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Schweizer Helden

Zu den Kommentaren

… oder … Napoleon und die Schweiz …

Krieg und Frieden“ … niemand bring es uns so (ab)schreibend schön und voller (geborgtem) Herzblut dar, wie unserer Schweizer Starblogger aus Zürich. Getreu der eidgenössischen Tradition … denn wie sprach schon General Merle, Kommandant der Schweizer Division, nach der Schlacht an der Beresina 1812 ?

Mutige Schweizer! Ihr habt gekämpft wie die Löwen! Jeder von Euch verdient das Kreuz der Ehrenlegion.“

Was war passiert … ? … Ein Exkurs in die glorreiche Geschichte …

Beginnen wir im späten 18. Jahrhundert ….

Die Schweiz, Ende des 18. Jahrhundert, gerät unter den Einfluss Frankreichs , kann sich nicht aus dem Krieg, der in Europa wütet, heraus halten. 1799 wird die Schweiz zu einem unfreiwilligen Schlachtfeld, als österreichische und russische Truppen versuchten, die Franzosen zu vertreiben. Die Präsenz der vielen ausländischen Soldaten in der Schweiz führte zu einer weiteren Verarmung des Landes und zur Bereicherung des Schweizer Genpools.

Die Helvetische Republik ist praktisch unregierbar, da das Parlament in ein föderalistisches und ein zentralistisches Lager gespalten ist. Resultat: Bürgerkrieg; Napoleon Bonaparte schaltet sich als “Mediator der Helvetischen Republik” ein.

Im März 1803 wird die Mediationsakte verabschiedet, die das alte kantonale System wieder herstellt, wobei die ehemaligen Untertanen als gleichberechtigte Vollmitglieder in die Eidgenossenschaft aufgenommen werden. Dies führt dazu, dass die Eidgenossenschaft im Jahre 1803 um sechs Kantone (Aargau, Graubünden, St. Gallen, Thurgau, Tessin und Waadt) erweitert wird.

Die neue Verfassung gibt der Eidgenossenschaft ihre Neutralität zurück, allerdings ist sie weiterhin verpflichtet, Soldaten für die französische Armee zur Verfügung zu stellen. Viele Schweizer Soldaten fallen im Kampf, nein … nicht für den Papst … für Frankreich !

Am bekanntesten werden die Schweizer Soldaten für ihren Kampfgeist an der Berezina, während Napoleons Rückzug aus Moskau (1812). Einen ganzen Tag lang halten etwa 1.300 Schweizer 40.000 Russen in Schach, damit der Rest ihrer Armee den Fluss auf Pontons überqueren kann. Der grösste Teil der Schweizer bezahlt diese Aktion, welche die französische Armee vor einer kompletten Zerstörung bewahrt, mit dem Leben. (Quelle: Swissworld.org)

Voll des Lobes ist auch das Historische Lexikon der Schweiz …

Beim Rückzug aus Russland erreichte Napoleon I., von drei russischen Armeen umzingelt, am 21.11.1812 das Ostufer der Beresina, eines Nebenflusses des Dnjepr. Die Grosse Armee war von 500.000 Mann auf nur 49.000 Frontsoldaten und 40.000 Nachzügler zusammengeschmolzen. Das 2. Korps von General Nicolas-Charles Oudinot umfasste die vier Schweizerregimenter der Division Merle, von der ca. 1.300 von 8.000 Mann übrig geblieben waren.

Die Pontoniere des Generals Jean-Baptiste Eblé schlugen zwei Brücken auf, eine für die Infanterie, die andere für die Gespanne und die Artillerie. Am 27. November setzte das 2. Korps über und bezog auf dem Westufer der Beresina Stellung, um die Russen zurück zu schlagen, die das Übersetzen zu verhindern suchten.

Am Morgen des 28. Nov. stellten sich die Schweizer an der Straße nach Borissow und im Wald von Stachow dem Kampf. Die Russen griffen die Vorposten an und bedrängten die Schweizer Division, während sibirische Schützen sie in den Fluss zu werfen versuchten. Mangels Munition unternahmen die Schweizer Bajonettangriffe und ermöglichten so den Divisionen Legrand und Maison, wieder die Oberhand zu gewinnen.

Am Nachmittag gingen 40.000 Russen gegen die Truppen von Ney vor, der den verletzten Oudinot ersetzt hatte.

Nach acht Schweizer Bajonettvorstössen schienen die zuvor in immer größerer Zahl nachsetzenden Russen ihr Vorhaben aufgegeben zu haben. Die Artillerie setzte aber ihr zerstörerisches Werk fort.

Obschon hunderte von Toten und Verletzten herum lagen, waren die Reste der Grossen Armee am 29. November, dank der Pontontruppen und dem 2. Armeekorps, vor der völligen Zerschlagung bewahrt worden.

Nur 300 Schweizer traten zum Appell an. Das Lieblingslied des Oberleutnants Thomas Legler (1782-1835), “Die Nachtreise” (von Ludwig Giseke 1792, Musik von Friedrich Wilke), das jener am 28. November angestimmt hatte, war im 19. Jahrhundert fast in Vergessenheit geraten.

Dank Otto von Greyerz und Gonzague de Reynold wurde es als “Beresinalied” zum Symbol des Opfergangs der Schweizer. 1912-46 wurde es in mehrere Sprachen übersetzt. (Quelle: Historisches Lexikon der Schweiz)

 

Literaturempfehlung:

-M. Wetterwald, «Der Text des Beresinaliedes und seine Übers.», in SAVk 51, 1955, 213-242
-H.-R. Kurz, «B. (28.11.1812)», in Cahiers d’histoire et de prospective militaires, Nr. 3, 1971
-J. Stüssi, K.H. Streiter, «Beresina», in ASMZ, Nr. 3, 1983, 131-134)

Nun aber zurück ins frühe 21. Jahrhundert …

Wieder, dank „Krusenstern“, wird ein Schwanengesang zum Symbol des Opfergangs eines Schweizers. Wie dereinst Hauptmann Dolchow stellt sich unser Held aufs Fensterbrett und leert den Kelch, bis zur bitteren Neige. Auch er strauchelt, fällt zwar nicht … lehnt sich aber ziemlich weit aus dem Fenster. Wie einst Hauptmann Dolchow erscheint er zum (geistigen) Duell … wie immer unbewaffnet … wird „verwundet“ … und kann es nicht fassen … „erneut verfehlt !“.

Schade … kein Kreuz der Ehrenlegion … kein „Blog-Award“ … dafür eine Menge (gefakten) „Traffic“ … wie derzeit an der Beresina.

Aber „Krieg und Frieden“ ist ja noch nicht vorbei … zumindest die Ausstrahlung des ZDF-Vierteilers noch nicht … man darf noch hoffen … es bleibt der Refrain aus einem gänzlich anderen Lied …

Das kann doch einen (Fach-)Blogger nicht erschüttern,
Keine Angst, keine Angst, Rosmarie!

Wir lassen uns das Bloggen nicht verbittern,
Keine Angst, keine Angst, Rosmarie!

Und wenn das ganze Blögli bebt,
Und die Schweiz sich aus den Angeln hebt . . ,

Das kann doch einen (Fach-)Blogger nicht erschüttern,
Keine Angst, keine Angst, Rosmarie!

Bitte alle mitsingen …

4 Kommentare

  • Ja, in fremden Diensten haben sich die Helvetier oft bewährt, davon zeugt unter anderem dieses Denkmal in Luzern:
    http://de.wikipedia.org/wiki/L%C3%B6wendenkmal_Luzern

    Aber heute passen die Schweizer ja nur noch auf sich selber auf- und natürlich auf den Bapst (Hallo Asolf, alter Kommentarlöscher)…

  • Na, kämen die Russen auf den Gedanken die Kremlwache “out-zu-sourcen” … dann wüsste ich welcher Schweizer, als bekennender Adabei, laut HIER schreien würde. Wollte er doch schon immer einmal nach Russland im Allgemeinen, und Moskau im Besonderen, den Kreml mal aus der Nähe sehen. :-)

    Was hat denn unser Grenzländer wieder angestellt ? Ist er wieder in den alten Trott verfallen, folgt wieder der Stimme seines Herren und “zensuriert” Kommentare ? Dabei schien er sich doch endlich emanzipiert, seine Nase aus des Meisters H****** gezogen zu haben. Die Einsicht war wohl nur von kurzer Dauer.

  • Er hat wohl einen seiner eigenen Kommentare wieder gelöscht, nämlich den, in dem er sich kritisch zum Herrn Adventskalenderkrusenstern geäussert hatte:
    http://asolf.spaces.live.com/blog/cns!D4999C016034BC92!10531.entry#comment

  • Man muss es verstehen … sein Meister ist halt ein erfahrener Wolfsspitz-Dompteur … “sitz … platz … pfui … aus !!!”

    Die Frage wird wohl, mit erhobenem Zeigefinger, gelautet haben … “Na, na, Awölfchen … habe ich Dir so etwas beigebracht ? Beisst man(n) die Hand die einen füttert ?”

    Nun denn … husch husch … ab ins Körbchen ! ;-)

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