Georgisches Mysterium: Der Tod eines Oligarchen
Obwohl ich von der Reportage über die Schwarzmeerflotte nicht gerade enttäuscht war, der Programmhinweis hatte dennoch mehr versprochen als sie schließlich hielt. Die zweite Reportage aber war ein Knüller.
Sollte an der Geschichte “Georgisches Mysterium: Der Tod eines Oligarchen” auch nur 25% wahr sein, dann hat sie definitiv alles, was das Drehbuch eines Actionfilms benötigt um für einen Blockbuster zu sorgen.
Politisch motivierte Morde, Insidergeschäfte unter Oligarchen, Autoschiebereien, Erpressungen und vieles mehr. Besonders aber einen schillernden Selfmademan als Protagonisten, vom einfachen KFZ-Mechaniker zur “kriminellen Autorität” - zum “Oligarchen” - zum “erfolgreichen Geschäftsmann” - zum “Medienmogul” - zum “aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten” - zum “Multimilliardär” - je nach Betrachtungsweise und Standpunkt desjenigen, den man fragt. Alles in nur 20 Jahren.
Ob Badri Patarkatsishvili nun eines natürlichen Todes starb, an einem Herzinfarkt (wie es im britischen Obduktionsbericht steht), oder Opfer eines Mordkomplottes wurde (wie Patarkatsishvili es selbst befürchtete), wird wohl ebenso von Legenden umrankt und von Gerüchten umgeben bleiben, wie der Tod Alexandr Litvinenkos.
Die “üblichen Verdächtigen” stehen jedenfalls ebenso im Skript, wie auch der amtierende georgische Präsident und sein ehemaliger Verteidigungsminister. Die Namensliste liest sich wie eine “Wunschliste” der Verschwörungstheoretiker.
Boris Beresowski, Andrej Lugowoi, Surab Schwania, Dawit Gamqrelidse, Eduard Schewardnadse, Irakli Okruashvili, Wiktor Juschtschenko und, last but not least, Micheil Saakashvili . Es ist also für jeden etwas dabei.
Georgien beschuldigt Russland
… im Luftraum über Abchasien eine georgische Drohne (UAV = Unmanned Aerial Vehicle / Unbemanntes Luftfahrzeug) abgeschossen zu haben. Jetzt wird erstmals Videomaterial präsentiert, welches den Angriff einer vermeintlich russischen Mig 29 auf die Drohne beweisen soll.
Hier die “Türkische Variante”, weil sie mit so schönen Soundeffekten unterlegt ist. Richtig dramatisch, oder ? Eine ausführlichere Version gibt es bei Reuters, mit reichlich Kommentaren und Erklärungen der Georgier.
Zusammenfassend, Georgien besteht darauf, dass es sich bei dem Flugzeug um eine russische Mig 29 handeln muss, weil a) das Doppelleitwerk für eine Mig 29 typisch sei und b) Georgien keine Flugzeuge diesen Typs im Arsenal habe. Dies, obwohl die Maschine keine erkennbaren Hoheitskennzeichen trägt.
Es lägen auch Radarbilder vor, die bestätigen würden, dass die Maschine in Abchasien aufgestiegen sei um die Drohne abzuschießen. Danach habe sie sich schnell entfernt und sei auf russischem Territorium gelandet.
Georgien nutzt das Videomaterial um seine Behauptung zu untermauern, dass Russland als “Peacekeeper” in der Region ungeeignet sei, sogar zu Gunsten der “abchasischen Separatisten” in den Konflikt um die “abtrünnige georgische Provinz” eingreife.
Georgien habe die Drohne gestartet um Truppenbewegungen der “abchasischen Separatisten” im Grenzgebiet zu beobachten.
