Российская Федерация

28 03 08

Lesenswert

Gespeichert unter: Kosovo, USA — Heribert Schindler @ 09:43

USA verwandeln Kosovo in Militärstützpunkt
MOSKAU, 26. März (Tamara Samjatina für RIA Novosti)

Nun geht all das in Erfüllung, wovor Experten bereits vor der gesetzwidrigen Unabhängigkeitserklärung des Kosovo gewarnt haben. Die von Serbien abgetrennte Provinz bekommt langsam die Eigenschaft eines großen Nato- und US-Militärstützpunktes.

Dazu gehört auch die jüngste Anweisung von US-Präsident George W. Bush, Waffenlieferungen in die Provinz aufzunehmen. (Hier gehts weiter …)

26 03 08

Propagandakrieg

Gespeichert unter: Albanien, Deutschland, Die NATO, Die UNO, Kosovo, Russland, Serbien, USA, Österreich — Heribert Schindler @ 14:09

Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion. (Quelle)

Propaganda ist auch bestens geeignet Sympathien zu verscherzen und die Glaubwürdigkeit der eigenen Position zu schwächen, besonders wenn die niedrigsten Instinkte angesprochen und die ältesten Knüppel aus dem Sack gelassen werden.

Im Jahre 2003 bezeichneten die USA den „Irak mit seinen Massenvernichtungswaffen“ als „Bedrohung für die USA“ und warb so um Akzeptanz für einen Krieg bei der eigenen Bevölkerung.

UN-Waffeninspekteure konnten jedoch vor ihrer Ausweisung aus dem Land keine Massenvernichtungswaffen im Irak finden. Der damalige Außenminister Colin Powell legte Satellitenfoto und Geheimdienstberichte als Gegenbeweis vor, die sich später jedoch als gefälscht erwiesen.

Auch lange nach dem Ende der Feindseligkeiten fanden die USA keine Massenvernichtungswaffen im Irak vor, bis US-Präsident George W. Bush eingestand, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gab.

Bereits für den Krieg zur Befreiung Kuwaits im Jahre 1991 brauchte die US-Regierung Unterstützung der Regierungen anderer Staaten. Saudi-Arabien weigerte sich jedoch, nach dem irakischen Überfall auf Kuwait, US-Truppen ins Land zu lassen.

Da behauptete das Pentagon, irakische Truppen würden auch an der Grenze zum Königreich aufmarschieren. Das würden Satellitenfotos ihres Geheimdienstes belegen. Bis heute verweigert das Pentagon Journalisten einen Blick auf diese Fotos. Russische Satellitenaufnahmen, ebenfalls im besagten Zeitraum gemacht, zeigen keine irakischen Truppen an der saudischen Grenze.

Einen der größten Propagandacoups der Geschichte aber landete die US-Regierung unter Bush sen. mit der Anhörung einer vermeintlichen Augenzeugin, die den irakischen Einmarsch angeblich miterlebt haben wollte.

Irakische Soldaten hätten Frühgeborene aus den Inkubatoren im Krankenhaus auf den Boden geworfen, erzählte sie unter Tränen dem US-Kongress. Die “Brutkasten-Story” ging um die Welt.

Zuerst als Beleg für die Brutalität der irakischen Soldaten und als Anlass, die Befreiungsaktion zu beginnen, danach machte die Aussage als krasse Fälschung Schlagzeilen.

Die Aktion war von der PR-Firma Hill & Knowlton inszeniert worden, bei der Zeugin handelte es sich um die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA, die sich zum Zeitpunkt der Invasion in den USA befunden hatte. 

Die irakischen Truppen haben in Kuwait Verbrechen verübt, dies ist über jeden Zweifel erhaben, doch die für die öffentliche Meinung so entscheidende Baby-Geschichte stellte sich 1992 als eine Erfindung heraus.

Auch das Kosovo bliebt bis heute nicht von der Propaganda verschont. Zuerst richtete sie sich gegen Serbien.

Auslöser der Nato-Angriffe im Kosovo-Krieg am 24. März 1999 wurde das Massaker von Racak, das im Januar stattgefunden haben soll. Der damalige “grüne” Außenminister Joschka Fischer erklärte Racak sei für ihn der  “Wendepunkt” gewesen.

Ohne die Empörung über den von den Serben angeblich verübten Massenmord hätte es nicht genug Unterstützung in Deutschland für die Intervention gegeben. Fischer nahm damals Worte wie “Auschwitz” und “Völkermord” in den Mund, wohl gegen besseres Wissen. 

Finnische Gerichtsmediziner, die von der EU mit der Untersuchung beauftragt werden, konnten später nicht bestätigen, dass in Racak ein Massaker stattgefunden hat.

Angesichts der Massenflucht aus dem Kosovo, nach Beginn der Bombenangriffe, wuchs aber die internationale Kritik an der Militäraktion der NATO. Nun brillierte der “rote” Verteidigungsminster Scharping in der Öffentlichkeit, zog plötzlich den “serbischen Hufeisenplan” aus dem Zylinder.

Das österreichische Heeresnachrichtenamt (HNA) sei angeblich in den Besitz des serbischen Operationsplanes “Potkova” gelangt, könne damit belegen, dass Slobodan Milosevic schon vor Beginn der Bombardierungen die Vertreibung der Kosovo-Albaner beschlossen habe.

Das Papier, so stellte sich heraus, war eine Erfindung. Nicht ausschließlich weil “Potkova” nur im Kroatischen und Bulgarischen für “Hufeisen” steht, nicht jedoch im Serbischen. Das serbische Wort für Hufeisen lautet “Potkovica”.

Auch weil sein Verfasser ein Mann namens Hufschmied im österreichischen Außenministerium gewesen sein soll, der seine Phantasie nicht im Zaum halten konnte.

Da nun die “Kosovounabhängigkeit” entgegen dem Völkerrecht und der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates “vollzogen” wurde, schießt die “serbische Seite” zurück und greift ebenfalls tief in die Trickkiste.

Als Knüppel dient nun das noch nicht erschienene Buch der ehemaligen Chefanklägerin des “Internationalen Strafgerichtshofes für das ehemalige Jugoslawien”, Carla Del Ponte, die angeblich Beweise für Greueltaten der Kosovo-Albaner gegen die Serben haben soll.

In ihrem Buch “The Hunt” soll sich Del Ponte auf eine Gruppe nicht näher benannter “verlässlicher Journalisten” berufen, die Informationen hätten, dass nach der Bombardierung der NATO - jedoch vor dem Eintreffen der KFOR -, eine gewisse Anzahl an Kosovo-Serben ins benachbarte Albanien verschleppt und dort als “lebende Organspender” regelrecht geschlachtet worden zu sein. Die so “geernteten” Organe seien danach über den albanischen Schwarzmarkt als “Spenderorgane” verkauft worden sein.

Die “Serbische Propagandamaschine” , die sinniger Weise nicht in Belgrad sondern im kanadischen Vancouver beheimatet ist, schlachtet die Story natürlich weiter aus. Hier wird von der “Rückkehr des Mr. Mengele” geschrieben, von “Massengrab der Serben, namens Albanien”, vom “Gelben Horrorhaus” … usw… . 

Gesichert ist, dass ca 1200 Kosovo-Serben derzeit immer noch als vermisst gelten, ihr Verschwinden fällt vermutlich in den Zeitraum zwischen dem Ende der NATO-Bombardierungen und dem Eintreffen von KFOR im Kosovo. Ihr Verbleib ist ungewiss.

Die Propaganda aber sieht die Männer als “Sklavenarbeiter” in privat betriebenen Minen in Albanien, die Frauen als “Sexsklavinnen” in albanischen Zwangsbordellen, oder eben auch als Opfer der albanischen Mafia und derem vermeintlichen Schwarzhandel mit menschlichen Organen.

Derzeit ist wohl keine Karte zu schmutzig um nicht ausgespielt werden zu dürfen. Da sind die Attacken gegen Erik van Heijningen, dem niederländischen Vertreter der LEN , noch harmlos.

Van Heijningen zeichnet für die Sperre des Schwimmers Milorad Čavić verantwortlich, der während der Siegerehrung für seinen Erfolg über 50 m Schmetterling (bei den Schwimmeuropameisterschaften 2008 ) ein T-Shirt mit der Aufschrift „Косово је Србија“ („Kosovo ist Serbien“) trug und sich in eine serbische Fahne hüllte.

Čavić durfte zwar Titel und Medaille behalten, wurde aber von der weiteren Teilnahme am Wettkampf ausgeschlossen. Seitdem wird jedoch van Heijningen von Serben als “Obersturmführer” beschimpft, die Niederlande als “das 4. Reich” verunglimpft. Anscheinend hat man nun die “Nazi-Keule” ausgepackt.

Was Čavić zu seiner Aktion bewegte ist unklar, ist er doch gebürtiger US-Amerikaner und nutzt seine serbische Abstammung anscheinend nur um an Europameisterschaften teilnehmen zu können. Laut eigenem Bekunden konnte er bis kürzlich die kyrillische Schrift nicht lesen.

Auch wenn man über die Härte der Entscheidung diskutieren kann, gerechtfertigt bleibt sie. Sportveranstaltungen dürfen nicht zu Politveranstaltungen werden, egal ob es sich um Serben, Tibeter oder Amerikaner handelt.

Bleiben die Serben bei ihrer gegenwärtigen Propagandasprache, verspielen sie bitter notwendige Sympathien.

13 03 08

Russische Unterstützung für Bürgerkrieg im Kosovo ?

Gespeichert unter: Die Blogosphäre, Die NATO, Kosovo, Russland, Serbien, USA — Heribert Schindler @ 16:25

Mein Feedreader liefert mir heute folgende Meldung …

General Ivashov: Armed Conflict Over Serbian Province Probable

The illegal declaration by Pristina separatists may trigger armed fighting of Kosovo Serbs against the “current masters” of the Serbian province and NATO forces, assessed on Tuesday former chief of international military cooperation at the Russian Defense Ministry, and now president of the Academy of Geopolitical Problems General Leonid Ivashov.

At the same time, the general did not rule out the arrival of volunteers from Russia and other CIS states to southern Serbian province.

“This situation will be conducive to an underground armed fighting on behalf of Serbs in Kosovo province and the rest of Serbia, as well as Montenegro and the Bosnian Serb Republic,” against “the current masters of Kosovo and NATO forces deployed there, Americans in the first place,” Ivashov was quoted as saying by Itar-Tass.

“There are many people in all countries ready to fight for justice, including armed fighting, and I think we in Russia have them too,” the Russian general said.

Der Feedreader spuckt die Meldung gleich 3x aus … sie kommt simultan

  1. vom “Serbian Unity Congress” , einer NGO mit Niederlassungen in den USA, Kanada, Mexiko, Australien, Südafrika, Groß Britannien, der Schweiz und Serbien ,
  2. von einem Blog mit dem merkwürdigen Namen “Allah’s Willing Executioners” (Allahs Bereitwillige Scharfrichter), einem Blog aus dem deutschen Gelsenkirchen (eigene Angabe) und
  3. vom Byzantine Sacred Art Blog aus  Vancover, British Columbia, Kanada.

Was alle drei scheinbar unabhängig voneinander berichten (tatsächlich hat #3 den Artikel geschrieben und #1 und #2 haben ihn 1:1 übernommen), ist folgendes …

Der russische Generaloberst Leonid Iwaschow  soll sich gegenüber der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS wie folgt geäußert haben (Zusammenfassung):

Die illegale Unabhängigkeitserklärung des Kosovo könnte bewaffnete Kämpfe der Kosovo-Serben gegen ihre “gegenwärtige Herren” und die NATO-Truppen (gemeint: KFOR) auslösen.

Der General könne nicht ausschließen, dass sich “Freiwillige” aus Russland, und anderen GUS-Staaten, in der serbischen Südprovinz (Kosovo) einfinden würden.

Dies könnte “Untergrundkämpfe” der serbischen Seite auslösen, dies nicht nur im Kosovo … sondern auch im restlichen Serbien, in Montenegro sowie der Republika Srpska, einer der beiden Teilrepubliken des Staates “Bosnien und Herzegowina”.

Ziel der militärischen Aktionen wären “die gegenwärtigen Machthaber im Kosovo und die NATO-Truppen, in erster Linie die Amerikaner”.

Iwaschow wird abschließend mit folgendem Satz zitiert:

Es gibt viele Menschen, in allen Ländern, die bereit sind für die Gerechtigkeit zu kämpfen, auch im bewaffneten Kampf, und ich denke in Russland haben wir sie auch.

Sowas wäre ziemlich starker Tobak, sollte sich diese “Meldung” als zutreffend erweisen, denn Iwaschow ist kein “militärisches Leichtgewicht”. Von 1976 bis 1984 war Iwaschow höherer Generalstabsoffizier unter Dmitri Fjodorowitsch Ustinow, dem damaligen Verteidigungsminister und Marschall der Sowjetunion, ab 1987 sogar Stabschef im sowjetischen Verteidigungsministerium.

In den 90er Jahren war Iwaschow, im Verteidigungsministerium der Russischen Föderation, zuständig für die Koordinierung der militärischen Zusammenarbeit der GUS-Staaten. Seit seiner Pensionierung im Jahre 2001 gilt er als scharfer Kritiker, und Autor verschiedener Schriften, bezüglich geopolitischer und militärischer Themen. Er ist Angehöriger der “Axis for Peace”. Iwaschow steht im Ruf “anti-westlich” und “nationalistisch” zu sein.

Leider war es mir bisher nicht möglich den vermeintlichen Artikel bei ITAR-TASS, der von den oben genannten Quellen zitiert wird, zu finden. Weder auf der englischen noch auf der russischen Webseite von ITAR-TASS vermag ich eine Hinweis auf Iwaschows vermeintliche Aussage zu finden. Bei RIA Novosti ebenfalls nicht. Das “Googlen” mit den entsprechenden Suchbegriffen erbringt nur die oben genannten 3 Quellen, die eigentlich nur eine sind … der Byzantine Sacred Art Blog.

Um was handelt es sich bei dieser Meldung also ? Um eine Ente ? Oder gibts den Artikel auf ITAR-TASS tatsächlich und ich habe ihn nur überlesen ? Wer kann helfen ?

Wäre diese Meldung eine Ente, dann würden mit ihr die Kriegsgelüste bedient, die der Byzantine Sacred Art Blog in letzter Zeit widerspiegelt, um die Theorien von “russischen Atombomben” und “Waffenlieferungen im großen Stil” für Serbien zu untermauern. Sowie die dort offen ausgesprochenen Forderungen nach einem Militärputsch in Serbien, die damit beginnen sollten die “Verräter Tadic und Kostunica offentlich aufzuhängen”  … oder EU-Vertreter zu ermorden … vermeintliche CIA / MI6 - Agenten zu liquidieren … usw.

Wie dem auch sein, ich schließe mich der Auffassung der serbischen Journalistin Mira Beham an, die ihren Beitrag “Medien als Brandstifter” zu Klaus Bittermanns Buch (siehe hier #2) schreibt

Es ist an der Zeit, dass eine unabhängige internationale Kommission eingesetzt wird, die Jeden zur Rechenschaft zieht, der über Krisen und Kriege vorsätzlich oder fahrlässig falsch berichtet.

Für Hinweise, dass der besagte Artikel von ITAR-TASS tatsächlich existiert, bin ich dankbar. Ich habe ihn, wie bereits geschrieben, nicht finden können.

Wo liegt eigentlich “Kosovo” ?

Gespeichert unter: Kosovo, USA — Heribert Schindler @ 11:45

WASHINGTON, 13. März (RIA Novosti).

Die Mehrheit der US-Bürger weiß nicht Bescheid, wie die Provinz heißt, die ihre Unabhängigkeit von Serbien proklamiert hat.

Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage vom Washingtoner Pew Research Center hervorgeht, sind sich neun Prozent der US-Bürger sicher, dass es Tschetschenien war, die seine Unabhängigkeit von Serbien ausgerufen hatte. Vier Prozent sind der Ansicht, das es sich um Andorra handelt und 20 Prozent nennen Bosnien.

21 Prozent gaben zu, sie wissen darüber nicht Bescheid.

Die richtige Antwort, dass es dabei um die serbische Provinz Kosovo geht, gaben immerhin 46 Prozent der Befragten.

Die Umfrage wurde vom 28. Februar bis 2. März unter 1003 Teilnehmern durchgeführt.

Vielsagend ist auch der Artikel des Focus vom 27.02.08, dieser berichtet von einer Umfrage des American Enterprise Institute. Befragt wurden 1200 17-Jährige in USA.

Frage: Wer war Adolf Hitler ?
Antwort: Ein Waffenhändler (10%) | “Keine Ahnung” (25%)

Frage: Wann entdeckte Kolumbus den Amerikanischen Kontinent ?
Antwort: Irgendwann nach 1750 (> 25%)

Frage: Wann fand der Amerikanische Bürgerkrieg statt ?
Antwort: 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts (~ 50%)

Irgendwie erinnere ich mich jetzt an den netten Amerikaner, der mich angiftete und meinte “Die USA sollten Deutschland endlich mit Boykotten und Strafzöllen (boycotts and tariffs) belegen … die deutschen Automobilhersteller vernichteten ja schließlich,  durch ihre Exporte,  amerikanische Arbeitsplätze … besonders schlimm ist Toyota.”

Na klar … die Deutschen begehen ja auch, am 1. April jeden Jahres, das “Oktoberfest” in ihrer Hauptstadt München, um der “Oktoberrevolution” des Jahres 1871 zu gedenken.

Was war doch gleich der Anlass dieser “Oktoberrevolution 1871″ ?

Hmmm … genau … die Befreiung von der portugiesischen Fremdherrschaft.

Der portugiesische König Napoleon VIII (der mit den vielen Frauen) hatte ja den erst wenige Jahre vorher wütenden 30-Tägigen-Krieg gewonnen und Deutschland, als Strafe für den “Potsdammer Fenstersturz” von 1870, unterjocht.

Die bösen Deutschen hatten damals den Metropoliten von Stalingrad aus dem Fenster des Spiegelsaales der Potsdammer “Katholischen König Sindbad Synagoge” geworfen … der wollte die Deutschen zum Islam bekehren … dies wollten die aber nicht und warfen ihn deshalb aus einem Fenster in der 10. Etage.

Er hat es aber überlebt, denn er fiel in den Canale Grande, der unter dem Fenster in Potsdam vorbei führt, und konnte sich schwimmend in die nahegelegende portugiesische Hauptstadt Zürich retten. Aber egal, es kam ja die “Oktoberrevolution” und vertrieb die Portugiesen wieder.

Nun gut, wollen wir nicht päpstlicher sein als der Papst (in Mekka). Würde man eine ähnliche Umfrage an einer deutschen Hauptschule starten, dann erhielte man wahrscheinlich oftmals die Antwort …

“Boah ey, Aldär, wassn dass fürne krasse Frage, Aldär !” .

11 03 08

Аутогол - Serbisches Eigentor ?

Gespeichert unter: Die Blogosphäre, Kosovo, Serbien, Österreich — Heribert Schindler @ 14:16

Ein Eigentor (oder auch Selbsttor), so erklärt uns Wikipedia, kommt im Fußball, Eishockey und vergleichbaren Mannschaftssportarten vor, wenn ein Spieler den Ball ins eigene Tor schießt. Der gegnerischen Mannschaft wird die Punkteanzahl für ein erzieltes Tor gutgeschrieben.

Im metaphorischen Sinn nennt man ein Eigentor eine Handlung, die sich entgegen der Absicht gegen einen selbst richtet.

Ein Eigentor, im metaphorischen Sinn, könnten sich nun die serbischen Immigranten in Österreich geleistet haben. Sie lassen sich vom österreichischen Rechtsausleger und FPÖ-Frontmann Heinz-Christian Strache vor seinen Polit-Karren spannen.

Eine österreichische Webseite in serbischer Sprache, ISTINA, lobt Strache für sein Auftreten während eines Gottesdienstes in der orthodoxen Kirche im 17. Bezirks Wiens.

Ausführlicher berichtet hierzu, in englischer Sprache, Svetlana in ihrem Byzantine Sacred Art Blog.  Bereits am 7. März erschien der Artikel “Serbs Defending Europe’s Gates Again” , am 10. März nun ein weiterer, mit dem Titel “Strache Sides With Serbs”.

Letzterer bietet nicht nur die Übersetzung des serbischen ISTINA-Artikels, es findet sich auch ein Interview welches Vera Marjanovic (Istina.at) mit Strache geführt hat.

Es gibt auch einen Brief Straches an ISTINA in deutscher Sprache, in dem er sein Eintreten für Serbien kundtut.

Man ist voll des Lobes für Strache, bezeichnet seine Ausführungen nach dem Gottesdienst als “einen heilenden Balsam für eine offene Wunde” und als “ein Heilmittel für die verwundete serbische Seele”.

Strache ist es gelungen bei der serbischen Kirchengemeinde in Wien zu punkten. Er erstaunte die Kirchgänger nicht nur mit der Tatsache das er sich gemäß dem orthodoxen Ritus bekreuzigte ( … mit drei Fingern der rechten Hand - welche die heilige Dreifaltigkeit symbolisieren - die nach der Berührung der Stirn zuerst an die rechte Schulter - nicht an die linke wie bei den Katholiken - geführt werden … ) , sondern auch mit erstaunlicher Kenntnis der orthodoxen Lithurgie … indem er dem Geistlichen mit der korrekten Erwiderung im Gebet antwortete.

Strache zeigte auch demonstrativ eine orthodoxe Gebetsschnur, nach eigener Erklärung ein Geschenk serbischer Freunde, die er mit Stolz trage. [Nachtrag: Im Serbischen heißt diese Gebetsschnur "Brojanica".]

Straches offene Solidarisierung mit Serbien erscheint mir ziemlich verwunderlich. Nach meinem Dafürhalten steht Strache mit seiner FPÖ im rechten Lager der europäischen Politik, steht wegen diverser Photographien in der Kritik, die ihn als Jugendlichen in einem Wehrsportlager zeigen sowie Photos die Strache vermeintlich bei der Ausführung des “Kühnen-Grußes” zeigen.

Diese Abwandlung des Hitlergrußes, bei dem drei Finger der rechten Hand am ausgestreckten Arm gezeigt werden (die 3 Fínger sollen angeblich den Buchstaben “W” für “Widerstand” symbolisieren) soll in rechten Kreisen das Verbot des “Deutschen Grußes” (Hitlergruß) unterlaufen … Strache besteht seinerseits darauf, dass das besagte Photo ihn lediglich “beim Bestellen von 3 Bier” zeigt, keinesfalls bei der Ausführung eines Nazi-Grußes.

Wie dem auch sei … woher kommt die Wandlung vom Saulus zum Paulus ? Strache weist im ISTINA-Interview darauf hin, dass er keineswegs fremdenfeindlich sein … auch nichts gegen Muslime habe … obwohl er sich kürzlich erst gegen die “Islamisierung Europas” aussprach und mit entsprechenden Schildern öffentlich für die Kameras posierte.

Straches Hinwendung zu den Serben stößt auch in weiten Teilen der serbischen Diaspora auf Verwunderung, allerdings nicht bei Svetlana vom “Byzantine Sacred Art Blog”.

Svetlana, die tief religiös ist, beantwortet auch schon einmal einen Kommentar eines Geistlichen, auf ihrem Blog, mit den Worten “Ich küsse Ihre rechte Hand” und vertritt vehement die Position des Serbisch-Orthodoxen Bischofs Artemije, dem geistigen Oberhaupt der Diözese Kosovo und Metochien, der zur Verweigerung des Dialoges mit den Vertreten von UNMIK , KFOR sowie der anlaufenden EULEX - Mission aufruft.

Bischof Artemijes Aufruf, der eher einem Befehl an die ihm unterstellten Geistlichen gleicht und auf Kritik seitens seines Patriarchen Pavle (seit 1990 Metropolit von Belgrad und Karlovci, Erzbischof von Peć und serbischer Patriarch) stößt, findet sich ebenfalls bei Svetlana (hier).

In den letzten Einträgen auf meinem Blog habe ich mich deutlich gegen die “Unabhängigkeit des Kosovo” ausgesprochen, dies jedoch ausschließlich auf der Basis der UNSR Resolution 1244 und des Völkerrechtes. Ich stelle mich gleichzeitig aber gegen jedweden Aufruf zur Gewalt, wie sie sich leider zuhauf in den Kommentaren auf Svetlanas Blog finden.

Dort wird seitens eines vehementen Kommentators immer wieder zu militärischen Aktionen aufgerufen, der versucht seine Landsleute davon zu überzeugen Russland stehe hinter ihnen, wäre bereit Truppen und Waffen zu schicken, bis hin zu Nuklearwaffen.

Ich glaube man muss nicht erst in Moskau nachfragen, um bestätigt zu bekommen, dass es keine militärische Intervention Russlands im Kosovo geben wird. Und Atomwaffen wird Russland ganz bestimmt nicht schicken.

Leider versäumt es Svetlana solchen Aufrufen entgegen zu treten, sie sieht sich als Serbische Patriotin, ist aber nicht patriotisch genug um den versuchten unheilvollen Schulterschluß eines österreichischen Rechtsauslegers, bzw. dessen offensichtlichen Populismus, als schädlich zu erkennen.

Wenn die patriotisch-religiöse Liebe, die Svetlana nun für Strache entwickelt, und die sich dahingehend darstellt, dass jegliche Kritik an Strache als “Rufmordkampagne an einem aufrichtigen, religiösen, aufstrebenden Politiker mit Zukunft und Freund Serbiens” abgetan und untersagt wird, dann setzt Svetlana meiner bescheidenen Meinung nach auf das falsche Pferd.

König Priamos von Troja (ja, ja …ich habe vorgestern den Film “Troja” gesehen) würde heute die Empfehlung abgeben … “Hüte Dich vor Griechen die Geschenke bringen”.

Den Serben in Österreich, oder sonstwo auf dieser Welt, sei geraten … “Hütet Euch vor FPÖ-Politikern die Versprechungen machen”. Diesem “Gaul” sollte man “ins Maul schauen”, und nicht nur “auf’s Maul”, auch wenn er einem vermeintlich geschenkt wird.

Er könnte zum “Trojanischen Pferd” werden, bei dem nicht das drin ist was draufsteht. Die Aufschrift könnte sich als “Аутогол” entpuppen … dem serbischen Wort für “Eigentor”.

10 03 08

Ich Bin Legende …

Gespeichert unter: Die Europäische Union, Kosovo, Serbien, USA — Heribert Schindler @ 15:54

… ist der deutsche Titel eines  1954 erschienenen Science-Fiction-Romans des amerikanischen Schriftstellers Richard Matheson. Er gehört zum Genre der “Post-Apokalyptischen Romane”, dem Genre dessen Werke das Leben und Handeln der Protagonisten in einer Welt nach einer globalen Katastrophe zur Handlung haben.

“Ich bin Legende” (”I am Legend”) wurde bisher mehrfach verfilmt, letzmalig im Jahre 2007. Im post-apokalyptischen New York City schlägt sich Will Smith, in der Rolle des Robert Neville, als vermeintlich letzter noch lebender immuner Mensch, tapfer gegen seine degenrierten Zeitgenossen.

Die Ausgangslage: Im Jahr 2009 mutiert ein zur Bekämpfung von Krebs entwickeltes onkolytisches Virus und tötet 90 % der Weltbevölkerung. 0,2 % aller Menschen (12 Millionen) sind immun. Die restlichen knapp 600 Millionen Überlebenden entwickeln zunächst Symptome, die der Tollwut gleichen, degenerieren aber bald in einen tierähnlichen Zustand, getrieben nur noch von Hunger und blinder Aggression. Sie reagieren schmerzhaft auf UV-Licht und sind daher nur nach Sonnenuntergang aktiv.

Selbstverständlich werden die “Normalos”, sprich: die “Immunen”, zur bevorzugten Jagdbeute der “Freaks”, sprich: der “Kranken”. Wer den kompletten Plot lesen will (und den Film noch nicht gesehen hat) … Wikipedia hat ihn.

Offensichtlich gesehen hat den Film der Blogger Gray Falcon, ein in den USA lebender Serbe, der in seinem Artikel “KV” eine Parallele zwischen “I Am Legend” und der abtrünnigen serbischen Provinz Kosovo zieht.

Seine Parallele basiert auf einem Artikel der Webseite “BalkanInsight.com” , erschienen am 21. Februar 2008, in dem berichtet wird, dass das US State Departement das Kosovo in seine Liste der “Unabhängigen Staaten” aufgenommen und mit dem Länderkürzel “KV” versehen hat.

Anderweitig wird bereits angenommen, dass das Kosovo demnächst auch die Länderspezifische Top-Level-Domain (ccTLD) “.kv” zugewiesen bekommen wird.

Dem “Uneingeweihten”, also demjenigen der den Film (noch) nicht gehen hat, verschließt sich Gray Falcon’s Parallele solange, bis er erkennt, dass die Ursache allen Übels (im Film) die Wissenschaftlerin Dr. Alice Krippin ist, die Schöpferin des mutierten Virus. Und da jedes Übel einen Namen braucht, wird der von Dr. Krippin geschaffene Virus “Krippin Virus” getauft … kurz: “KV”.

Bei Gray Falcon steht “KV” für “Kosovo Virus“, einem Virus, das für eine globale “Unabhängigkeits-Pandemie” sorgen wird, mit folgendem angenommenen Krankeitsverlauf:

Minderheit –> “seit fruchtbar und mehret euch” - Faktor –> demographische Verschiebung –> Mehrheit –> Unabhängigkeitserklärung –> politisches Kalkül der USA –> Lemming-Instink der EU –> Unabhängigkeit –> neuer, alleine nicht lebensfähiger Staat von US-Gnaden.

Die alleinig wirksamen Gegenmittel … UN-Charta und Völkerrecht … wurden gerade in der Toilette entsorgt … schade aber auch.  Irgendwie könnte er Recht haben, der Gray Falcon. Warten wirs mal ab.

06 03 08

Die heutigen Leseempfehlungen sind …

Gespeichert unter: Die Europäische Union, Die NATO, Kosovo, Literaturtipp, Serbien — Heribert Schindler @ 11:41
  1. KRIEGSLÜGEN - Der NATO-Angriff auf Jugoslawien
    Aktualisierte Fassung 2008 - ISBN 978-3-89706-511-6
    von Jürgen Elsässer - Edition Zeitgeschichte Band 11
    Kai Homilius Verlag
  2. SERBIEN MUSS STERBIEN 
    Wahrheit und Lüge im jugoslawischen Bürgerkrieg

    5. Auflage - ISBN 3-923118-14-7
    Herausgeber: Klaus Bittermann - Edition TIAMAT
    Verlag Klaus Bittermann

Mit #1 bin ich durch, bei #2 irgendwo in der Mitte. Interessant ist die Beschreibung der Rolle in- und ausländischer Journalisten bei der “Meinungsbildung” zu beiden Konflikten.

Nicht jeder Blogger muss Journalist sein, ihm reichen schon ein MacBook, eine Digitalkamera und ein Internetzugang … dann kann er pro Tag rund 1000 Leser zensurierend bescheißen. - Frei nach einem “berühmt-berüchtigten Schweizerjournalisten, Fachblogger und handbuchschreibenden Berater in bi-nationalen Partnerschaften”

Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen. - Agatha Christie

Ich glaube ich werde mal wieder Agatha Christie’s “Mord im Orient-Express” aus dem Regal nehmen … und über Journalisten nachdenken.

04 03 08

Kosovo: Ein europäisches Panama ?

Gespeichert unter: Kosovo, Serbien, USA — Heribert Schindler @ 16:35

Der amerikanische Historiker und Autor Carl Kosta Savich vergleicht in seinem Artikel “Engineering Independence: Kosovo and Panama” das Kosovo des Jahres 2008 mit dem Panama des Jahres 1903. Auf den ersten Blick scheint dieser Vergleich etwas weit hergeholt, auf den zweiten Blick sind gewisse Parallelen nicht von der Hand zu weisen.

Bereits vor dem Spanisch-Amerikanischen Krieg im Jahre 1898 stellen die USA, als neuer Spieler auf der geopolitischen Weltkarte, folgendes fest: Will man als Newcomer neben den bisherigen Großmächten Deutschland, England, Frankreich und Russland bestehen, muss man auch deren “Kanonenbootdiplomatie” umsetzten.  Wie erfolgreich die USA diese Politik umsetzten, indem sie die USS Maine nach Havanna schickten und deren Untergang in Folge einer internen Kohlenbunkerexplosion als Kriegsgrund nutzten, steht in den Geschichtsbüchern.

Der Spanisch-Amerikanische Krieg macht die USA zur Großmacht und schaltet Spanien als Rivalen in der Region aus. Die US Navy wird zum Machtinstrument amerikanischer Außenpolitik, sie steht aber vor einem geographischen Problem. Die Kriegshäfen der USA an Ost- und Westküste sind nur über den langen Seeweg um die Südspitze des amerikanischen Kontinents, um Kap Horn herum, verbunden. Atlantik- und Pazifikflotte sind durch einen Seeweg von mehreren tausend Seemeilen voneinander getrennt.

Die Lösung dieses Problems wäre ein Kanal, eine direkte Verbindung zwischen dem Pazifischen Ozean und dem Karibischen Meer.

Das große Problem hierbei ist, dass die geographisch günstigste Stelle für einen solchen Kanal nicht auf dem Terriorium der USA liegt. Sie liegt, im Jahre 1903,  (noch) auf dem Territorum der nördlichsten Provinz Kolumbiens.

Was tun ? Der US-amerikanische Außenminister John Hay wendet sich an seinen kolumbianischen Amtskollegen Tomas Herran und schlägt einen Deal vor. Der lautet: Kolumbien erlaubt den Bau und die Nutzung eines Kanals durch die USA, erhält dafür im Gegenzug eine Einmalzahlung in Höhe von 10 Millionen US$, nebst einer jährlichen Nutzungspauschale von 250 Tausend US$. Für damalige Verhältnisse eine Stange Geld.

Hay und Herran handeln ein Vertragswerk aus, welches allerdings der Ratifizierung beider Regierungen bedarf.

Am 17. März 1903 ratifiziert der US-Kongress erwartungsgemäß das Vertragswerk. In Bogota scheitert es jedoch am 12 August 1903 an der einstimmigen Ablehnung des kolumbianischen Kongresses, man sieht die Souveränität des Landes in Gefahr.

Die Amerikaner bestehen auf “ihrem Kanal”, welche Optionen verbleiben ?

Möglichkeit #1 besteht in einer Neuverhandlung des Vertragswerkes, mit einem deutlich besseren Angebot an die Kolumbianer. Vielleicht lassen sich diese ja die “Souveränitätsbedenken” abkaufen.

Möglichkeit #2 besteht in einer Neuorientierung bezüglich der Projektierung des Kanals. Die USA prüfen einen alternativen Verlauf des zukünftigen Kanals, diesmal auf dem Territorium Nicaraguas.

Möglichkeit #3 besteht aus einer weniger demokratischen Option, der “Unterstützung” einer separatistischen Bewegung in der kolumbianischen Nordprovinz “Panama“, der Anerkennung des dann neu entstehenden autonomen Staates “Panama” und der Aufnahme von Verhandlungen über den Kanalbau mit der “souveränen Regierung Panamas”.

Kolumbien zeigt wenig Interesse an Option #1, Option #2 scheitert an der schwierigeren Ausgangslage beim Kanalbau. Die alternative Strecke, entlang der Grenze zwischen Nicaragua und Costa Rica, wäre 270 Kilometer lang, drei Mal länger als die Strecke in Panama. Diese beträgt nur 82 Kilometer und lässt sich einfacher realisieren.

Also wird Option #3 umgesetzt.

In der kolumbianischen Provinz Panama findet sich eine “Separatistenbewegung”, die unbedingt von Kolumbien unabhängig werden will. Ihr Führer: Manuel Amador Guerrero, besser bekannt als Dr. Amador, ein Arzt der staatlichen kolumbianischen Eisenbahn.

Guerrero reist in die USA, erbittet die Summe von 6 Millionen US$ um seine “Separatistenbewegung” bewaffnen und ausrüsten zu können. Seine “Verhandlungspartner” in den USA sind William Cromwell, ein Sponsor des Kanalprojektes, und Philippe Bunau-Varilla, ein Ingenieur und Staatsbürger Frankreichs, der maßgeblich am Kanalbau beteiligt sein wird.

Bunau-Varilla erhält 100.000 US$ und wird “Verbindungsmann” zwischen der US-Regierung und den “Separatisten”.

Die Planungsphase der “Unabhängigkeit” dauert vom 12. August bis zum 15. Oktober 1903.

Der Plan: Die Provinz Panama erklärt sich für unabhängig, wird unverzüglich von den USA anerkannt und durch die Entsendung von US-Truppen in ihrer “Unabhängigkeit” geschützt. Kolumbien hat das Nachsehen.

Die Umsetzung: Am 26. Oktober 1903 ankern die US-Navy Kriegsschiffe USS Nashville und USS Dixie in Colon, Provinz Panama. An Bord befinden sich 450 Marineinfantristen, bereit die Separatisten militärisch zu unterstützen. Im Pazifik werden USS Marblehead und USS Boston positioniert, um ein Eingreifen der Kolumbianer und deren Marine aus der anderen Richtung zu unterbinden.

Die Kolumbianer entsenden zwar das Kriegsschiff Cartagena, dieses erweist sich der schwerer bewaffneten USS Nashville  aber als unterlegen, und muss am 2. November 1903 unverrichteter Dinge abdrehen. Die kolumbianische Militärgarnison in der Region erkennt die Aussichtslosigkeit der Lage, lässt sich lieber bestechen als zu kämpfen, und bleibt während des “Unabhängigkeitskampfes” passiv.

Das Resultat: Am 3. November 1903 erklärt sich die kolumbianische Provinz Panama für unabhängig, wird umgehend von den USA anerkannt.

Option #3 war letzendlich erfolgreich. Zwei Wochen nach der Unabhängigkeitserklärung Panamas unterzeichnet die neue Regierung einen Vertrag mit den USA, der Kanal wird gebaut.

Die panamesische Regierung erhält eine Einmalzahlung in Höhe von 10 Millionen US$, nebst einer jährlichen Nutzungspauschale von 250 Tausend US$ - genau der gleiche Deal den man auch den Kolumbianern anbot. Im Gegenzug wird die “Kanalzone” auf unbegrenzte Zeit den Amerikanern überlassen.

Die Amerikaner bilden die Streitkräfte und die Administration der “Republik Panama” aus, rüsten diese aus, der US$ wird alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel und Nationalwährung Panamas, die Amerikaner sorgen sogar für die “Verfassung” und die “Nationalflagge” Panamas.

Die erste Nationalflagge Panamas wird in Highland Falls, New York, von Hand genäht, aus Stoff der vorher im Kaufhaus Macy’s gekauft wurde. Sie ähnelt derjenigen des Bundesstaates Texas, ist rot, weiß und blau, hat sogar zwei Sterne. Erster “Botschafter Panamas” in den USA wird … Philippe Bunau-Varilla, der Ingenieur und Staatsbürger Frankreichs, der maßgeblich am Kanalbau beteiligt sein wird.

Was wird aus Kolumbien ?

Im Jahre 1921 fügen sich die Kolumbianer schließlich in die “Unabhängigkeit” ihrer einstigen Provinz Panama. Nachdem sie 18 Jahre lang widerstanden hatten. Dafür erhalten sie 21 Millionen US$ “Abfindung” von den USA.

Was hat Panama davon ? Es wird im 20 Jahrhundert durchgehend von Diktatoren, Juntas und “Regierungen von Amerikas Gnaden” regiert, im Jahre 1989 gibt es eine weitere US-Amerikanische Militärintervention in Panama, diesmal wird die Marionette Noriega entfernt, nachdem sie seit 1959 auf der Gehaltsliste der CIA stand.

Kosovo scheint tatsächlich das “Panama des 21. Jahrhunderts” zu sein, mit Serbien in der Rolle Kolumbiens. In Panama bauten die Amerikaner 14 Militärbasen und ca. 130 andere Einrichtungen, im Kosovo entstand seit 1999 das Militärlager “Camp Bondsteel”, einer der größten und teuersten Militäreinrichtungen welche die USA jemals außerhalb ihrer Staatsgrenzen errichtete.

Camp Bondsteel bietet Unterkunft für 4000 Soldaten, auf über 3 865 000 m² Fläche bietet sie neben einer Müllverbrennungsanlage auch eine Wasseraufbereitungsanlage, ein eigenes Kraftwerk, ein komplettes Krankenhaus mit mehreren hundert Betten, einen Hubschrauberlandeplatz und riesige Lagerhallen. Die Baukosten betrugen bisher 350 Millionen US$, der Unterhalt kostet den US-Steuerzahler jährlich 50 Millionen US$.

Kein amerikanischer Soldat muss in Camp Bondsteel hungern, schmeckt’s in der Kantine nicht, dann bieten eine Burger King und eine Taco Bell Filiale einen 24-Stunden-Service als Alternative.

Gebaut wurde Camp Bondsteel von Kellogg, Brown and Root (KBR), einem “Contractor” des US-Verteidigungsministeriums.

Last but not leastCamp Bondsteel hat auch einen Spitznamen …

Little Guantanamo.

Es wird im “neuen amerikanischen Kanal” wohl kein Wasser geben, aber wohl eine Menge Tränen. Weinen werden aber wohl kaum die Amerikaner, höchstens aus Heimweh.

03 03 08

Gekaufte Kosovo-Anerkennung ?

Gespeichert unter: Deutschland, Frankreich, Kosovo, Serbien, USA — Heribert Schindler @ 13:57

Erfolg gegen Boeing und Durchbruch für die Europäer im Rüstungs-geschäft: Der europäische Konzern EADS hat einen 35 Milliarden Dollar schweren Auftrag zum Bau von 179 Tankflugzeugen für die US-Streitkräfte gewonnen. (Quelle)

Seit rund 50 Jahren lieferte Boeing die Tankflugzeuge der US-Luftwaffe, woher kommt so plötzlich der Sinneswandel, den sonst für ausländische Konzerne geschlossenen Markt “US Airforce” zu öffnen und einen sonst bevorzugten heimischen Anbieter, trotz aller Proteste, zu übergehen ?

Der “Gewinner” des Deals ist die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS), ein europäischer Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern, genauer gesagt dessen Tochter Airbus.

Der in der jüngeren Vergangenheit schwächelnde Airbus-Konzern kann den Großauftrag aus USA gut gebrauchen, hilft er doch den angeschlagenen Konzern zu konsolidieren.

Im Januar 2007 kündigte das Airbus-Management das Einsparungsprogramm „Power 8“ an, das die Mindereinnahmen aus den verschobenen A380-Auslieferungen kompensieren sowie die Finanzierung des A350-Programms sicherstellen soll. Neben Werksverkäufen sollen auch Arbeitsplätze wegfallen. Die Zahl der Stellenstreichungen sollen zwischen 8.000 und 15.000 liegen.

Das deutsch-französische Prestigeobjekt “Airbus” soll nicht schwächeln, als Folge der Airbus-Krise wurde daher am 16. Juli 2007 durch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy beschlossen, die Doppelspitze bei der EADS Ende 2007 abzuschaffen; erster alleiniger Konzernchef wird Louis Gallois (F), während Thomas Enders (D) die Führung von Airbus übernimmt.

Bei so viel politischem Engagement in wirtschaftlichen Fragen, warum kein wirtschaftliches Engagement in politischen Fragen ? Deutschland und Frankreich erkennen das “unabhängige Kosovo von US-Gnaden” an, die USA kaufen im Gegenzug 179 Tankflugzeuge im Wert von 35 Milliarden Dollar und stützen EADS / Airbus ?

Wäscht da eine Hand die andere ?

Bloggen Sie auf WordPress.com.