Российская Федерация

08 04 08

Frau Del Ponte, Sie brauchen einen Blog !

Gespeichert unter: Albanien, Das Internet, Die Blogosphäre, Kosovo, Schweiz, Serbien — Heribert Schindler @ 15:29

Da schrieb sich doch gestern der Schweizerblogger “Mr. Thinkabout” den Frust von der Seele, beschwerte sich über die “gesteuerte Kritik”, mit der sich vermeintliche “Neider” auf ein “Blog” einschießen, welches doch “in seinem Insider-Wissen für einen beschränkten Themenbereich für Informationssucher jeder Art eine erstklassige Quelle darstellt.”

Gut gebrüllt “Mr. Thinkabout”, besonders mit diesem genialen Satz …

So ist mein Blog ein Instrument der freien Meinungsäusserung, das ich in einem freiheitlichen Land nach Lust und Laune nutzen kann. Das ist doch phantastisch.

Danke, lieber “Mr. Thinkabout” … jetzt wissen wir es … Sie leben in einem freiheitlichen Land, in dem man die freie Meinungsäußerung nach Lust und Laune nutzen kann. Now think about this !

Bern pfeift Carla Del Ponte zurück

“Am Sonntag wollte Carla Del Ponte eigentlich an der Präsentation ihres Buches «Die Jagd. Ich und die Kriegsverbrecher» in Mailand teilnehmen. Klar ist: Die persönliche Präsenz der Chefanklägerin des Uno-Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien hätte dem Buch zu einem guten Start in den italienischen Buchhandlungen verholfen. Doch die Vorgesetzten der heutigen Botschafterin in Argentinien im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) haben Del Ponte kurzerhand zurückgepfiffen. Mit einem Brief per Fax, über den die Schweizerische Depeschenagentur berichtet hat, untersagte der Chef der Direktion für Ressourcen und Aussennetz, Martin Dahinden, Del Ponte die Teilnahme an der Buchvernissage sowie weitere Promotionstätigkeiten. Sie seien nicht vereinbar mit der gegenwärtigen Rolle als schweizerische Botschafterin in Buenos Aires.”

Außenamt verbietet Carla del Ponte Buchpräsentation

“Das Schweizer Außenamt hat eine Präsentation des Buchs “Jagd, ich und die Kriegsverbrecher” von Carla del Ponte, ehemals Chefanklägerin des UN- Tribunals über Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) am vergangenen Sonntag in Mailand verhindert. Das Schweizer Außenamt fordert del Ponte zur “möglichst baldigen Rückkehr” nach Buenos Aires auf, wo sie seit Januar als Botschafterin tätig ist. “Dieses Werk enthält Erklärungen, die mit dem Amt einer Vertreterin der Regierung der Schweiz nicht vereinbar sind”, zitiert die Nachrichtenagentur AFP den Außenamtssprecher Jean-Philippe Jeannerat.”

Besonders freiheitlich, lustig und launig, sowie die Meinungsfreiheit fördernd und phantastisch, ist folgendes …

“Noch Schlimmeres, nämlich ein Publikationsverbot, ist Del Ponte nur erspart geblieben, weil es sich um eine Veröffentlichung handle, welche die frühere Tätigkeit Del Pontes als Chefanklägerin betreffe. «Wäre es (das Buch) während Ihrer Zeit als Missionschefin entstanden, hätten wir es nicht autorisieren können» schreibt Dahinden an Del Ponte.”

“Der Schlusssatz des Schreibens, das Del Ponte am Vortag der Vernissage erreicht hat, verdeutlicht den insgesamt rüden Ton zwischen dem EDA und der Botschafterin: «Wir danken Ihnen für eine rasche Rückkehr nach Buenos Aires.»”

Ihnen, lieber “Mr. Thinkabout”, danken wir für die hoffentlich rasche Rückkehr zur Realität. Sie schreiben doch so nett …

Also: Ich bin doch glücklich, wenn ich manchmal eine Überraschung sein kann, eine Art externe Beilage zum täglichen oder vielleicht auch nur monatlichen Medienkonsum.

Leider müssen wir Sie enttäuschen, Ihre externe Beilage zum täglichen (oder vielleicht auch nur monatlichen) Medienkonsum war leider keine Überraschung. Sie sind leider auch nicht ganz “up to date”.

Das “Weblog, welches in seinem Insider-Wissen für einen beschränkten Themenbereich für Informationssucher jeder Art eine erstklassige Quelle darstellt” ist längst über den “WebZwoNulligen Fachblogstatus” hinaus und firmiert zwischenzeitlich als “Internet-Magazin”. Ihnen sei zu wünschen, dass die “Nicht-Mehr-WebZwoNullige-Internet-Fregatte”  nicht allzu unvermutet den Anker auswirft, Sie liefen sonst Gefahr auf deren Heck aufzulaufen und sich einen Bugschaden zu holen. Oder eine braune Nase.

Apropos … haben Sie Ihren redlich verdienten 8 GB iPod Nano schon abgeholt ?

An Frau Del Ponte’s Adresse sei folgender Rat gerichtet …

Sehr geehrte Frau Del Ponte, Sie brauchen einen Blog. Sie repräsentieren schließlich ein freiheitliches Land, in dem man die freie Meinungsäußerung nach Lust und Laune nutzen kann. Auch wenn Sie derzeit in Argentinien die Eidgenossen vertreten … Sie sehen ja, man dankt es Ihnen.

26 03 08

Propagandakrieg

Gespeichert unter: Albanien, Deutschland, Die NATO, Die UNO, Kosovo, Russland, Serbien, USA, Österreich — Heribert Schindler @ 14:09

Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion. (Quelle)

Propaganda ist auch bestens geeignet Sympathien zu verscherzen und die Glaubwürdigkeit der eigenen Position zu schwächen, besonders wenn die niedrigsten Instinkte angesprochen und die ältesten Knüppel aus dem Sack gelassen werden.

Im Jahre 2003 bezeichneten die USA den „Irak mit seinen Massenvernichtungswaffen“ als „Bedrohung für die USA“ und warb so um Akzeptanz für einen Krieg bei der eigenen Bevölkerung.

UN-Waffeninspekteure konnten jedoch vor ihrer Ausweisung aus dem Land keine Massenvernichtungswaffen im Irak finden. Der damalige Außenminister Colin Powell legte Satellitenfoto und Geheimdienstberichte als Gegenbeweis vor, die sich später jedoch als gefälscht erwiesen.

Auch lange nach dem Ende der Feindseligkeiten fanden die USA keine Massenvernichtungswaffen im Irak vor, bis US-Präsident George W. Bush eingestand, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gab.

Bereits für den Krieg zur Befreiung Kuwaits im Jahre 1991 brauchte die US-Regierung Unterstützung der Regierungen anderer Staaten. Saudi-Arabien weigerte sich jedoch, nach dem irakischen Überfall auf Kuwait, US-Truppen ins Land zu lassen.

Da behauptete das Pentagon, irakische Truppen würden auch an der Grenze zum Königreich aufmarschieren. Das würden Satellitenfotos ihres Geheimdienstes belegen. Bis heute verweigert das Pentagon Journalisten einen Blick auf diese Fotos. Russische Satellitenaufnahmen, ebenfalls im besagten Zeitraum gemacht, zeigen keine irakischen Truppen an der saudischen Grenze.

Einen der größten Propagandacoups der Geschichte aber landete die US-Regierung unter Bush sen. mit der Anhörung einer vermeintlichen Augenzeugin, die den irakischen Einmarsch angeblich miterlebt haben wollte.

Irakische Soldaten hätten Frühgeborene aus den Inkubatoren im Krankenhaus auf den Boden geworfen, erzählte sie unter Tränen dem US-Kongress. Die “Brutkasten-Story” ging um die Welt.

Zuerst als Beleg für die Brutalität der irakischen Soldaten und als Anlass, die Befreiungsaktion zu beginnen, danach machte die Aussage als krasse Fälschung Schlagzeilen.

Die Aktion war von der PR-Firma Hill & Knowlton inszeniert worden, bei der Zeugin handelte es sich um die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA, die sich zum Zeitpunkt der Invasion in den USA befunden hatte. 

Die irakischen Truppen haben in Kuwait Verbrechen verübt, dies ist über jeden Zweifel erhaben, doch die für die öffentliche Meinung so entscheidende Baby-Geschichte stellte sich 1992 als eine Erfindung heraus.

Auch das Kosovo bliebt bis heute nicht von der Propaganda verschont. Zuerst richtete sie sich gegen Serbien.

Auslöser der Nato-Angriffe im Kosovo-Krieg am 24. März 1999 wurde das Massaker von Racak, das im Januar stattgefunden haben soll. Der damalige “grüne” Außenminister Joschka Fischer erklärte Racak sei für ihn der  “Wendepunkt” gewesen.

Ohne die Empörung über den von den Serben angeblich verübten Massenmord hätte es nicht genug Unterstützung in Deutschland für die Intervention gegeben. Fischer nahm damals Worte wie “Auschwitz” und “Völkermord” in den Mund, wohl gegen besseres Wissen. 

Finnische Gerichtsmediziner, die von der EU mit der Untersuchung beauftragt werden, konnten später nicht bestätigen, dass in Racak ein Massaker stattgefunden hat.

Angesichts der Massenflucht aus dem Kosovo, nach Beginn der Bombenangriffe, wuchs aber die internationale Kritik an der Militäraktion der NATO. Nun brillierte der “rote” Verteidigungsminster Scharping in der Öffentlichkeit, zog plötzlich den “serbischen Hufeisenplan” aus dem Zylinder.

Das österreichische Heeresnachrichtenamt (HNA) sei angeblich in den Besitz des serbischen Operationsplanes “Potkova” gelangt, könne damit belegen, dass Slobodan Milosevic schon vor Beginn der Bombardierungen die Vertreibung der Kosovo-Albaner beschlossen habe.

Das Papier, so stellte sich heraus, war eine Erfindung. Nicht ausschließlich weil “Potkova” nur im Kroatischen und Bulgarischen für “Hufeisen” steht, nicht jedoch im Serbischen. Das serbische Wort für Hufeisen lautet “Potkovica”.

Auch weil sein Verfasser ein Mann namens Hufschmied im österreichischen Außenministerium gewesen sein soll, der seine Phantasie nicht im Zaum halten konnte.

Da nun die “Kosovounabhängigkeit” entgegen dem Völkerrecht und der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates “vollzogen” wurde, schießt die “serbische Seite” zurück und greift ebenfalls tief in die Trickkiste.

Als Knüppel dient nun das noch nicht erschienene Buch der ehemaligen Chefanklägerin des “Internationalen Strafgerichtshofes für das ehemalige Jugoslawien”, Carla Del Ponte, die angeblich Beweise für Greueltaten der Kosovo-Albaner gegen die Serben haben soll.

In ihrem Buch “The Hunt” soll sich Del Ponte auf eine Gruppe nicht näher benannter “verlässlicher Journalisten” berufen, die Informationen hätten, dass nach der Bombardierung der NATO - jedoch vor dem Eintreffen der KFOR -, eine gewisse Anzahl an Kosovo-Serben ins benachbarte Albanien verschleppt und dort als “lebende Organspender” regelrecht geschlachtet worden zu sein. Die so “geernteten” Organe seien danach über den albanischen Schwarzmarkt als “Spenderorgane” verkauft worden sein.

Die “Serbische Propagandamaschine” , die sinniger Weise nicht in Belgrad sondern im kanadischen Vancouver beheimatet ist, schlachtet die Story natürlich weiter aus. Hier wird von der “Rückkehr des Mr. Mengele” geschrieben, von “Massengrab der Serben, namens Albanien”, vom “Gelben Horrorhaus” … usw… . 

Gesichert ist, dass ca 1200 Kosovo-Serben derzeit immer noch als vermisst gelten, ihr Verschwinden fällt vermutlich in den Zeitraum zwischen dem Ende der NATO-Bombardierungen und dem Eintreffen von KFOR im Kosovo. Ihr Verbleib ist ungewiss.

Die Propaganda aber sieht die Männer als “Sklavenarbeiter” in privat betriebenen Minen in Albanien, die Frauen als “Sexsklavinnen” in albanischen Zwangsbordellen, oder eben auch als Opfer der albanischen Mafia und derem vermeintlichen Schwarzhandel mit menschlichen Organen.

Derzeit ist wohl keine Karte zu schmutzig um nicht ausgespielt werden zu dürfen. Da sind die Attacken gegen Erik van Heijningen, dem niederländischen Vertreter der LEN , noch harmlos.

Van Heijningen zeichnet für die Sperre des Schwimmers Milorad Čavić verantwortlich, der während der Siegerehrung für seinen Erfolg über 50 m Schmetterling (bei den Schwimmeuropameisterschaften 2008 ) ein T-Shirt mit der Aufschrift „Косово је Србија“ („Kosovo ist Serbien“) trug und sich in eine serbische Fahne hüllte.

Čavić durfte zwar Titel und Medaille behalten, wurde aber von der weiteren Teilnahme am Wettkampf ausgeschlossen. Seitdem wird jedoch van Heijningen von Serben als “Obersturmführer” beschimpft, die Niederlande als “das 4. Reich” verunglimpft. Anscheinend hat man nun die “Nazi-Keule” ausgepackt.

Was Čavić zu seiner Aktion bewegte ist unklar, ist er doch gebürtiger US-Amerikaner und nutzt seine serbische Abstammung anscheinend nur um an Europameisterschaften teilnehmen zu können. Laut eigenem Bekunden konnte er bis kürzlich die kyrillische Schrift nicht lesen.

Auch wenn man über die Härte der Entscheidung diskutieren kann, gerechtfertigt bleibt sie. Sportveranstaltungen dürfen nicht zu Politveranstaltungen werden, egal ob es sich um Serben, Tibeter oder Amerikaner handelt.

Bleiben die Serben bei ihrer gegenwärtigen Propagandasprache, verspielen sie bitter notwendige Sympathien.

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