Civilized Britain … at its best …
Schon klar, man soll nicht generalisieren. Ich komme aber dennoch nicht umhin, folgendes zu bemerken.
Unter den Kommentaren auf “YouTube.UK”, genauer gesagt unter den Kommentaren zum Unteren der beiden Videos, finden sich einige geistreiche Aussagen … so zum Beispiel …
User: bonhoff
vermin. they should open up the industral ovens in manchester and put every ger inside. gas them all
und
User: opusdei1916
Huns fighting amongst themselves. Brilliant.
Weitere “Kommentatoren”, zu besagtem Video, äußern ihren frommen Wunsch, der sichtbar verabreichte schwere Schlag an den Kopf des “Fans” sei hoffentlich ”tödlich gewesen”.
Ich bin ja schon einiges gewohnt, aber was soll man hierzu sagen ? Für diejenigen Leser, die der zivilisierten englischen Sprache nicht mächtig sind, hier die Übersetzung:
User “bonhoff” teilt der Menschheit mit, die auf dem Video zu sehenden “Fans” seien Ungeziefer und man solle die Industrieöfen in Manchester aufmachen und alle “Gers” (sprich: Deutsche) in ihnen vergasen.
User “opusdei1916″ findet die Szenen “brilliant”, verkündet “die Hunnen” (sprich: die Deutschen) kämpften untereinander.
Nicht ganz, aber fast, reichen diese Kommentare an jene heran, die auf der englischsprachigen Russland-Blogosphäre zu lesen waren als Sean Guillory den Nachruf auf den verstorbenen Boris Nikolajewitsch Jelzin, geschrieben von Mark Taibbi vom “Rolling Stone Magazine”, veröffentlichte. Damals hieß es …
Boris Yeltsin, ein Russe, geboren im Dreck und aufgewachsen in der Scheiße.
Also … für die geneigten Leser mit angelsächsischem Bildungsniveau sei nun folgendes festgestellt:
Der FK Zenit Sankt Petersburg (russisch ФК «Зенит» Санкт-Петербург / FK „Zenit“ Sankt-Peterburg) ist ein russischer Fußballverein aus Sankt Petersburg, der in der Premjer-Liga spielt und in der Saison 2007 russischer Meister wurde. Gestern gewann er den UEFA-Pokal und damit den ersten internationalen Titel seiner Vereinsgeschichte. Sein Heimstadion ist das Petrowski-Stadion auf der gleichnamigen kleinen Insel in der Kleinen Newa (russisch Малая Нева).
Sankt Petersburg (russisch Санкт-Петербург – Sankt-Peterburg, oft auch kurz Питер – Piter genannt), gegründet 1703 als Sankt-Pieterburch, kurz darauf in Sankt Petersburg umbenannt, von 1914 bis 1924 als Petrograd (Петроград), und von 1924 bis 1991 als Leningrad (Ленинград) bezeichnet, ist mit über vier Mio. Einwohnern nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands und eine der größten Städte Europas. Die Stadt liegt im Nordwesten Russlands, an der Mündung der Newa, am Ostende des Finnischen Meerbusens. St. Petersburg ist die nördlichste Millionenstadt der Welt.
Die Stadt war vom 18. bis ins 20. Jahrhundert die Hauptstadt des Russischen Reiches, ist ein europaweit wichtiges Kulturzentrum und beherbergt den wichtigsten russischen Ostsee-Hafen.
Ich hoffe hiermit ausreichend erklärt zu haben, dass es sich bei den “Fans” auf den Videos nicht um “Hunnen” oder “Gers” handelt, nicht einmal um russische Fans des FK Zenit Sankt Petersburg, sondern vielmehr um “Fans” der Glasgow Rangers.
Glasgow (Scots: Glesga, Schottisch-Gälisch: Glaschu) ist mit (Stand: 2005) 599.503 Einwohnern Schottlands größte Stadt, drittgrößte im Vereinigten Königreich und kommt mit den Vororten sogar auf über eine Million. Sie liegt im Südwesten des Landes am Fluss Clyde, an der Westküste Schottlands.
Schottland (engl. und Scots: Scotland, gäl.: Alba [ˈaləpə], lat.-kelt.: Caledonia) ist ein Land im Nordwesten Europas und ein Landesteil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. Schottland besteht aus dem nördlichen Teil der größten europäischen Insel Großbritannien sowie mehreren Inselgruppen. Bis 1707 war es ein eigenständiges Königreich, in jenem Jahr wurde es mit dem Königreich England – mit dem es bereits seit 1603 in Personalunion regiert wurde – vereinigt. Die Hauptstadt von Schottland ist Edinburgh.
Zenit holt den UEFA-Pokal nach Sankt Petersburg
Eigentlich sollte ich mich schämen, denn als eingefleischter Fan von Zenit Sankt Petersburg habe ich natürlich das gestrige UEFA-Pokal Finalspiel im Fernsehen verfolgt, habe mich aber nicht mehr dazu durchringen können das Ergebnis noch zu bloggen.
Strafe muss sein, daher wurde ich auch von meinen Freunden Admiral Golowko und Paul Becker verdient geschlagen. Von Paul bereits am gestrigen Abend, vom Admiral am heutigen Morgen. Sei’s drum …

Nach dem verdienten 2:0 gegen die Glasgow Rangers gibt es nur noch wenig zu berichten, was nicht sowieso schon bekannt wäre.
Trotz einer starken Abwehr der Rangers, die den Zuschauern und Fans eine torlose erste Halbzeit bescherte, konnten Igor Denisov (72. Minute) und Konstantin Zyrinaov (in der Nachspielzeit) zwei gut herausgespielte Treffer landen und den verdienten 2:0 Sieg einfahren. Glückwunsch !
Damit ist Zenit nicht nur russischer Meister, sondern nach ZSKA Moskau, im Jahre 2005, nun die zweite russische Mannschaft die den Pokal nach Russland holen konnte.
Weniger schön, als der verdiente Sieg der Petersburger, waren jedoch die Begleiterscheinungen des Spieles. Wie die BBC berichtet, kam es in Manchester bereits vor - und kurz nach - Spielbeginn zu Ausschreitungen.
Anlass dieser Ausschreitungen war der technische Defekt einer Großleinwand in Piccadilly Gardens, auf der das Spiel für Fans übertragen wurde, die keine Karte für das City of Manchester Stadium ergattern konnten. Laut BBC brach aber 15 Minuten vor Anstoß die Übertragung zusammen und tausende Ranger Fans blickten auf einen schwarzen Schirm.
Nachdem die Fans ihren Unmut durch das gegenseitige Bewerfen mit Bierflaschen und Dosen verdeutlicht hatten, griffen sie die Polizeikräfte mit Wurfgeschossen an und zogen randalierend durch die Stadt. Neben mehreren zerstörten Bushaltestellen beschädigten sie auch ein Bankgebäude und einen Sportwagen. Die Polizei war mit 1.500 Beamten im Einsatz, musste im Laufe des Abends 300 weitere als Verstärkung hinzuziehen, 42 Randalierer wurden verhaftet. Die Höhe des Sachschadens wurde noch nicht ermittelt.
Gravierender war jedoch der Angriff auf einen russischen Fan, der im Stadium und noch vor Spielbeginn, von Ranger Fans mit einem Messer angegriffen und niedergestochen wurde.
Der russische Fan hatte zum Zeitpunkt des Angriffes auf seinem Sitzplatz im Stadium gesessen und war von Hinten mit (einem) Messerstich(en) verletzt worden. Sechs Ranger Fans, welche die Polizei als Tatbeteiligte feststellte, wurden verhaftet - der russische Fan wurde im Krankenhaus ärztlich versorgt. Nach Angaben der Behörden ist sein Zustand nicht lebensbedrohlich und er befindet sich in stabilem Zustand.
Die Messerattacke beunruhigt nun die Veranstalter des UEFA Champions League Endspiels in der kommenden Woche. Am 21. Mai treffen mit Manchester United und FC Chelsea zwei englische Mannschaften aufeinander, Austragungsort ist das Olympiastadion Luschniki in Moskau.
Man befürchtet Racheakte gegen anreisende englische Fußballfans, bittet im Vorfeld bereits doch zwischen Engländern und Schotten zu unterscheiden.
Das “Vereinigte Königreich” für Fortgeschrittene
Nach dem kürzlich erschienenen Buch “Das Vereinigte Königreich für Anfänger” , der literarischen Breitseite der Russin Olga Freer, bekommen die Insulaner erneut die Leviten gelesen. Nun durch ihre eigenen Landsleute vom “Rough Guide”, einem Verlag für Reiseführer.
Der Reiseführer “The Rough Guide: England” sorgt für Wirbel. Das Image der Engländer war noch nie das beste, dieser Führer durch die Regionen in Großbritannien hat dem Ruf jetzt weiter zugesetzt. Die Engländer seien fett, dauerbesoffen, fernsehsüchtig und besessen von C-Promis.
In England lebten “übergewichtige, Alkopops- saufende, Sex- und Celebrity-besessene TV-Süchtige” neben “Tierfreunden, Teetrinkern und Wohltätern”, heißt es in dem neuen “Rough Guide”, neben dem “Lonely Planet” Standardlektüre für jung gebliebene Reisende, der am Freitag erschienen ist.
Niemand sei so “selbstbezogen, irritierend und geprägt von einer Inselmentalität” wie die Engländer. Viele Destinationen wie die Grafschaft Essex östlich von London, die Stadt Plymouth in Südwestengland und Derby in Mittelengland seien nicht die Reise wert, wenn nicht gar “unappetitlich”.
Die Vielfalt mache das Land jedoch dennoch sehenswert, heißt es versöhnlich. Kein Land sei so “faszinierend, wunderschön und kulturell vielfältig”. Die Universitätsstadt Oxford sowie die Städte Bath und Newcastle legt der Führer besonders ans Herz. Den “Rough Guide” gibt es für mehr als 200 Reiseziele (Quelle).
Das “Vereinigte Königreich” für Anfänger
UK для Начинающих - das Vereinigte Königreich für Anfänger - heißt ein Buch, welches bereits seit Monaten den Inselbewohnern die Zornesröte ins Gesicht treibt.
Olga Freer hat ihre Sicht auf das “Vereinigte Königreich” veröffentlicht - und die Insel tobt. Und mit ihr auch die englischsprachige Blogosphäre. Wen wundert es ? Na ? Keinen.
Da hat es doch tatsächlich eine Russin gewagt ein Buch zu schreiben, in dem die Insel der Briten, nebst ihren Bewohnern, wenig schmeichelhaft portraitiert wird. Olga Freer, die seit ihren frühen Jugendjahren ein erklärter Fan der Briten und ihrer Insel war, die in Moskau Englisch studierte und mit 18 Jahren eigentlich nur nach London zog um ihren Akzent zu verbessern, gibt den Angelsachsen nun eine große Dosis ihrer eigenen Medizin zu schlucken. Sie schmeckt ihnen aber nicht.
Binnen kürzester Zeit hat sich “UK для Начинающих”, so schreibt die The St. Petersburg Times, zu einem Bestseller in Russland entwickelt.
Olga Freer, heute 23 Jahre alt und britische Staatsbürgerin, Mutter eines kleinen Sohnes und Ex-Frau eines Briten, baut ihr Buch in Form einer autobiographischen Novelle auf. Nein, so sagt sie, trotz des Titels sei es kein Reiseführer sondern vielmehr eine Schilderung ihres täglichen Lebens auf der Insel.
Entstanden sei es aus der Zusammenfassung von eMails an Freunde und Familie, der Niederschrift der Erfahrungen und Eindrücke - ständig wachsend - Monat für Monat entstand so ein neues Kapitel.
Freer studierte zuerst Englisch, jobbte dann als Verkäuferin und Kellnerin, studiert heute Jura an der University of Westminster. Ihre Erzählungen drehen sich um Erlebnisse beim Einkaufen, jedoch nicht ausschließlich.
Sie berichtet vom Kauf eines Druckers, den man ihr im Preis reduziert überließ weil ein Kabel fehlte, ohne ihr aber zu sagen, dass das Ersatzkabel sie ein kleines Vermögen kosten würde. Sie berichtet über ihr Erstaunen, während eines morgendlichen Einkaufsbummels alle Geschäfte geschlossen zu finden, da in London die Geschäfte erst mittags öffnen.
Sie ärgert sich über die zu kleinen Waggons der Londoner U-Bahn, die kein Vergleich zur Moskauer Metro sei, beschreibt die Insulaner als gierig, schmuddlig und unfreundlich. Ihre britischen Geschlechtsgenossinnen watscht sie besonders gerne ab. Sie seien, in der überwiegenden Mehrheit, rotgesichtig, “breitärschig” und fett, wüssten sich nicht angemessen zu kleiden und schämten sich auch nicht mit ihren ausladenden Hinterteilen - bevorzugt in Miniröcke gezwängt - in Londoner Diskos “herum zu wedeln”. Es fiele ihr schwer mit Insulanerinnen Freundschaft zu schließen.
Die Männerwelt bekommt auch Dresche. Es gäbe keinen Zeitpunkt und keinen Ort, an denen sich die Insulaner nicht permanent am Hintern kratzen würden. Ebenso gäbe es keinen Zeitpunkt oder Ort, den ein Insulaner nicht zum Pinkeln mißbrauchen würde.
Alles in Allem, sie zeichnet ein wenig schmeichelhaftes Bild derjenigen, die sich so gerne als Krönung der Schöpfung und Stolz des Empires präsentieren.
Besonders Kleinigkeiten fallen Olga auf, so z.B. die Angewohnheit der Insulaner überall die Preisschilder zu belassen, auch an den Sohlen ihrer Schuhe. Insulaner liefen bevorzugt in ungebügelten Klamotten herum, hätten kein Herz und keine Seele, würden ihren Freunden Pfundnoten - per Post - zum Geburtstag überreichen und hätten wenig, bis keinen, Familiensinn. Die generelle Bildung sei mangelhaft, die Gesundheitsversorgung schlecht, die zahlreichen Museen in London überfüllt … mit chinesischen Touristen. Die Insel hätte eine reiche Kultur zu bieten - importiert aus den Kolonien - die aber weitestgehend an den Insulanern vorbei gehe. Man interessiere sich ausschließlich für Fußball, sei aber auch darin grottenschlecht.
Hätte ein Insulaner die Wahl, zwischen Ausbildung und Beruf auf der einen und Faulenzen und amtlicher Arbeitslosenunterstützung auf der anderen Seite, er würde sich stets für “Faulheit und Stütze” entscheiden. Bei ihren Schwiegereltern seien ständig irgendwelche Leute, mit Bierdosen in der Hand, ein- und ausgegangen, jeder drittklassige Einwanderer würde mehr aus seinem Leben machen als die “erstklassigen Insulaner”. Einzig positiv an der Insel sei das üppige Frühstück - mit gebratenen Eiern, Speck, Würstchen und Porridge. Wenigstens etwas.
Klatsch, da haben sie es, die Insulaner. Als das Buch erstmalig in der britischen Presse besprochen wurde, obwohl es bisher nur in der russischen Ausgabe vorliegt, kochte der Volkszorn hoch.
“Hau’ doch ab” … “Geh’ zurück nach Russland” … “Wir haben jedenfalls Redefreiheit, freie und faire Wahlen” … ”Gib’ Deinen britischen Pass zurück, Du Schlampe” … “Geh’ heim, stelle Dich in die Schlange und steh’ nach Brot an” … lauten die höflicheren Kommentare.
Man mag über Olga Freers Buch denken wie man will, man mag es mögen oder hassen, man kommt jedoch nicht umhin zu bemerken, dass die tagtäglichen Erzeugnisse der (überwiegend) englischsprachigen Blogosphäre - über Russland - von genau dem selben Kaliber sind wie Freers Verallgemeinerungen und überzogenen Darstellungen der “Insel” - und der sie bewohnenden ”Insulaner”.
Der kleine aber feine Unterschied liegt in dem nicht ganz unwichtigen Detail, dass Olga Freer über die Insel schreibt auf der sie seit nunmehr 4 Jahren lebt. Sie spricht auch die Sprache der “Insulaner”. Von den “Russlandkritikern” der Blogosphäre können nur die Wenigsten behaupten die Sprache ihrer “Zielgruppe” zu sprechen … und die Wenigsten habe jemals länger in Russland gelebt. Aber wenn zwei das Selbe tun, dann ist es noch lange nicht das Gleiche.
By George, it’s shocking, isn’t it ?
Das Geld anderer Leute
… will, laut der International Herald Tribune, der Exil-Oligarch Boris Beresovsky. Genauer gesagt, das Geld seines “Oligarchenkollegen” Roman Abramovich. Aber ob er es auch bekommt ?
Am gestrigen Freitag reichte der Anwalt Beresovskys in London eine Klage gegen Abramovich ein, Gegenstand der Klage ist eine Forderung (Schadensersatz) über 2 Milliarden Britische Pfund (4 Milliarden US-Dollar bzw. 2,5 Milliarden Euro) für den Verlust von Aktien der Konzerne Sibneft (heute Teil von Gazprom), des Fernsehsenders ORT und des Aluminiumkonzerns Rusal.
Beresovsky macht geltend, er habe die betroffenen Unternehmensanteile unter Wert, sowie “unter Druck seitens Abramovich“, verkaufen müssen.
Keiner der beiden Kontrahenten war während der Klageerhebung persönlich anwesend, beide ließen sich durch ihre Anwälte vertreten. Andrew Popplewell, der Rechtsbeistand Abramovichs, bezeichnete die Klage als chancenlos. Er sagte, Beresovsky behaupte, dass es eine mündliche Abmachung gäbe, dass Abramovich treuhänderische Sibneft-Anteile halten würde, an denen Berezovsky ein Interesse hatte. Beresovskys Seite wollte sich vor dem Ende des Prozesses nicht äußern.
Die Klageschrift basiert vollumfänglich auf vermeintlichen mündlichen Abreden zwischen den Parteien, die aber nirgends dokumentiert wurden oder sind. Alle diese Ansprüche werden, größtenteils auf die vageste und unspezifizierte Weise, vorgeschützt. Sie werden auf eine dilettantische Art und Weise vorgetragen, auf einem sich stets ändernden und widersprechendem Weg, welcher einfach einen Geschmack der Verzweiflung aufweist.
Wow … für den Gegenwert von 4.013.175.000 Schweizer Franken könnte man 8.333.333 und 1/3 8-GB-iPod-Nano kaufen, mit etwas Verhandlungsgeschick sogar noch mehr. Mit weit über 8 Millionen iPods als “Werbegeschenke” könnte man kurzfristig zum meistgelesenen Internet-Magazin der Schweiz aufsteigen …
… jetzt aber ran, Herr Krusenstern.
Prof. Wolfgang Seiffert: Doppelte Moral
Folgender Gastkommentar von Prof. Wolfgang Seiffert, Hamburg, ist am heutigen Tage auf Russland-Aktuell erschienen. Professor Seiffert, Jahrgang 1926, war bis zum Jahre 1978 Professor für Internationales Wirtschaftsrecht und Völkerrecht in Ost-Berlin. Er siedelte dann in die Bundesrepublik über und arbeitete bis 1994 am Institut für Osteuropäisches Recht der Universität Kiel. Seit seiner Ermitierung lehrt er in Moskau Russisches und Europäisches Recht.
Putin beklagt immer wieder, dass der Westen mit zweierlei Maß messe, wenn es um Russland geht. Tatsächlich werden Rechtsnormen sehr verschieden genutzt. So auch im “Fall Litwinenko”.
London wirft Moskau bekanntlich vor, dass Russland sich weigert, den von den britischen Justizbehörden des Mordes verdächtigten russischen Staatsbürger Lugowoi nach Großbritannien auszuliefern und reagierte auf die Nicht-Auslieferung mit der Ausweisung von vier russischen Diplomaten.
Zahlreiche Medien in England wie in Deutschland nennen die Reaktionen Russlands darauf eine “Drohung Moskaus” und erklären sie für “ungerechtfertigt“ (Brown). Doch allgemein ist bekannt, dass die meisten Staaten die Auslieferung eines eigenen Staatsangehörigen an einen anderen Staat verfassungsrechtlich untersagen.
Auch das deutsche Grundgesetz verbietet Auslieferung. So heißt es z.B. in Artikel 16 des deutschen “Grundgesetzes: ” Kein Deutscher darf an das Ausland ausgeliefert werden”.
Ähnlich schreibt Artikel 61 der russischen Verfassung vor: “Ein Bürger der Russischen Föderation darf nicht aus der Russischen Föderation ausgewiesen oder an einen anderen Staat ausgeliefert werden”.
Ebenso liefert Großbritannien keinen “Citizen” an einen anderen Staat aus. Von dem russischen Staat verlangen die britischen Behörden aber den Bruch seiner Verfassung.
Anders im Fall der 13 CIA-Agenten, gegen die das Amtsgericht München Haftbefehl erlassen hat. Das deutsche Justizministerium bestätigte in diesem Fall, dass nach dem mit den USA bestehenden Rechtshilfeabkommen eine Auslieferung möglich, “aber nicht zwingend” ist. Die USA verweigern Auslieferung von CIA-Agenten – Berlin schweigt.
Die USA-Behörden verweigerten denn auch eine Zusammenarbeit mit den deutschen Ermittlern. Die Bundesregierung hat Bedenken, von den USA eine Auslieferung zu verlangen. Viele deutsche Medien meinen im Fall der CIA-Agenten, das sei eben die Rechtslage.
Die Weigerung Russlands, einen russischen Staatsangehörigen auszuliefern, aber nennen sie “Putins Rückfall” in den “kalten Krieg” (FAZ 18.Juli 2007).
Wird Bundeskanzlerin Merkel, wenn sie Ende diese Monats nach Sotschi zu Putin reist , weiter so mit zweierlei Maß messen ?
(Die Deutsche Botschaft in Moskau verteilt übrigens das deutsche Grundgesetz in russischer Sprache einschließlich des Artikels 16).
Vom brüllenden Löwen und dem lächelnden Bär …
Russlands Präsident Vladimir Putin bringt es auf den Punkt. Gegenüber RIA Novosti nennt er das Kind beim Namen, und lächelt dabei. Sei Beschreibung der gegenwärtigen Spannungen zwischen Moskau und London reduziert die “Affäre” auf einen Begriff und trifft ins Schwarze … die “Mini-Krise”.
Уверен, что с этим мини-кризисом мы справимся. Я думаю, что российско-британские отношения будут развиваться нормально
Er ist überzeugt, dass man die Mini-Krise überwinden werde und das sich die russisch-britischen Beziehungen normal entwickeln werden.
«око за око» - Auge um Auge - sei Russlands Reaktion auf die Ausweisung russischer Diplomaten ausgefallen, nicht übertrieben, wie die britische Regenbogenpresse vorhergesagt hatte.
Mit der Ausweisung von bis zu 80 britischen Diplomaten, Sanktionen gegen die britische Wirtschaft sowie “einem Feuerwerk an Strafmaßnahmen” wurde gerechnet.
Der russische Außenminister Sergej Lawrow führt die Zuspitzung der russisch-britischen Beziehungen im Zusammenhang mit dem “Fall Litwinenko” auf den Regierungswechsel in Großbritannien zurück. Er ist davon überzeugt, dass die neue britische Regierung, sobald sie sicher im Sattel sitzt und zu sich selbst findet, im Interesse des britischen Volkes und der russisch-britischen Beziehungen handeln wird.
Bis dahin sieht Moskau das Verhalten Londons gelassen, sieht auch gerne über das Säbelrasseln der Briten hinweg. So auch über den “Alarmstart” zweier britischer Jagdflugzeuge am vergangenen Dienstag, um “möglicherweise” zwei russische Langstreckenbomber abzufangen, die bei einer üblichen Patrouille an Norwegens Küste nach britischen Angaben von ihren Kurs abgewichen waren und Kurs auf Großbritannien genommen hatten.
Den britischen Luftraum verletzten die russischen Flugzeuge vom Typ Tu-95 jedoch nicht. Generaloberst Alexander Selin, Chef der russischen Luftstreitkräfte, zeigte sich über das angebliche Abfangen der russischen Tu-95-Bombenflugzeuge irritiert.
Präziser äußerte sich hierzu Luftwaffensprecher Alexander Drobyschewski, nach seinen Worten ging es um “planmäßige Übungsflüge” der russischen Langstreckenbomber über internationalem Gewässer, nicht um unsinnige Mutmaßungen, dass die Flüge der Bomber mit dem diplomatischen Skandal zwischen Moskau und London verbunden sind.
“Wir planen die Flüge der Bombenflugzeuge im internationalen Luftraum mindestens sechs Monate vorher und benachrichtigen im Voraus alle interessierten Staaten”, sagte er.
Die “Luftschlacht um England” findet also nicht statt, so sehr die britische Regenbogenpresse sie sich auch wünschen mag. Deshalb zieht sie auch das zweite Ass aus dem Ärmel. Wenn der “Luftangriff” schon nicht stattfindet, dann doch wenigstens bitte ein erneutes Mordkomplott.
Wie das britische Massenblatt “The Sun” mitteilte, sei im Londoner Hilton-Hotel an der Park Lane nun ein russischer Killer festgenommen worden, der den russischen Unternehmer Boris Beresowski, der im Londoner Exil lebt, töten sollte.
Das britische Innenministerium kommentierte die Meldung über die vermeintliche Festnahme des Killers nicht. Wie “The Times” am Mittwoch berichtete, sei der Killer bereits ausgewiesen worden - was extrem fragwürdig wäre, wenn man berücksichtigt, mit welcher Hartnäckigkeit London die Auslieferung von Andrej Lugowoi verlangt.
Die “Mini-Krise” nimmt die Züge einer Zirkusnummer an, einer “Raubtiernummer” die unglaubwürdig wäre wenn der (britische) Löwe nicht brüllte. Aber die Zeiten des “Empire” sind vorbei, der Löwe kann zwar brüllen, hat aber keine Zähne mehr.
Einige Zuschauer des “Spektakels” meinen jedoch, dass es sich bei den Londoner Eskapaden lediglich um weitere Provokationen handelt, deren Ziel in einer weiteren Zuspitzung der Beziehungen zwischen der EU und Russland besteht.
Daran könnten die USA interessiert sein, weil ein neuer Konflikt die Verhandlungen über den Partnerschaftsvertrag EU-Russland blockieren, die Stationierung von Raketenschild-Segmenten in Tschechien und Polen beschleunigen sowie Moskau bei den Verhandlungen über den Kosovo-Status isolieren würde.
Die USA, die über die Fortschritte in den Beziehungen Russlands mit Deutschland und Frankreich beunruhigt sind, greifen Russland vom britischen diplomatischen Aufmarschraum an, sagte der Staatsduma-Abgeordnete Iwan Melnikow.
Das Kosovo wird seine Unabhängigkeit von Serbien “auf die eine oder andere Weise” trotz Russlands Einwänden bekommen, erklärte, laut Reuter, US-Außenministerin Condolizza Rice.
George Bush habe klar zu verstehen gegeben, dass das Kosovo unabhängig werde:
“Die USA haben die feste Absicht, dies zu erreichen”.
Und so muss / kann / darf der zahnlose Löwe brüllen, oder, je nach Perspektive, der Schoßhund den Mond ankläffen. Der Bär wird weiter lächeln.
London weist russische Diplomaten aus
Als Antwort auf Moskaus Weigerung, Andrej Lugowoi auszuliefern, hat London beschlossen, vier russische Diplomaten auszuweisen und die Visa-Erteilung an russische Beamte auszusetzen.
Das teilte der britische Außenminister David Miliband am Montagabend im britischen Parlament mit. Außerdem empfahl er Russland, seine Verfassung so zu ändern, dass ihre Normen den Interessen Großbritanniens entsprächen.
Mit diesem Thema befassen sich am Dienstag unter anderem die Tageszeitungen „RBC Daily“ und „Wremja Nowostej“.
Wie die Presse betont, haben bisher nicht einmal die USA trotz ihres arroganten internationalen Verhaltens Russland je aufgefordert, das Grundgesetz zu revidieren.
„Sollte jemand die Engländer auffordern, die Verfassung zu ändern, so würden sie ihn einfach auslachen, an uns können aber solche Forderungen gestellt werden“, stellt Michail Ljubimow, Veteran des russischen Aufklärungsdienstes, fest. „Auf Milibands Idee kann man nur mit Humor reagieren: Natürlich ist es lächerlich, weil es außerhalb des Rechtsrahmens liegt.“ Nach seiner Ansicht sollten die russischen Behörden darauf „ruhig reagieren und keine außerordentlichen Aktionen unternehmen, man soll ebenfalls vier Diplomaten ausweisen“.
In der Erklärung des russischen Außenamtes zur Forderung Milibands heißt es: “Die Handlungen des offiziellen London erinnern an eine gut geplante Aktion mit dem Ziel, die Untersuchung des so genannten Falls Litwinenko bewusst zu politisieren.“ Die russische Seite sei stets bereit gewesen, bei der Ermittlung dieses Falls zusammenzuarbeiten, „allerdings auf rein professioneller Grundlage“. Außerdem verwies Moskau auf Schüren von Russophobie in Großbritannien.
Londons heftige Reaktion und die Antwort Moskaus scheint die US-Führung beunruhigt zu haben. In Washington wurde der Skandal in betont beschwichtigendem Ton kommentiert. Beide Seiten wurden aufgefordert, zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren. Zugleich besteht wohl kein Zweifel daran, auf wessen Seite die US-Administration bei diesem Streit steht.
Kein Lugowoi-Prozess in Russland …
… weil London es nicht will. Die britische Staatsanwaltschaft weigert sich, das Beweismaterial im Todesfall Alexandr Litwinenko der russischen Seite zur Verfügung zu stellen, damit einem der Hauptverdächtigen, Andrej Lugowoi, in Russland der Prozess gemacht werden könnte.
Die britische Seite bestätigte erneut, dass Russland, unter Verweis auf die Verfassung, eine Auslieferung Lugowois offiziell ablehnt. Die Verfassung der Russischen Föderation verbietet die eine Übergabe eigener Staatsbürger an fremde Staaten.
Der russische Unternehmer Lugowoj betrachtet sich als unschuldig und sieht sich als Opfer einer Verschwörung. Er selbst sei durch das giftige Pollonium geschädigt worden mit dem Litwinenko “beseitigt” worden sei. Er sei also ebenfalls Opfer, nicht Täter.
Großbritanniens Generalstaatsanwaltschaft wies das russische Angebot, Lugowoj bei Vorlage ausreichender Beweise in Russland vor Gericht zu stellen, zurück. Einzig London sei der angemessene Ort für die Verhandlung des Falles.
Das britische Außenministerium bezeichnete die russische Antwort als „inakzeptabel“. Man will nun über eine „entschiedene Reaktion“ nachdenken.
In Russland wurde diese Reaktion wiederum als überzogen betrachtet. Das Gebahren des britischen Außenministeriums habe einen deutlichen antirussischen Unterton, so offizielle russische Kreise. London sei einfach nur beleidigt und reagiere nun in vertrauten und vorhersagbaren Verhaltensmustern.
Die britische Reaktion ist irritierend. Zum Einen spult London kontinuierlich den selben Text ab, Russland solle Menschenrechte und rechtsstaatliche Prinzipien einhalten, zu Anderen reagiert London “verschnupft” wenn Moskau sich auf die durchaus demokratische Verfassung der Russischen Föderation beruft und deren Einhaltung fordert.
Bumsen in Baku … oder … Karneval in Aserbaidschan
Einleitend bitte ich um Entschuldigung für den frivolen Titel dieses Eintrages, ich konnte nicht anders. Mea Culpa.
Die Initialzündung für diesen Eintrag lieferte mir The Copydude mit seinem Eintrag, unter dem ebenso frivolen Titel “Booze, Bimbos, Bribes and Baku” , in dem er von Groß Britanniens neuestem Korruptionsskandal berichtet.
Frei übersetzt lautet der Titel in etwa “Fusel, Nutten, Schmiergelder und Baku”, leider reimt er sich im Deutschen nicht so schön wie im Englischen.
The Copydude’s Artikel berichtet von der Verstrickung von BP (British Petroleum) in dubiose Machenschaften in Aserbaidschan, von der Unternehmenspraxis alle Register zu ziehen (Hookers to Hash = Nutten bis Drogen) um an lukrative Ölkonzessionen zu kommen. Besonders Lord Brown, der CEO (Chief Executive Officer, neudeutsch für Vorstandsvorsitzender) von BP, gerät ins Fadenkreuz … und wird anscheinend von höchster Stelle geschützt.
Die Britische Tageszeitung “The Daily Mail” berichtete über den Skandal, mußte jedoch auf “Druck von Oben” den Bericht zurückziehen. Wie dem auch sei, der ursprünglich hier auffindbare Artikel der “The Daily Mail” ist jedenfalls verschwunden.
Aber ebenso wie nicht ganz Gallien von den Römern besetzt war, Asterix sei Dank, ist auch der besagte Bericht nicht gänzlich verschwunden, einigen aufmerksamen Quellen sei Dank. Prison Planet.Com und D-Notice haben ihn, lobeswerter Weise, reproduziert.
Worum geht es in dem “verschwundenen Artikel”, warum wurde er kommentarlos zurückgezogen ?
Nun, Tatsache ist, dass British Petroleum es geschafft hat den für Aserbaidschan vorgesehenen Jahresetat von 45 Millionen Britischen Pfund für “Bewirtungen” in, sage und schreibe, 4 Monaten zu verblasen.
Diese Summe entspricht € 65.731.190,45 oder US $ 89.393.557,90. Am schönsten klingt dieser Betrag jedoch in Schweizerisch …. 108.605.335 Fränkli und 95 Räppli.
The Copydude drückt, zurecht, seine Verwunderung über den “verschwundenen Bericht” aus, zumal ein fettes Spesenkonto in Aserbaidschan anscheinend ein absolutes MUSS ist. In Baku sitzt die Brieftasche der Bonzen halt locker, ebenso locker wie die Moral.
The Copydude verweist hier auch auch auf den vorherigen US-Amerikanischen Botschafter, Reno Harnish, welcher im letzten Jahr aus Baku abberufen wurde nachdem seine Verstrickungen in die aserbaidschanische Sex-Industrie, und den Frauenhandel zwischen Baku und Florida, selbst den Amerikanern zu bunt wurde. Prüde ist der Amerikaner schließlich nur zuhause.
Was der britischen Regierung anscheinend missfiel, und daher auch der Druck von höchster Stelle und das Verschwinden des Berichtes, ist jedoch nicht der verschwenderische Umgang mit Firmengeldern und die Förderung von Korruption in Aserbaidschan sondern vielmehr der direkte Hinweis auf die unverblümte Zusammenarbeit des Auslandsgeheimdienstes MI6 mit British Petroleum in Baku.
Man rufe sich hierzu die bereits legendäre Aktion des MI6 in Aserbaidschan in Erinnerung, die Waffen-Für-Öl-Aktion mit dem Hintergedanken British Petroleum in Baku fester in den Sattel zu drücken.
Und hier schließt sich der Kreis, denn wenn zwei das Selbe tun ist es noch längst nicht das Gleiche. Wie heftig trommeln doch unsere, ach so gerechten, Medien und Journalisten auf die vermeintlich nicht existente Pressefreiheit in Russland ein und verteufeln den Kreml für seine vermeintliche Zensur und Einschüchterung der russischen Presse.
Wir veranstalten sogar einen Karneval mit dem (Hinter-) Gedanken,
dass die russischen Medien von der Putin-Regierung immer stärker eingeschränkt werden, je näher die russischen Parlamentswahlen im Oktober 2007 und die Präsidentenwahlen im März 2008 rücken.
Der Karneval in Moskau ist halt immer interessanter als derjenige in Baku, Putins Russland ist halt ein viel lohnenswerteres Ziel als (noch) Blairs Groß Britannien.
Auf die kollektive Schelte Putins für die “Verstaatlichung” der russischen Ölindustrie und der “Abschottung” gegenüber “ausländischen Investoren” brauche ich wohl nicht (nochmals) näher einzugehen. Nach BP’s Karneval in Aserbaidschan, mit tatkräftiger Unterstützung des britischen Auslandsgeheimdienstes, erscheint mir Putins Handeln recht logisch.
Mein Dank geht an The Copydude, für den interessanten Beitrag. Er ist ein weiterer guter Grund sich den Karneval in Aserbaidschan anzusehen und sich dem anderen zu verweigern.
Churchills Europäisches Erbe
We are with Europe, but not of it. We are linked but not comprised. We are associated but not absorbed. And should European statesmen address us and say, ‘Shall we speak for thee?’, we should reply, ‘Nay Sir, for we dwell among our own people’.”– Winston Churchill
“When I have to choose between you and Roosevelt, you should know that I will always choose Roosevelt. And when I have to choose between Europe and the wide open seas… I will always choose the wide open seas.”
– Winston Churchill (zu Charles DeGaulle)
Zwei Zitate eines bemerkenswerten Mannes. Sir Winston Leonard Spencer Churchill gilt als bedeutendster britischer Staatsmann des 20. Jahrhunderts.
Obwohl am 24. Januar 1965 in London verstorben, sein politisches Erbe prägt auch heute noch die britische Einstellung zu Europa.
Wir sind mit Europa, aber nicht seiner. Wir werden verbunden, aber nicht umfasst. Wir werden vereinigt, aber nicht absorbiert. Und sollten europäische Staatsmänner uns anreden und sagen, ‘werden wir für dich sprechen?’ sollten wir antworten, ‘Nein Herr, weil wir unter unseren eigenen Leuten wohnen’.”
“Wenn ich zwischen Ihnen (DeGaulle) und Roosevelt wählen muss, sollten Sie wissen, dass ich immer Roosevelt wählen werde. Und wenn ich zwischen Europa und den Weiten der See wählen muss, werde ich immer die Weiten der See wählen.”
Ich bin davon überzeugt, dass Europa erneut an einem Scheideweg steht. Das es an einem Punkt angekommen ist an welchem es mit einer Stimme und einer Meinung sprechen sollte.
Der Kalte Krieg ist vorbei. Europa blickt auf die längste Friedensperiode seiner jüngeren Geschichte zurück, einen Frieden den wir nicht ausschließlich der Hegemonialmacht jenseits des Atlantiks zu verdanken haben. Auch Russland, auch in der Form seiner Rechts-Vorgängerin, der Sowjet Union, hat seinen seinen Beitrag hierzu geleistet.
Europa verändert sich, es wird größer. Zumindest politisch und ökonomisch. Unsere Aufgabe als Europäer ist es ganz Europa in unseren Herzen und Gedanken zu behalten, nicht nur den Teil von ihm den wir “den Westen” nennen. Europa ist viel mehr als das.
Wir sollten unsere kleinlichen nationalistischen Querälen überwinden, uns als Teil eines Ganzen verstehen zu dem auch Russland gehört. Wir müssen verhindern das alte Pfründen und europafremde Interessen ein weiteres Zusammenwachsen Europas verhindern. Wir brauchen keinen “Raketenschild” der uns nicht schützt, sondern teilt.
Is Berezovsky moving to Ukraine ?
Nicolas of the “Kiev Ukraine News Blog” posted an entry on Monday, April 23 2007 bringing up the news that Boris Berezovsky is planning to move to Ukraine (Russian Tycoon Wants To Move To Ukraine).
Did Berezovsky’s latest interview, published in “The Guardian” and “Kommersant”, cause more stirr in Britain than he expected and he’s closer to being extradited than he thought ? Is he a little too confident Ukraine’s new leaders will not extradite him to Moscow, where he is wanted for fraud and embezzlement ?
Berezovsky’s Revolution
The German Internet newspaper “Russland-Aktuell” picks up the thread and reports that Boris “The Blade” Berezovsky is planning a “revolution” in Russia. The article on “Russland-Aktuell” is based on The Guardian’s and Kommersant’s reports of April 13, 2007.
There is no chance of regime change through democratic elections, we need to use force to change this regime.
President Putin is damaging Russia by rolling back democratic reforms, pressurizing the opposition, centralizing power and violating the constitution.
There are also practical steps which I am doing now, and mostly it is financial.
When asked whether he was plotting a new revolution, the fugitive oligarch didn’t hesitate to answer. “You are absolutely correct,” he said.
Will we live in interesting times shortly ?
Tycoon sues Ukrainian reporters in UK
The Kiev Post has an interesting article on Rinat Akhmetov, who is increasingly concerned about his reputation. Ukraine’s richest tycoon has decided to take Ukrainian journalists and publications disseminating allegedly defamatory material against him to court in the UK.
Russian tycoon Boris Berezovsky sued the business magazine Forbes in the mid 1990s, which ended with the US-based publication publicly acknowledging that it was wrong to characterize Berezovsky as a mafia boss. Hungarian-based gas trader Eural Trans Gas, which controlled the lucrative business of supplying Turkmen gas to Ukraine, has in recent years sued journalists in Ukraine and Russia alleging that their reporting had damaged the company’s reputation.
The original article at the Kiev Post is well worth reading it. (Follow the link)
