Российская Федерация

27 02 08

Deutschlands neue “Partner”

Gespeichert unter: Deutschland, Kosovo — Heribert Schindler @ 17:16

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Deutschland nimmt bei der Gestaltung der Kosovopolitik der Staatengemeinschaft eine aktive Rolle ein. Ziel der Bundesregierung und ihrer Partner in der Kontaktgruppe ist der Aufbau eines demokratisch und rechtsstaatlich verfassten Kosovo, in dem alle Bewohner – unabhängig von ihrer ethnischen Zugehörigkeit - in Sicherheit und Frieden leben können.

Oberstes Ziel ist es, dauerhafte Stabilität für die gesamte Region zu erreichen.

Die Bundesregierung und zahlreiche deutsche Nichtregierungsorganisationen leisten dazu umfangreiche Aufbauhilfe. Deutschland hatte bereits mehrfach das rotierende Kommando über die gesamte KFOR-Operation inne. Auch EU und OSZE sind im Kosovo stark engagiert. (Quelle: Auswärtiges Amt)

Keine Deutschland-Visa für Serben

Gespeichert unter: Deutschland, Kosovo, Serbien — Heribert Schindler @ 14:18

Die Süddeutsche.de, 27.02.2008, 12:43 Uhr: Keine Visa für Serben

Nach den schweren Ausschreitungen gegen ausländische Botschaften werden bis auf weiteres in Belgrad keine Visa für Deutschland ausgestellt. Für Reisende gibt es keine Alternative. [...] Die Konsulatsabteilung der Botschaft ist bis auf weiteres geschlossen. Pläne für die Wiedereröffnung seien noch nicht bekannt. Wegen der vielen serbischen Gastarbeiter in Deutschland wurden bisher in Belgrad besonders viele Visa ausgestellt. Auch Geschäftsreisende, die zum Beispiel eine Messe besuchen wollen, müssen sich gedulden. Sie können auch nicht in anderen deutsche Botschaften in den Nachbarländern Reisevisa erhalten [...].

Lesenswert hierzu: Deutsche Sicherheitspolitik zwischen Macht und Moral

Mein Fazit: Viel auswärtige Macht, wenig Moral.

24 02 08

Solidarität mit Serbien …

Gespeichert unter: Das Internet, Die Blogosphäre, Solidarität — Heribert Schindler @ 16:38

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… findet auch Российская Федерация und unterstützt Serbien.

 

21 02 08

Frau Dr. Wiedemann …

Gespeichert unter: Das Internet, Die Blogosphäre, Russland — Heribert Schindler @ 12:53

… schrieb einen wirklich guten Artikel in ihrem LiveJournal “Blicke auf das Schlangenei”.

“Unverbesserlich” … [...] Im Großen und Ganzen ist es beschämend, wie alle politisch vernünftigen Vorschläge Russlands einfach in den Skat gedrückt werden und niemand die Warnungen hört, die es gegen eine Isolation des Iran und eine Unabhängigkeit des Kosovo fortwährend ausspricht. Vorwärts, bringen wir den Völkern Freiheit und Demokratie wie den Irakern! Am Schluss habe ich nur noch einen Wunsch: McCain sollte seine Kandidatur zurückziehen.

Gerne würde ich mit Frau Dr. Wiedemann über ihren Artikel diskutieren, leider lässt ihr persönliches LiveJournal nur “Insider”, sprich: registrierte LiveJournal-Nutzer, zu. Dies obwohl LiveJournal prinzipiell auch OpenID-Anmeldungen (e.g. “WordPress”) zulässt, man muss dies nur individuell aktivieren.

Der Gedanke hinter “OpenID” ist die Möglichkeit plattformübergreifend zu kommunizieren, und sich dabei die Anmeldung bei anderen Plattformen zu ersparen. Ein Gedanke der Sinn macht.

Also, liebe Frau Dr. Wiedemann, sein Sie bitte so nett und aktivieren Sie OpenID-Ameldungen in Ihren Journal, Ihre Leser werden es Ihnen danken.

Lesen sollte man den Artikel nämlich … sich für einen Kommentar extra bei LiveJournal anmelden müssen nicht.

20 02 08

In jeder Propaganda …

Gespeichert unter: Die ehemalige Sowjet-Union, USA — Heribert Schindler @ 13:14

… steckt ein Fünkchen Wahrheit … aber wo wir uns doch alle so lieb haben … können wir das aushalten. Wie war das doch gleich ? Frei nach Vladimir Vladimirovich

Wer den Untergang der Sowjetunion nicht bedauert, hat kein Herz. Wer sie zurück haben will, ist ein Amerikaner.

Ok … entspannt euch wieder … das war ein Scherz. ;-)

18 02 08

Aus Angst vor einem Amoklauf …

Gespeichert unter: Russland, USA — Heribert Schindler @ 12:46

… im Weltall fordert anscheinend der ehemalige NASA-Ingenieur James Oberg, dass eine Pistole “aus der internationalen Weltraumstation ISS entfernt wird”.

Oberg sieht in dieser Waffe eine Gefahr. Im Orbit seien die Astronauten einem zu starken Stress ausgesetzt, um eine Waffe in ihrer Nähe haben zu dürfen. Eine Waffe habe daher im Orbit nichts zu suchen.S&W Emergency KitS&W Emergency Kit

Wie er sagte, meiden es sowohl die russischen, als auch die amerikanischen Offiziellen, von der Pistole zu sprechen, obwohl alle von der Waffe an Bord der Raumstation Bescheid wissen.  

Das klingt natürlich höchst dramatisch. Hört man Mr Obergs Ausführungen, dann könnte man annehmen, dass eine geladene Waffe frei in der ISS herumschwebt und nur auf einen Astronauten wartet, den plötzlich und unerwartet der Weltraumkoller befällt und der mit der Pistole ein Massaker unter seinen Weltraumkollegen anrichtet.

Erst in einem Nachsatz wird deutlich, dass besagte Pistole sich an Bord einer angedockten russischen Landekapsel vom Typ Sojus befindet, die dort in einem speziellen “Emergency Kit” zwischen den Sitzen verstaut ist. Sie “schwebt” also keinesfalls frei irgendwo herum.

Schusswaffen an Bord russischer Weltraumkapseln sind weder neu noch außergewöhnlich. Bereits der sowjetische Kosmonaut Juri Gagarin, der erste Mensch im Weltall, hatte am 12. April 1961 eine Pistole “im Handschuhfach” seiner Wostok-1 dabei.

Im Gegensatz zu den amerikanischen Kollegen planen die Russen, wie bereits die Sowjets vor ihnen, die Landungen ihrer Raumkapseln “auf Land”. In der Regel sollen die russischen Kapseln auf dem Territorium der russischen Föderation oder Kasachstans landen, allerdings landen sie nicht immer genau dort wo es geplant wurde.

So landete z.B. im Jahre 2003 die Kapsel Sojus TMA-1 nicht dort wo sie sollte.

Ein kleiner Exkurs …  

Sojus TMA-1 wurde durch sein Kontrollsystem zur Erde zurückgeleitet – jedoch wurde sie dabei sehr viel größeren Gravitationskräften ausgesetzt, als dies während des Eintritts erwartet worden war.

Eine Untersuchungskommissiom wurde mit der Aufklärung des Ereignisses beauftragt und berichtete später, dass ein Fehler in einem der Instrumente des Abstieg-Kontrollsystems die Kapsel entlang einer veränderten ballistischen Flugbahn steuerte.

Eine Analyse der Daten von den Flugrekordern an Bord von Sojus TMA-1 deutete darauf hin, dass das Abstieg-Kontrollsystem nicht schnell genug reagierte, als eines der Gyroskope für die Lagekontrolle während der ersten Minuten des Wiedereintritts eine Störung feststellte. Das Kontrollsystem hätte das Zünden der Steuertriebwerke veranlassen müssen, um eine Kursabweichung zu verhindern, aber es tat es nicht.

Resultat: Die Kapsel landete etwa 440 Kilometer entfernt von der angepeilten Landestelle in Kasachstan und die Rettungsmannschaften brauchten zwei Stunden, bis sie das Raumfahrzeug und seine Besatzung gefunden hatten.

Zurück zu Thema …

Wie die Vergangenheit zeigt, eine Landung abseits der gewünschten Koordinaten ist zwar unerwünscht und auch eher selten, kann aber dennoch vorkommen. Und für solche Eventualitäten will man auf  russischer Seite eben gewappnet sein. Den Russen unterstellt man auf amerikanischer Seite schließlich auch, sie gingen nie ohne “Notfallplan” auf den “Donnerbalken”, sie wüssten ja nie was oder wer ihnen da begegnen würde / könnte.

Deshalb gibt es an Bord der russischen Kapseln eben “Emergency Kits” bzw. “Survival Kits”, diese beinhalten auch eine Pistole. “Auch”, aber nicht “ausschließlich”. Notrationen, Aludecken, Trinkwasser, Signalraketen, Signalspiegel, Trillerpfeifen und “Buschfeuerzeuge” sind, neben anderen nützlichen und gegebenenfalls lebensrettenden Dingen, ebenfalls vorhanden. “Selbstmordkapseln” gehören heute eher ins Reich der Legenden als ins Inventar eines “Emergency Kit”, obwohl sie, als die erdnahe Raumfahrt noch in den Kinderschuhen steckte, früher tatsächlich vorhanden gewesen sein sollen. “Lieber vergiftet als lebendig verglüht” entbehrt nicht einer gewissen Logik.

Der Autor dieses Artikels war zwar nie im Weltraum, hat aber bereits den einen oder anderen Ausflug gemacht der in Gegenden führte wo man auf alle Eventualitäten vorbereitet sein sollte. Und an Bord der genutzten Transportmittel waren ebenfalls “Emergency Kits” vorhanden. Hier mal zwei Beispiele …

S&W Emergency KitMossberg “Just In Case”

Das linke Bild zeigt einen Notfallkoffer der Firma “Smith & Wesson”, der neben einem großkalibrigen Revolver auch diverse andere Utensilien enthält. So auch ein “Handbuch” bezüglich dem Verhalten bei “Bärenangriffen”. (Nein, der Autor des “Handbuches” ist ausnahmsweise mal nicht Herr Vollmer-Orlova.)

Das rechte Bild zeigt einen wasserdichten und schwimmfähigen Zylinder, der eine “Pumpgun” der Firma Mossberg enthält und den aussagekräftigen Namen “JIC - Just in Case” trägt. Neben der Schrotflinte sind ebenfalls diverse “Survivaltools” enthalten.

Ergo, “Emergency Kits”  sind weder selten noch außergewöhnlich. Sie finden sich nicht nur in russischen Raumkapseln sondern auch in fliegenden “Buschtaxis” und anderen Gefährten, aber zugegeben, an Bord der ISS wird man nur schwerlich einem Bären begegnen.

Mit einer Pistole dürfe man gegen einen Bären wohl auch nur wenig ausrichten können, vielleicht aber gegen eine liebestolle amerikanische Astronautin.  

Dennoch ist es höchst zweifelhaft, dass ROSKOSMOS den russischen Kosmonauten eine Pistole in die Tasche packt um sich vor amerikanischen Kolleginnen zu schützen, deren “Raumkoller” richtet sich auch eher gegen weibliche Rivalinnen auf der Erde. Nicht gegen russische Kollegen im Orbit.

Fazit: Richtig gefährlich sind daher wohl eher mangelhafte psychologische Eignungstests als Pistolen in “Emergency Kits”.

17 02 08

Leseempfehlung !

Gespeichert unter: Literaturtipp, Russland — Heribert Schindler @ 19:54

Fedia Kriukov vom Blog “Russia in the Media hat einen super Artikel zum Thema “Journalistenmorde in Russland” geschrieben.

In dem am 16. Februar 2008 erschienenen Artikel “An Audit of the Committee to Protect Journalists Claims” nimmt sich Fedia den Todesfällen unter Journalisten in Russland während der Amtszeit Präsident Putins an, analysiert sie auf der Basis des vom “Commitee to Protect Journalists” veröffentlichten Datenbestandes “bestätigter Tode von Journalisten, deren Ableben im Zusammen mit ihrer beruflichen Tätigkeit steht”.

Fedia nimmt den Datenbestand, der 17 Todesfälle im Zeitraum 2000 bis heute auflistet, genauer unter die Lupe … kommt hierbei zu einem ernüchternden Ergebnis. Laut Fedia werden von den 17 Fällen lediglich 5 korrekt, 8 jedoch komplett falsch und 4 teilweise in falschem Zusammenhang wiedergegeben / begründet.

Ein Artikel der unbedingt gelesen werden sollte.

14 02 08

Selbstverteidigung in Russland

Gespeichert unter: Russland — Heribert Schindler @ 15:36

Inspiriert durch MosNews, hier mal ein kleiner Exkurs in die rechtlichen Aspekte und Prozeduren der Russischen Föderation.

Russland ist eindeutig nicht gefährlicher als andere zivilisierte Länder dieser Welt. Laut MosNews sei Moskau zwar sicherer als z.B. Rio de Janeiro, die zweitgrößte Stadt Brasiliens und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates, jedoch leider auch noch nicht auf dem hohen Sicherheitsniveau von Städten wie z.B. der norwegischen Hauptstadt Oslo.

Immer wieder kommt daher die Frage auf, ob man in Russland legal Waffen zur Selbstverteidigung erwerben kann und darf. Hier nun ein kurzer Überblick.

Die Rechtslage zum Thema Selbstverteidigung in Russland hat sich im Jahre 2002 grundsätzlich geändert. Bis dahin galt in der Russischen Föderation ein Gesetzeswerk aus der Sowjetzeit, welches für Selbstverteidigung folgendes vorschrieb.

Im Falle der Notwehr darf keinesfalls das nötige Maß an Selbstverteidigung überschritten werden.

Im Klartext bedeutete dies, dass ein Angegriffener nur Gewalt bzw Hilfsmittel anwenden durfte, die in ihrer “Güte” derjenigen / denjenigen des Angreifers entsprach(en). Wurde man z.B. mit einem Knüppel bedroht oder angegriffen, durfte man nicht zum Messer greifen. Setzte man gegen einen unbewaffnenten Angreifer eine Waffe (auch einen Knüppel) ein, wurde man selbst zum Straftäter, mit allen rechtlichen Konsequenzen.

Heute, nach der Gesetzesreform im Jahre 2002, ist zur Selbstverteidigung jegliches Mittel erlaubt, sofern Leib und Leben des Angegriffenen bedroht sind, besonders aber wenn die Art und Weise des Angriffes dem Angegriffenen keine Zeit lässt die Schwere des Angriffes und die davon ausgehende Gefahr objektiv zu beurteilen.

Das neue Gesetz brachte einen Aufschwung für Hersteller von Feuerwaffen, auch für “nichttödliche” Waffen aller Art. Nun ist ein großes Sortiment  solcher “Hilfsmittel” im Angebot und käuflich zu erwerben.

Der Erwerb einer Schusswaffe zum Zwecke der Selbstverteidigung ist in Russland möglich, ist allerdings sehr eingeschränkt. Einem Ausländer sind Erwerb und Einsatz einer Waffe prinzipiell nicht gestattet, der Erwerb einer Schusswaffe wird nur zum Export genehmigt. Der Export hat zwingend spätestens fünf Tage nach dem legalen Erwerb zu erfolgen.

Jäger und Sportschützen dürfen Schusswaffen nur (ein)führen, wenn vom Veranstalter des Jagdausfluges oder dem Ausrichter des Sportwettkampfes eine spezielle Genehmigung eingeholt und erteilt wurde.

Zu Selbstverteidigungszwecken ist der Erwerb eines Revolvers oder einer Pistole auch eim russischen Staatsbürger nicht gestattet, es sei denn es handelt sich um einen “Funktionsträger” wie z.B. einem Parlamentsmitglied oder einem Richter.

Langwaffen (hier: Gewehre) dürfen nur erworben werden, wenn man Mitglied eines Jagdverbandes (Jagdvereines) ist, bereits vier Jahre im Besitz einer “Flinte” (Schrotgewehres mit glattem Lauf) ist und der Besitz dieser Waffe noch zu keinen “Auffälligkeiten” geführt hat. Für die “Flinte” besteht jedoch eine Beschränkung in der Länge (im Schussbereiten Zustand nicht länger als 800 Millimeter) und in der Magazinkapazität (nicht mehr als 10 Schuss).

Klartext: Auch ohne Mitgliedschaft in einem Jagdverband / Jagdverein darf ein russischer Bürger eine “Flinte” mit den genannten Eigenschaften besitzen, sie zuhause für Selbstverteidigungszwecke bereithalten aber sie nur ungeladen und, wenn möglich, im zerlegten Zustand transportieren.

Um eine “Flinte” erwerben zu können muss sich der interessierte Käufer aber zuerst an seine örtliche Polizeidienststelle wenden, seine Kaufabsicht kundtun und den notwendigen “Papierkrieg” erledigen.

Dieser “Papierkrieg” hat ungefähr die gleichen Dimensionen wie jener, der für den Erwerb einer Fahrerlaubnis notwendig ist. Man benötigt ein Gesundheitszeugnis, ein Attest über den geisitigen Gesundheitszustand und ein “negatives” Attest bezüglich der Abhängigkeit von Drogen. Ferner wird ein Polizist sich vorort davon überzeugen, dass der Antragsteller zuhause über die Möglichkeit verfügt die ”Flinte” sachgerecht zu lagern (Stichwort: Stahlschrank oder abschließbare Stahlkiste).

Hat man diese Hürde erfolgreich genommen, wird eine kleine Gebühr fällig (mittels Überweisung), danach erhält man die schriftliche “Erwerbserlaubnis” zum Kauf der “Flinte”. Dieses Dokument ist 6 Monate gültig.

Wurde mittels dieser Erwerbserlaubnis eine Waffe erworben ist diese der Polizei vorzulegen, die ihrerseits Waffentyp (Hersteller) und Seriennummer in einen “Besitzerlaubnisschein” einträgt. Nur mit diesem Schein ist man dann endgültig legaler Besitzer der “Flinte”.

Diese Besitzerlaubnis muss nach 5 Jahren verlängert werden, wieder nach Vorlage eines Gesundheitszeugnisses und der Bescheinigung, dass man weder geisteskrank noch drogenabhängig ist. Die Besitzerlaubnis befreit auch nicht von sporadischen und stichpunktartigen “Kontrollbesuchen” der Polizei, die sich von dem Vorhandensein und der ordnungsgemäßen Lagerung der Waffe überzeugt.

Ergo, Schusswaffen dürfen nur zur Selbstverteidigung in den eigenen vier Wänden, oder auf eigenem Grund & Boden, verwendet werden. Wer eine “Selbstverteidigungswaffe” mit sich herumtragen möchte, der muss auf eine “nichttödliche Waffe” zurückgreifen.

Selbstverständlich gibt es Schreckschusswaffen, Gasrevolver und -pistolen, oder Waffen die Gummigeschosse verschießen, aber auch diese unterliegen einem Genehmigungsverfahren welches demjenigen der “Flinte” entsprechen. Der “Besitzerlaubnisschein” wird hier in Form einer “Identitätskarte” ausgestellt, die der Nutzer der Waffe stets bei sich zu tragen hat.

Einige Hersteller haben sich in Russland darauf spezialisiert Bestände an alten “richtigen” Schusswaffen umzuarbeiten, also in “nichttödliche” Revolver und Pistolen zu verwandeln. Wer will kann also einen Nagant Revolver aus dem 1. Weltkrieg oder eine Pistole PSM (eine Makarov für Bodyguards) mit sich herumtragen.

Es soll sogar eine “abgesägte Schrotflinte” von Izhmekh geben, die sogenannte “Hauda”, die man für ca. 16.000 Rubel (etwa 450 Euro) erwerben kann.

“Elektroschocker” und Tränengassprays sind, ab 18 Jahren, erwerbsberechtigungfrei in jedem “Gunstore” erhältlich, die gibt es aber auch in Sportgeschäften und über das Internet.

Wer keine “Knarre” mit sich herumschleppen will, der sollte sich bewusst sein, dass der Besitz von “Klingen” ebenfalls reguliert ist.

Das Gesetz ist hier teilweise kurios, da im Gesetzestext zwar die berüchtigten “Shuriken” (Ninja-Wurfsterne) und der australische Bummerang als “Klinge” gewertet werden, ebenso Schwerter, Streitäxte und Speere aber nicht. ;-)

Wer auf der sicheren Seite sein möchte, also “bescheinigt” haben will das seine bevorzugte “Klinge” legal ist, der sollte seine “Klinge” im Fachhandel erwerben. Dort bekommt man zu jedem gekauften Messer ein “Zertifikat”, welches einem bescheinigt, dass das erworbene Messer keine Waffe ist. Dieses kann, laut MosNews, hilfreich sein - besonders bei Verhandlungen mit einem Polizisten, der einen “entwaffnen” will.

Übrigens: Schlagringe und Dreschflegel sind keine zulässigen Waffen zur Selbstverteidigung.

Meine Danksagung geht an  Kirill Bessonov von MosNews für den “Hattip”, natürlich schließe ich mich seiner Aussage an … die beste Waffe ist diejenige, die man nicht benutzen muss.

08 02 08

Gefährliches Russland ?

Gespeichert unter: Russland, USA — Heribert Schindler @ 14:10

MOSKAU, 07. Februar (RIA Novosti).
Moskau erwartet von Washington eine Erläuterung zur jüngsten Erklärung, nach der Russland, China, der Iran, der Irak und das Terrornetzwerk El Quaida als Quellen einer Bedrohung für die USA bezeichnet wurden.

Dmitry Sidorov, Kommersant, Washington.
U.S. Congress held annual hearings on security issues, based on the report by National Intelligence Director Michael McConnell. Along with al-Qaeda, Iraq, and Iran, U.S. intelligence officials listed Russia and China among the outer threats. Moscow and Beijing are charged with using their growing economic influence in the world for advancing their own political goals, and with cyber-terrorism. Kommersant’s special correspondent Dmitry Sidorov reports from Washington.

Russland wird, neben China, beschuldigt “seinen wachsenden ökonomischen Einfluss zur Erreichung eigener politischer Ziele zu verwenden” und ‘Cyber-Terrorismus’ zu betreiben”. 

Na, das ist doch mal richtig interessant. Mit welchen Mitteln soll man denn “politische Ziele” verfolgen ? Mit Nuklearwaffen, Invasionen, Geheimdienstoperationen ?

Zum Thema “Cyber-Terrorismus” … was haben die “Machthaber im Kreml” denn nun wieder angestellt ? Die Webseiten des Weißen Hauses gehackt ? Hillary Clintons Wahlkampfseiten mit gefälschten Aktphotos gespickt ? Will jemand tatsächlich Ms Clinton nackt sehen ?

In den USA vergleicht man ja spöttisch die Photos, die Barack Obama und Vladimir Putin “oben ohne” zeigen … Barack Obama (in seiner Badehose), wie er nach dem Baden den Fluten entsteigt, Vladimir Vladimirowitsch, (mit seinem Buschhut) wie er im Urlaub die Angel auswirft.  Laut inoffiziellen Wahlergebnissen soll Barack Obama der Schönere der beiden sein. Und es soll nicht am Bräunungsgrad der Haut liegen.

Auf das Statement, besser gesagt die Erklärungen aus USA, worin denn die Vorwüfe des “Cyber-Terrorismus” begründet liegen, bin ich ebenso gespannt wie die Leute bei  RIANovosti und Kommersant. Über den zweiten Vorwurf, die Verwendung des wachsenden ökonomischen Einflusses zur Erreichung politischer Ziele, braucht man sich wohl nicht allzu viele Gedanken machen.

Klingt da etwa Neid durch, dass sich die US-Amerikanische Wirtschaft in der Rezession befindet und die russische eher nicht ?

Na ? Wer weiß es ?

06 02 08

Gestern im Fernsehen …

Gespeichert unter: Russland — Heribert Schindler @ 12:01

… genau gesagt auf ARTE … lief ein Themenabend über Russland.

Russland gibt Gas! (Frankreich, 2007, 121mn) ARTE F

Im Mittelpunkt des Themenabends steht das russische Energie- und Finanzunternehmen Gasprom. Mit Hilfe dieses Mischkonzerns will Russland, sich den geostrategischen Platz in der Welt sichern, der dem Land nach Ansicht vieler Russen zukommt. Der Themenabend verdeutlicht eindrucksvoll, wie gnaden- und rücksichtslos um die Vormachtstellung auf dem weltweiten Energiemarkt gerungen wird.

Wer diesen Themenabend verpasst haben sollte kann sich die Wiederholung am 28. Februar um 09:55 Uhr ansehen. Den Trailer zum Themenabend gibt es hier.

Natürlich kann es keine Reportage über die russische Gas- und Ölwirtschaft geben, ohne dass der Name Michail Chodorkowski auftaucht. Daher beinhaltet der Themenabend auch die Produktion des französischen Regisseurs Philippe Lagnier “Der Gefangene des Kremls” (Frankreich, 2007, 26mn).

Die Produktion ist weit weniger pathetisch als der Titel vermuten lässt. Zwar schreibt ARTE zu der Produktion …

Ohne Wladimir Putin keine russische Energiewirtschaft? Der Unternehmer Michail Chodorkowski wollte das nicht hinnehmen, sondern von politischer Einflussnahme unabhängig bleiben. Dafür wurde er zu neun Jahren Haft verurteilt, die er irgendwo in der Nähe der chinesischen Grenze verbüßt.

… Lagnier hebt aber auch überdeutlich Chodorkowskis Verstrickungen in kriminelle Machenschaften hervor, nimmt damit einem erheblichen Teil des “Zaubers” um Chodorkowski die Nahrung. Von Erpressungen und Mordanschlägen auf Widersacher Chodorkowskis ist die Rede, von Bestechung und Korruption.

Erstaunlich finde ich das “Nichterscheinen” von Chodorkowskis Anwalt Robert Amsterdam in dieser Produktion, lässt dieser doch sonst keine Gelegenheit aus dem Publikum seinen Mandanten als politisch verfolgtes und unschuldiges Opfer Putins “Demokratur” anzubiedern.

Wenn ich nicht bereits vorher dieser Meinung gewesen wäre, der gestrige Themenabend hätte sie begründet. Sie lautet: Der Knabe brummt zurecht.

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