Российская Федерация

Putin, der dreiste Kerl !

Veröffentlicht in Die NATO, Rumänien, Russland by Heribert Schindler am April 10th, 2008

Wenn man der Washington Post  Glauben schenken darf, dann ist Wladimir Wladimirowitsch ein ausgesprochen dreister Kerl.

Da sitzen die Präsidenten und Premierminister der NATO-Staaten fröhlich zusammen, im Athenee Palace Hilton Hotel zu Bukarest, tafeln mit ihren Ehegatten in “geschlossener Gesellschaft”, und plötzlich platzt ein ungeladener Gast herein … Wladimir Wladimirowitsch … und sprengt die Party.

Although Russia does not belong to the alliance, and Putin had not been invited to the dinner, he showed up anyway, to everyone’s surprise.

Obwohl Russland nicht zur Allianz gehört, und Wladimir Wladimirowitsch nicht zum Dinner geladen war, tauchte dieser, zur allgemeinen Überraschung, trotzdem auf.

Ich sehe es quasi vor meinem inneren Auge … die hohen Herrschaften der NATO, nebst Gatten, sitzen zu Tisch und spachteln. Da platzt er herein, der dreiste Kerl. Die Krawatte gelockert, den obersten Hemdknopf geöffnet, die Lederjacke locker über die Schulter geworfen …

 

“Na, Mädels und Jungs, schmeckts ?”

 

Den Mächtigen der NATO bleibt der Bissen im Halse stecken, George W. lässt schnell das Whiskeyglas unter dem Tisch verschwinden, bekommt Schweißperlen auf der Stirn. Man ist schließlich “trockener Trinker”. Aber man bekommt sich schnell wieder in den Griff … macht höflich Platz … ein Stuhl ist ja noch frei.

The NATO leaders politely made room for him — as it happened, Afghan President Hamid Karzai had backed out at the last minute, leaving an open seat — but they were all buzzing at the breach of protocol and its larger meaning.

Der gute Hamid Karzai, seines Zeichens Präsident Afghanistans, hatte in letzter Minute abgesagt, war nicht erschienen. Seinen Stuhl bekommt jetzt Wladimir Wladimirowitsch. Da fragt man sich doch gleich … wann genau ist eigentlich Afghanistan in die NATO eingetreten ? Ich hab’s vergessen, weiß’ es jemand ?

Egal, geschockt, ob des groben Verstoßes gegen das Protokoll, ist man trotzdem. It’s shocking, isn’t it ?

Aber man sollte die Story der Washington Post vielleicht “mit einer Prise Salz nehmen” … man nennt sie nicht umsonst auch The Potomac Pravda.

Lustig wird es trotzdem gewesen sein, gerne hätte ich Mäuschen gespielt.

Propagandakrieg

Veröffentlicht in Albanien, Deutschland, Die NATO, Die UNO, Kosovo, Russland, Serbien, USA, Österreich by Heribert Schindler am März 26th, 2008

Propaganda bezeichnet einen absichtlichen und systematischen Versuch, Sichtweisen zu formen, Erkenntnisse zu manipulieren und Verhalten zu steuern zum Zwecke der Erzeugung einer vom Propagandisten erwünschten Reaktion. (Quelle)

Propaganda ist auch bestens geeignet Sympathien zu verscherzen und die Glaubwürdigkeit der eigenen Position zu schwächen, besonders wenn die niedrigsten Instinkte angesprochen und die ältesten Knüppel aus dem Sack gelassen werden.

Im Jahre 2003 bezeichneten die USA den „Irak mit seinen Massenvernichtungswaffen“ als „Bedrohung für die USA“ und warb so um Akzeptanz für einen Krieg bei der eigenen Bevölkerung.

UN-Waffeninspekteure konnten jedoch vor ihrer Ausweisung aus dem Land keine Massenvernichtungswaffen im Irak finden. Der damalige Außenminister Colin Powell legte Satellitenfoto und Geheimdienstberichte als Gegenbeweis vor, die sich später jedoch als gefälscht erwiesen.

Auch lange nach dem Ende der Feindseligkeiten fanden die USA keine Massenvernichtungswaffen im Irak vor, bis US-Präsident George W. Bush eingestand, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gab.

Bereits für den Krieg zur Befreiung Kuwaits im Jahre 1991 brauchte die US-Regierung Unterstützung der Regierungen anderer Staaten. Saudi-Arabien weigerte sich jedoch, nach dem irakischen Überfall auf Kuwait, US-Truppen ins Land zu lassen.

Da behauptete das Pentagon, irakische Truppen würden auch an der Grenze zum Königreich aufmarschieren. Das würden Satellitenfotos ihres Geheimdienstes belegen. Bis heute verweigert das Pentagon Journalisten einen Blick auf diese Fotos. Russische Satellitenaufnahmen, ebenfalls im besagten Zeitraum gemacht, zeigen keine irakischen Truppen an der saudischen Grenze.

Einen der größten Propagandacoups der Geschichte aber landete die US-Regierung unter Bush sen. mit der Anhörung einer vermeintlichen Augenzeugin, die den irakischen Einmarsch angeblich miterlebt haben wollte.

Irakische Soldaten hätten Frühgeborene aus den Inkubatoren im Krankenhaus auf den Boden geworfen, erzählte sie unter Tränen dem US-Kongress. Die “Brutkasten-Story” ging um die Welt.

Zuerst als Beleg für die Brutalität der irakischen Soldaten und als Anlass, die Befreiungsaktion zu beginnen, danach machte die Aussage als krasse Fälschung Schlagzeilen.

Die Aktion war von der PR-Firma Hill & Knowlton inszeniert worden, bei der Zeugin handelte es sich um die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA, die sich zum Zeitpunkt der Invasion in den USA befunden hatte. 

Die irakischen Truppen haben in Kuwait Verbrechen verübt, dies ist über jeden Zweifel erhaben, doch die für die öffentliche Meinung so entscheidende Baby-Geschichte stellte sich 1992 als eine Erfindung heraus.

Auch das Kosovo bliebt bis heute nicht von der Propaganda verschont. Zuerst richtete sie sich gegen Serbien.

Auslöser der Nato-Angriffe im Kosovo-Krieg am 24. März 1999 wurde das Massaker von Racak, das im Januar stattgefunden haben soll. Der damalige “grüne” Außenminister Joschka Fischer erklärte Racak sei für ihn der  “Wendepunkt” gewesen.

Ohne die Empörung über den von den Serben angeblich verübten Massenmord hätte es nicht genug Unterstützung in Deutschland für die Intervention gegeben. Fischer nahm damals Worte wie “Auschwitz” und “Völkermord” in den Mund, wohl gegen besseres Wissen. 

Finnische Gerichtsmediziner, die von der EU mit der Untersuchung beauftragt werden, konnten später nicht bestätigen, dass in Racak ein Massaker stattgefunden hat.

Angesichts der Massenflucht aus dem Kosovo, nach Beginn der Bombenangriffe, wuchs aber die internationale Kritik an der Militäraktion der NATO. Nun brillierte der “rote” Verteidigungsminster Scharping in der Öffentlichkeit, zog plötzlich den “serbischen Hufeisenplan” aus dem Zylinder.

Das österreichische Heeresnachrichtenamt (HNA) sei angeblich in den Besitz des serbischen Operationsplanes “Potkova” gelangt, könne damit belegen, dass Slobodan Milosevic schon vor Beginn der Bombardierungen die Vertreibung der Kosovo-Albaner beschlossen habe.

Das Papier, so stellte sich heraus, war eine Erfindung. Nicht ausschließlich weil “Potkova” nur im Kroatischen und Bulgarischen für “Hufeisen” steht, nicht jedoch im Serbischen. Das serbische Wort für Hufeisen lautet “Potkovica”.

Auch weil sein Verfasser ein Mann namens Hufschmied im österreichischen Außenministerium gewesen sein soll, der seine Phantasie nicht im Zaum halten konnte.

Da nun die “Kosovounabhängigkeit” entgegen dem Völkerrecht und der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates “vollzogen” wurde, schießt die “serbische Seite” zurück und greift ebenfalls tief in die Trickkiste.

Als Knüppel dient nun das noch nicht erschienene Buch der ehemaligen Chefanklägerin des “Internationalen Strafgerichtshofes für das ehemalige Jugoslawien”, Carla Del Ponte, die angeblich Beweise für Greueltaten der Kosovo-Albaner gegen die Serben haben soll.

In ihrem Buch “The Hunt” soll sich Del Ponte auf eine Gruppe nicht näher benannter “verlässlicher Journalisten” berufen, die Informationen hätten, dass nach der Bombardierung der NATO - jedoch vor dem Eintreffen der KFOR -, eine gewisse Anzahl an Kosovo-Serben ins benachbarte Albanien verschleppt und dort als “lebende Organspender” regelrecht geschlachtet worden zu sein. Die so “geernteten” Organe seien danach über den albanischen Schwarzmarkt als “Spenderorgane” verkauft worden sein.

Die “Serbische Propagandamaschine” , die sinniger Weise nicht in Belgrad sondern im kanadischen Vancouver beheimatet ist, schlachtet die Story natürlich weiter aus. Hier wird von der “Rückkehr des Mr. Mengele” geschrieben, von “Massengrab der Serben, namens Albanien”, vom “Gelben Horrorhaus” … usw… . 

Gesichert ist, dass ca 1200 Kosovo-Serben derzeit immer noch als vermisst gelten, ihr Verschwinden fällt vermutlich in den Zeitraum zwischen dem Ende der NATO-Bombardierungen und dem Eintreffen von KFOR im Kosovo. Ihr Verbleib ist ungewiss.

Die Propaganda aber sieht die Männer als “Sklavenarbeiter” in privat betriebenen Minen in Albanien, die Frauen als “Sexsklavinnen” in albanischen Zwangsbordellen, oder eben auch als Opfer der albanischen Mafia und derem vermeintlichen Schwarzhandel mit menschlichen Organen.

Derzeit ist wohl keine Karte zu schmutzig um nicht ausgespielt werden zu dürfen. Da sind die Attacken gegen Erik van Heijningen, dem niederländischen Vertreter der LEN , noch harmlos.

Van Heijningen zeichnet für die Sperre des Schwimmers Milorad Čavić verantwortlich, der während der Siegerehrung für seinen Erfolg über 50 m Schmetterling (bei den Schwimmeuropameisterschaften 2008 ) ein T-Shirt mit der Aufschrift „Косово је Србија“ („Kosovo ist Serbien“) trug und sich in eine serbische Fahne hüllte.

Čavić durfte zwar Titel und Medaille behalten, wurde aber von der weiteren Teilnahme am Wettkampf ausgeschlossen. Seitdem wird jedoch van Heijningen von Serben als “Obersturmführer” beschimpft, die Niederlande als “das 4. Reich” verunglimpft. Anscheinend hat man nun die “Nazi-Keule” ausgepackt.

Was Čavić zu seiner Aktion bewegte ist unklar, ist er doch gebürtiger US-Amerikaner und nutzt seine serbische Abstammung anscheinend nur um an Europameisterschaften teilnehmen zu können. Laut eigenem Bekunden konnte er bis kürzlich die kyrillische Schrift nicht lesen.

Auch wenn man über die Härte der Entscheidung diskutieren kann, gerechtfertigt bleibt sie. Sportveranstaltungen dürfen nicht zu Politveranstaltungen werden, egal ob es sich um Serben, Tibeter oder Amerikaner handelt.

Bleiben die Serben bei ihrer gegenwärtigen Propagandasprache, verspielen sie bitter notwendige Sympathien.

Russische Unterstützung für Bürgerkrieg im Kosovo ?

Veröffentlicht in Die Blogosphäre, Die NATO, Kosovo, Russland, Serbien, USA by Heribert Schindler am März 13th, 2008

Mein Feedreader liefert mir heute folgende Meldung …

General Ivashov: Armed Conflict Over Serbian Province Probable

The illegal declaration by Pristina separatists may trigger armed fighting of Kosovo Serbs against the “current masters” of the Serbian province and NATO forces, assessed on Tuesday former chief of international military cooperation at the Russian Defense Ministry, and now president of the Academy of Geopolitical Problems General Leonid Ivashov.

At the same time, the general did not rule out the arrival of volunteers from Russia and other CIS states to southern Serbian province.

“This situation will be conducive to an underground armed fighting on behalf of Serbs in Kosovo province and the rest of Serbia, as well as Montenegro and the Bosnian Serb Republic,” against “the current masters of Kosovo and NATO forces deployed there, Americans in the first place,” Ivashov was quoted as saying by Itar-Tass.

“There are many people in all countries ready to fight for justice, including armed fighting, and I think we in Russia have them too,” the Russian general said.

Der Feedreader spuckt die Meldung gleich 3x aus … sie kommt simultan

  1. vom “Serbian Unity Congress” , einer NGO mit Niederlassungen in den USA, Kanada, Mexiko, Australien, Südafrika, Groß Britannien, der Schweiz und Serbien ,
  2. von einem Blog mit dem merkwürdigen Namen “Allah’s Willing Executioners” (Allahs Bereitwillige Scharfrichter), einem Blog aus dem deutschen Gelsenkirchen (eigene Angabe) und
  3. vom Byzantine Sacred Art Blog aus  Vancover, British Columbia, Kanada.

Was alle drei scheinbar unabhängig voneinander berichten (tatsächlich hat #3 den Artikel geschrieben und #1 und #2 haben ihn 1:1 übernommen), ist folgendes …

Der russische Generaloberst Leonid Iwaschow  soll sich gegenüber der russischen Nachrichtenagentur ITAR-TASS wie folgt geäußert haben (Zusammenfassung):

Die illegale Unabhängigkeitserklärung des Kosovo könnte bewaffnete Kämpfe der Kosovo-Serben gegen ihre “gegenwärtige Herren” und die NATO-Truppen (gemeint: KFOR) auslösen.

Der General könne nicht ausschließen, dass sich “Freiwillige” aus Russland, und anderen GUS-Staaten, in der serbischen Südprovinz (Kosovo) einfinden würden.

Dies könnte “Untergrundkämpfe” der serbischen Seite auslösen, dies nicht nur im Kosovo … sondern auch im restlichen Serbien, in Montenegro sowie der Republika Srpska, einer der beiden Teilrepubliken des Staates “Bosnien und Herzegowina”.

Ziel der militärischen Aktionen wären “die gegenwärtigen Machthaber im Kosovo und die NATO-Truppen, in erster Linie die Amerikaner”.

Iwaschow wird abschließend mit folgendem Satz zitiert:

Es gibt viele Menschen, in allen Ländern, die bereit sind für die Gerechtigkeit zu kämpfen, auch im bewaffneten Kampf, und ich denke in Russland haben wir sie auch.

Sowas wäre ziemlich starker Tobak, sollte sich diese “Meldung” als zutreffend erweisen, denn Iwaschow ist kein “militärisches Leichtgewicht”. Von 1976 bis 1984 war Iwaschow höherer Generalstabsoffizier unter Dmitri Fjodorowitsch Ustinow, dem damaligen Verteidigungsminister und Marschall der Sowjetunion, ab 1987 sogar Stabschef im sowjetischen Verteidigungsministerium.

In den 90er Jahren war Iwaschow, im Verteidigungsministerium der Russischen Föderation, zuständig für die Koordinierung der militärischen Zusammenarbeit der GUS-Staaten. Seit seiner Pensionierung im Jahre 2001 gilt er als scharfer Kritiker, und Autor verschiedener Schriften, bezüglich geopolitischer und militärischer Themen. Er ist Angehöriger der “Axis for Peace”. Iwaschow steht im Ruf “anti-westlich” und “nationalistisch” zu sein.

Leider war es mir bisher nicht möglich den vermeintlichen Artikel bei ITAR-TASS, der von den oben genannten Quellen zitiert wird, zu finden. Weder auf der englischen noch auf der russischen Webseite von ITAR-TASS vermag ich eine Hinweis auf Iwaschows vermeintliche Aussage zu finden. Bei RIA Novosti ebenfalls nicht. Das “Googlen” mit den entsprechenden Suchbegriffen erbringt nur die oben genannten 3 Quellen, die eigentlich nur eine sind … der Byzantine Sacred Art Blog.

Um was handelt es sich bei dieser Meldung also ? Um eine Ente ? Oder gibts den Artikel auf ITAR-TASS tatsächlich und ich habe ihn nur überlesen ? Wer kann helfen ?

Wäre diese Meldung eine Ente, dann würden mit ihr die Kriegsgelüste bedient, die der Byzantine Sacred Art Blog in letzter Zeit widerspiegelt, um die Theorien von “russischen Atombomben” und “Waffenlieferungen im großen Stil” für Serbien zu untermauern. Sowie die dort offen ausgesprochenen Forderungen nach einem Militärputsch in Serbien, die damit beginnen sollten die “Verräter Tadic und Kostunica offentlich aufzuhängen”  … oder EU-Vertreter zu ermorden … vermeintliche CIA / MI6 - Agenten zu liquidieren … usw.

Wie dem auch sein, ich schließe mich der Auffassung der serbischen Journalistin Mira Beham an, die ihren Beitrag “Medien als Brandstifter” zu Klaus Bittermanns Buch (siehe hier #2) schreibt

Es ist an der Zeit, dass eine unabhängige internationale Kommission eingesetzt wird, die Jeden zur Rechenschaft zieht, der über Krisen und Kriege vorsätzlich oder fahrlässig falsch berichtet.

Für Hinweise, dass der besagte Artikel von ITAR-TASS tatsächlich existiert, bin ich dankbar. Ich habe ihn, wie bereits geschrieben, nicht finden können.

Die heutigen Leseempfehlungen sind …

Veröffentlicht in Die Europäische Union, Die NATO, Kosovo, Literaturtipp, Serbien by Heribert Schindler am März 6th, 2008
  1. KRIEGSLÜGEN - Der NATO-Angriff auf Jugoslawien
    Aktualisierte Fassung 2008 - ISBN 978-3-89706-511-6
    von Jürgen Elsässer - Edition Zeitgeschichte Band 11
    Kai Homilius Verlag
  2. SERBIEN MUSS STERBIEN 
    Wahrheit und Lüge im jugoslawischen Bürgerkrieg

    5. Auflage - ISBN 3-923118-14-7
    Herausgeber: Klaus Bittermann - Edition TIAMAT
    Verlag Klaus Bittermann

Mit #1 bin ich durch, bei #2 irgendwo in der Mitte. Interessant ist die Beschreibung der Rolle in- und ausländischer Journalisten bei der “Meinungsbildung” zu beiden Konflikten.

Nicht jeder Blogger muss Journalist sein, ihm reichen schon ein MacBook, eine Digitalkamera und ein Internetzugang … dann kann er pro Tag rund 1000 Leser zensurierend bescheißen. - Frei nach einem “berühmt-berüchtigten Schweizerjournalisten, Fachblogger und handbuchschreibenden Berater in bi-nationalen Partnerschaften”

Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen. - Agatha Christie

Ich glaube ich werde mal wieder Agatha Christie’s “Mord im Orient-Express” aus dem Regal nehmen … und über Journalisten nachdenken.

Die Duma ermöglicht der NATO Übungen in Russland

Veröffentlicht in Die NATO, Russland by Heribert Schindler am Mai 24th, 2007

Die Duma ratifizierte gestern einen Vertrag mit der NATO, der den Status ausländischer Soldaten auf russischem Boden regelt. Dieser Vertrag regelt ferner die Bedingungen gemeinsamer militärischer Übungungen auf dem Territorium der Russischen Föderation.

Die Rahmenbedingungen legen beispielsweise fest, unter welche Jurisdiktion Angehörige ausländischer (NATO) Streitkräfte, während militärischer Übungen, auf dem Territorium Russlands fallen. Es wurde definiert, dass ausländische Soldaten generell unter die Rechtsprechung des Gastlandes fallen, solange es sich bei anzunehmenden Rechtsfällen nicht um direkte Angriffe auf Personal und / oder Material des Gastes handele.

Durch die gestrige Ratifizierung trat ein Vertrag in Kraft, der bereits im Jahre 1995 zwischen den Teilnehmerländern des “Partnership For Peace” Programmes der NATO vereinbart und im Jahre 2005 von President Vladimir Putin unterzeichnet wurde.

Aus nicht näher erläuterteten Gründen wurde der unterzeichnete Vertrag aber erst gestern der Duma zur Ratifizierung vorgelegt. Die zweijährige Verzögerung hatte bereits zu Verstimmungen zwischen den USA und der Russischen Föderation geführt, so versagten z.B. die Amerikaner ihre Teilnahme an gemeinsamen militärischen Übungen in Raum Nischni Nowgorod die im Herbst des Jahres 2006 hätten stattfinden sollen.

Die russischen Meinungen zu diesem Vertrag sind geteilt. Konstanin Kosachev, der Vorsitzende des Duma-Komitees zu internationalen Angelegenheiten, unterstrich die Notwendigkeit einer Zusammenarbeit mit der NATO, hob jedoch hervor, dass die verspätete Ratifizierung keinerlei weiter Verpflichtungen Russland mit sich brächte.

Vladimir Zhirinovsky, Vorsitzender der Liberal-Demokratischen Partei Russlands und Enfant Terrible der russischen Politik, bewertete den Vertrag erneut als “Türöffner und Freibrief” für ausländische (NATO) Soldaten die sich nun “in jegliche Richtung und mit jedwedem Ziel” in Russland bewegen dürften.

Der Duma-Abgeordnete Boris Plokhotnyuk formulierte den Vertrag mit folgenden Worten: “Es handelt sich hier um einen Vertrag zwischen zwei Nachbarn, selbst wenn diese nicht die besten Freunde sind”.

Ein englischsprachiger Bericht hierzu findet sich auf den Webseiten von Kommersant.Com.