe ich auch noch. Ich möchte vor den „Festtagen“ noch meinen Schreibtisch leer kriegen, etwas an meinem Parallelprojekt weiter arbeiten (Eingeweihte wissen Bescheid, Uneingeweihte dürfen gerne fragen), hier aber nicht darüber berichten.
Ich versuche auch beim Paul häufiger vorbei zu schauen, was ich übrigens jedem wärmstens ans Herz legen möchte. „Der Paul“ ist der Paul Becker aus Berlin, derjenige der den wirklich guten Blog „GUS-News“ betreibt, seit geraumer Zeit auch mit angehängtem Forum, und wirklich mehr Aufmerksamkeit und mehr Zuspruch, Sprich: Besuche, verdient.
Nun denn … allen die hier ‘reinschauen wünsche ich „Frohe Weihnachten“ und sage „bis die Tage“. Vor dem „neuen Jahr“ werde ich sicherlich noch etwas schreiben.

2 Kommentare
20 12 07 um 20:45
Du solltest mal Hans-Hermann Hoppe’s “Demokratie - der Gott, der keiner ist” lesen….
Wird Dir bestimmt gefallen. Ehrlich. Gibt’s auch im Englischen Original : “Democracy, the God that Failed”…
20 12 07 um 21:55
Danke für den Tipp ! Ich werde es auf meine “to read” - Liste setzen. Frohe Weihnachten !
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